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Rosberg so stark wie Hamilton?

19. März 2008 - 16:40 Uhr

Williams-Renningenieur Tony Ross bescheinigt seinem Schützling Nico Rosberg herausragende Qualitäten: "Er ist sehr deutsch"

Tony Ross
Tony Ross und Nico Rosberg bei letzten Absprachen vor dem Rennen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Viele Formel-1-Piloten sehen im Laufe einer Rennsaison ihren persönlichen Renningenieur häufiger und länger, als die eigene Ehefrau oder Freundin. Entsprechend verbringt der Brite Tony Ross als verantwortlicher Williams-Techniker viele Stunden mit seinem Piloten Nico Rosberg. Der 41-Jährige ist von der Leistungsfähigkeit seines deutschen Nachwuchspiloten vollends überzeugt und vergleicht ihn gar mit Lewis Hamilton.

"Nico hat 2006 in Bahrain genauso stark wie Lewis ein Jahr später debütiert. Während es bei Hamilton in dem Stil weiterging, wurde Nico vom Auto im Stich gelassen", sagte Ross der 'auto motor und sport'. Der Renningenieur hatte in der Vergangenheit bereits unter anderem das Auto von Juan-Pablo Montoya betreut und kann so die Arbeitsweise der Formel-1-Piloten bestens miteinander vergleichen.

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Typisch deutsch: diszipliniert und analytisch

"Nico ist sehr deutsch - und nicht nur, weil es in seinem Pass steht", so Ross. Und weiter: "Montoya konnte und wollte seinen Fahrstil nicht ändern. Nico kann sich dagegen unheimlich gut anpassen. Er hat sich im vergangenen Jahr extrem schnell auf die Einheitsreifen eingestellt." Als Renningenieur ist der Brite für alle Abstimmungsarbeiten am Rosberg-Auto verantwortlich, außerdem erarbeitet er gemeinsam mit den Technikern in der Fabrik diverse Problemlösungen.

"Es bringt Glück, wenn ich die Strecke ablaufe.""
Nico Rosberg

Ein Rennwochenende beginnt in der Zusammenarbeit immer mit einer Art Ritual - einem Fußmarsch über den Grand-Prix-Kurs: "Das ist die beste Gelegenheit Nico mal ungestört über die Neuigkeiten aus der Fabrik zu informieren." Bei diesen Strecken-Spaziergängen werden ebenso Probleme mit dem Auto erörtert und das Wochenendprogramm durchgesprochen. Für Rosberg ist dieses Ritual unerlässlich: "Ich bin abergläubisch. Es bringt Glück, wenn ich die Strecke ablaufe."

Wenn es funkt zwischen Techniker und Fahrer

Im Zusammenspiel von Renningenieur und dem Piloten spielt Kommunikation eine große Rolle. Sowohl innerhalb als auch außerhalb des Cockpits müssen die Informationen und Hinweise präzise formuliert sein, so der Williams-Fahrer: "Er muss im richtigen Moment die richtigen Fragen stellen und meine Aussagen über das Auto in meine Setup-Wünsche übersetzen können."

Während eines Rennens informiert der Techniker an der Box seinen Piloten unter anderem über das aktuelle Renngeschehen, aber auch über akute Gefahrensituationen sowie anstehende Boxenstopps und mögliche technische Probleme. Vom Fahrer kommt im Falle Rosberg jedoch nur selten etwas zurück, denn der Weltmeistersohn gibt sich im Cockpit wortkarg: "Wer lenkt und redet kann nicht 100 Prozent geben."