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Stewart: Hamilton sollte der GPDA beitreten

18. März 2008 - 12:56 Uhr

Dreifach-Champion Jackie Stewart ist der Meinung, Lewis Hamilton sollte im Namen der Sicherheit ein Zeichen setzen

Jackie Stewart
"Du, Anthony, lass uns mal über eine GPDA-Mitgliedschaft für Lewis reden..."
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Seit 1994 hatte die Formel 1 keinen Todesfall mehr zu beklagen und das ist nicht zuletzt ein Verdienst der Fahrergewerkschaft (GPDA), die sich für die Sicherheit auf den Rennstrecken einsetzt. Im Zuge der Abschaffung der Fahrhilfen befürchtet Ex-Weltmeister Jackie Stewart nun das Schlimmste und fordert die anerkannten Stars der Szene um Lewis Hamilton und Kimi Räikkönen dazu auf, sich für die GPDA einzusetzen.

"Es wird jemand umkommen", sagte Stewart der 'Daily Mail'. "Es sind nun 13 Jahre und elf Monate seit dem Tod von Ayrton Senna vergangen. Es kann einfach nicht weitergehen, ohne dass irgendwann etwas mächtig schiefgehen wird", ist sich der ehemalige Tyrell-Pilot sicher. Vor allem das Verbot der Traktionskontrolle würde diese Entwicklung fördern, zusammen mit dem Desinteresse der Fahrer an der GPDA.

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Mahnendes Beispiel für heutige Piloten

"Es wird künftig mehr Unfälle geben, weil die Traktionskontrolle jetzt außen vor ist", meinte Stewart und schimpfte über seinen britischen Landsmann: "Es ist selbstgefällig von Lewis, dass er nicht in der GPDA ist." Genauso wie Weltmeister Kimi Räikkönen hält sich auch Hamilton aus den Besprechungen der Fahrergewerkschaft heraus, was bei vielen Beteiligten für Unmut sorgt. "Das einzige was wirklich zählt, ist ein ständiger Gedankenaustausch unter den Fahrern."

"Es wird künftig mehr Unfälle geben."
Jackie Stewart

"Wenn du da draußen bist und dir beispielweise einer erzählt, dass die Reifenstapel in Monza nicht weiter nach hinten versetzt werden müssen, dann hat der schlicht keinen Plan. Denn sollten sich die Räder verhaken, dann hebt ein Auto ziemlich schnell ab und schlussendlich landet der Wagen dann kopfüber auf den Banden", erläuterte Stewart und nannte den Tod seines Teamkollegen und Freundes Francois Cevert 1973 in Watkins Glen als mahnendes Beispiel.

"Wenn du so etwas einmal selbst erlebt hast, dann willst du die Reifenstapel weiter weg haben! Deshalb ist die Grand Prix Drivers Association wichtig." Und genau an diesem Punkt komme Hamilton ins Spiel, weil er in den vergangenen Monaten zu einem gigantischen Aushängeschild für die Formel 1 geworden sei. "Einer der Gründe, weshalb ich so viel im Namen der Sicherheit bewegen konnte war schlicht und einfach, dass ich damals der Frontrunner war", so Stewart.

Schlüsselrolle für Lewis Hamilton?

"Erst wenn wieder einer gestorben ist kommt das böse Erwachen", ist sich der ehemalige Rennstallbesitzer sicher. "Diese Jungs wissen einfach nicht, wie man mit dem Tod umgeht, sie waren nie nah genug damit in Kontakt. Sie haben niemals einen toten Fahrerkollegen aus dem Auto gezogen oder dessen Kleidung zusammengepackt, weil die Frau oder die Freundin es nicht fertigbrachten. Ich wünsche ihnen, dass sie diese Erfahrung niemals machen müssen. Bis jetzt hatten wir verdammt viel Glück, aber wir stehen an der Schwelle zu einem großen Desaster."

"Erst wenn wieder einer gestorben ist kommt das böse Erwachen."
Jackie Stewart

"Die GPDA tut wirklich viel Gutes und es wird eine Menge diskutiert. Wenn du zu einem Meeting gehst, dann tust du das nicht für dich allein sondern für deinen Sport und deine Fahrerkollegen", so Stewart abschließend. Gegenüber 'Sentana Sports' bekräftigte der ehemalige Rennfahrer seine Aussagen, wonach Hamilton sich aktiver einbringen müsste: "Niemand zuvor ist so in die Formel 1 eingeschlagen wie Lewis."

Stewart ist ferner der Meinung, dass Hamilton gar zu einer ganz großen Sportlerlegende werden und womöglich sogar auf dieselbe Stufe wie Boxchampion Muhammed Ali gelangen könnte: "Er kann so groß rauskommen wie Ali. Er wird ihm so nah kommen wie kein anderer jemals zuvor. In meinen Augen hat Lewis schon jetzt einen größeren Eindruck bei der Öffentlichkeit hinterlassen als es seine bisher erzielten Ergebnisse vermuten lassen."