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Red Bull verleiht Toro Rosso Flügel
Dietrich Mateschitz will aus dem Toro-Rosso-Team aussteigen, obwohl es gleich in seinem ersten Jahr 2006 ein profitables Unterfangen war
(Motorsport-Total.com) - Diese Woche hat Dietrich Mateschitz enthüllt, dass er seinen 50-Prozent-Anteil am Toro-Rosso-Team verkaufen möchte, weil es ab 2010 nicht mehr möglich sein wird, über die Drittfirma Red Bull Technology die Autos für beide Red-Bull-Formel-1-Teams zu bauen. Stattdessen will sich Mateschitz auf sein Engagement bei Red Bull Racing konzentrieren.
Doch während Gerhard Berger gerade auf Brautschau geht, um einen neuen Partner zu finden, der ihm finanziell unter die Arme greifen kann, haben die Business-Autoren Christian Sylt und Caroline Reid herausgefunden, dass Toro Rosso eigentlich ein profitables Investment ist - zumindest unter aktuellem Reglement. Im Vergleich zu den Minardi-Jahren unter Paul Stoddart steht das Team nämlich gesünder denn je da.

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Überlebenskünstler Stoddart
Unter Stoddart wurde 2005 ein Verlust von mehr als 20 Millionen Euro eingefahren, was darauf schließen lässt, dass es ohne den Verkauf an Red Bull sowieso nicht weitergegangen wäre. Minardi machte 2005 gerade einmal 19 Millionen Euro Umsatz, aber dieser Wert wurde im Folgejahr verdreifacht - und das ergab unterm Strich einen Gewinn von gut 190.000 Euro. Natürlich hat Red Bull aber beträchtlich zum Budget beigesteuert.
Bewundernswert ist, dass Stoddart überhaupt so lange überleben konnte, denn seit seinem Einstieg im Jahr 2001 schrieb das Team in jedem Jahr Verluste. 2001 betrugen alleine die Personalkosten schon über acht Millionen Euro, zwischenzeitlich stiegen diese im Jahr 2003 sogar auf 13,7 Millionen Euro an. Dies bedeutete damals schon einen Verlust von knapp vier Millionen Euro. Allerdings hatte Stoddart auch die Belegschaft von 140 auf 173 Mann aufgestockt.
Aktueller Personalstand: 177 Mitarbeiter
2006 beliefen sich die Gehaltskosten von Toro Rosso auf gerade mal zehn Millionen Euro - ein Portokassenbetrag im Vergleich zu vielen anderen Teams. Die Belegschaft besteht immer noch zu 50 Prozent aus Minardi-Leuten, während 50 Prozent neue Mitarbeiter an Bord geholt wurden. Dies führte 2007 prompt zum soliden siebenten Platz in der Konstrukteurs-WM, der dieses Jahr zumindest wiederholt werden soll.
Nun muss man sich fragen, warum Mateschitz angesichts dieser erfreulichen Zahlen überhaupt daran denkt, Toro Rosso abzustoßen. Die Erklärung dafür ist wohl, dass sich die Rahmenbedingungen 2010 ändern werden, wenn jedes Team ein eigenes Chassis bauen muss, und dass die Bilanzen nur die halbe Wahrheit aussagen, weil Toro Rosso viele Red-Bull-Ressourcen nutzen kann, ohne dafür bezahlen zu müssen.











