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Spy-Story: Italiener sprechen von einem "Missverständnis"

01. März 2008 - 15:58 Uhr

Nun hat sich die italienische Polizei wieder zu Wort gemeldet: Man habe nie behauptet, bei McLaren sichergestellte Unterlagen seien schon ausgewertet

McLaren Technology Centre
Plötzlich stand die italienische Polizei bei McLaren in Woking auf der Matte
© McLaren

(Motorsport-Total.com) - Die italienischen Behörden haben sich nun in der Spionageaffäre wieder zu Wort gemeldet. Man habe niemals Aussagen getätigt, die McLaren dazu anhalten könnten, das Britische Innenministerium in die Affäre einzuschalten. Angeblich soll es sich in der Angelegenheit um ein Missverständnis handeln. Der Hintergrund: Vor zwei Tagen war ein Statement der italienischen Polizei aufgetaucht. In dem hieß es, man habe bei McLaren gesichtete Beweismittel ausgewertet. Diese Beweismittel ergäben "ein Bild über die Verantwortlichkeiten des Managements und hochrangiger Techniker bei McLaren."

McLaren hat diese indirekte Anschuldigung heftig kritisiert und zurückgeweisen. "Wir haben im Zusammenhang mit dieser Art von Publicity, die offensichtlich von der Polizei in Modena ausgehen muss, überlegt, das Innenministerium zu bitten, die Untersuchungen zu überwachen", erklärte ein Teamsprecher. Zudem hatte McLaren gestern in einem eigenen Statement betont, dass die italienische Polizei noch gar keinen Zugriff auf die Unterlagen gehabt hätte. Das Material war von der britischen Polizei im Auftrag der Italiener sichergestellt worden.

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Nun hat wiederum die italienische Polizeidivision für Online-, Kommunikations- und Computerkriminalität ein weiteres Statement veröffentlicht. Das bestätigt, dass die bei der Durchsuchung bei McLaren sichergestellten Beweise in den kommenden Tagen gemeinsam von der Polizei in Surrey und italienischen Beamten ausgewertet werden. Man behaupte jedoch nicht, dass hieraus bereits Informationen über McLarens Schuld vorlägen.

Die Kernaussage des Statements lautet: "In den nächsten Tagen werden britische Beamte in Zusammenarbeit mit der italienischen Polizei Untersuchungen im Auftrag des italienischen Staatsanwalts durchführen und die obgenannten, sichergestellten Dokumente sowie das digitale Material auf neue Spuren untersuchen. Diese würden dann zu den bereits bestehenden umfassenden Beweisen hinzugefügt und von der Staatsanwaltschaft Modena im Anklagsfall der Industriespionage gegen McLaren vorgebracht."

Die 50 Surrey Polizisten, die vergangenen Mittwoch die McLaren-Fabrik und die Wohnungen von Teamboss Ron Dennis, F1 CEO Martin Whitmarsh, Managing Director Jonathan Neale, Designchef Rob Taylor und Chefingenieur Paddy Lowe durchsuchten, werden namentlich aufgelistet.

"Der Fall wird vom Staatsanwalt in Modena, Giuseppe Tibis, und dem stellvertretenden Cheffahnder Sergio Mariotti, geleitet. Aufgrund der andauernden Ermittlungen können wir noch keine weiteren Aussagen tätigen", erklärte Kriminalhauptkommissar Tommaso Niglio, der die Surrey Police nach Woking begleitete.

Tibis selbst fügte hinzu, dass sein Büro aus gutem Grund um Unterstützung aus Großbritannien angefragt habe. "Wenn wir nichts finden, ist für McLaren alles in Ordnung. Aber wir haben die Durchsuchungen nicht umsonst angeordnet."