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Räikkönen: "Ein einfaches Rennen"

23. März 2008 - 15:04 Uhr

Kimi Räikkönen in der FIA-Pressekonferenz über sein zum Teil einsames Rennen, seine taktische Auslegung und das Bild der Konkurrenz

Kimi Räikkönen
Kimi Räikkönen hat den Tiefschlag aus Australien mit einem Sieg schnell verdaut
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Kimi, da war ein fantastischer Sieg. Am Anfang ging es zwischen dir und deinem Teamkollegen Felipe Massa aber eng zu."
Kimi Räikkönen: "Ja, wir waren vom Speed her ziemlich ähnlich unterwegs. Als er dann an die Box ging, war mein Auto viel besser, denn wenn man einem anderen mit einem Abstand von einer oder zwei Sekunden folgt, dann ist das ein massiver Unterschied. Ich konnte auf meiner Runde an die Box viel schneller fahren und so konnte ich ihn überholen. Als ich dann freie Fahrt hatte, war das Handling des Autos perfekt. So konnte ich wegziehen. Ich weiß aber nicht, was ihm (Massa; Anm. d. Red.) passiert ist. Nach dem ersten Stopp war es jedenfalls ein recht einfaches Rennen."

Frage: "Dein Start schien gut gewesen zu sein, in der ersten Kurve ging es eng zu. Für einen Moment sah es so aus, als würdest du es probieren."
Räikkönen: "Ja, ich war neben Felipe. Ich hatte den etwas besseren Start. Aber ich kannte die Situation und wusste, dass ich eine Runde länger draußen bleiben würde. Ich wollte in der ersten Kurve nichts mit dem Teamkollegen riskieren. Wenn ich es versucht hätte, wäre ich vielleicht vorbeigekommen, aber ich entschied, dahinter zu bleiben und beim Boxenstopp etwas zu versuchen. Das war heute für alle besser und es hat auch perfekt funktioniert."


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Frage: "Der Malaysia-Grand-Prix ist vor allem wegen der Hitze oft ein anstrengendes Rennen. Aber als du aus dem Auto gestiegen bist, sahst du ziemlich frisch aus."
Räikkönen: "Es war gar nicht so schlimm. Es ist natürlich heißer als bei jedem anderen Rennen. Auch in Australien war es heiß, aber hier ist es zusätzlich auch noch feucht. Aber das war okay für mich. Nur auf dem Podest gab es ein kleines Problem."#

Nur kleine Probleme am Wochenende

Frage: "Da hast du Champagner ins Auge bekommen, nicht wahr?"
Räikkönen: "Ja, dabei sollte der in den Mund und nicht in das Auge. Aber manchmal geht eben etwas schief. Es war dennoch ein perfektes Wochenende."

"Wir hätten auch viel schneller sein können, wenn wir es versucht hätten."
Kimi Räikkönen

Frage: "War es auch insgesamt ein großartiges Wochenende für dich?"
Räikkönen: "Ja, ich glaube schon. Das Auto war das gesamte Wochenende über gut. Wir hatten nur das kleine Problem im ersten Training am Freitag. Das Auto war im Qualifying auch nicht exakt so, wie wir es wollten, aber wir wussten, dass es im Rennen passen würde. Das hat sich dann auch so gezeigt."

Frage: "Was war für dich die größte Bedrohung an diesem Wochenende?"
Räikkönen: "Felipe war natürlich schnell, aber das Qualifying war wie gesagt nicht unsere Stärke. Im zweiten Qualifying waren wir gut, aber im letzten Qualifying waren die Reifen nicht mehr so gut. Das ist etwas enttäuschend, aber wir wussten ja, dass die Pace des Autos im Rennen stark sein würde und dass wir eine Runde später stoppen würden."

Frage: "Glaubst du, dass du und Felipe ähnlich schnell gewesen seid?"
Räikkönen: "Im ersten Stint waren wir eng beisammen. Als er dann an die Boxen ging, war mein Auto viel schneller. Wenn niemand mehr vor dir fährt, wird es einfach viel besser. Nach dem Boxenstopp war es einfach etwas wegzuziehen. Es ist immer schwierig, anderen dichtauf zu folgen. Man muss sehr nah dran sein, um beim Stopp zu überholen. Das macht es schwierig."

Frage: "Danach war es ein einsames Rennen, nicht wahr?"
Räikkönen: "Ja, wir hätten auch viel schneller sein können, wenn wir es versucht hätten. Aber wir haben den Motor bereits vor dem ersten Stopp runtergedreht. Es war recht einfach für uns. Als Felipe dann ausfiel, war es noch leichter."

Finnischer Tag in Malaysia

Frage: "Für die Finnen war das das beste Grand-Prix-Ergebnis aller Zeiten. Wie fühlt sich das an und wann können wir einen finnischen Doppelsieg erwarten?"
Räikkönen: "Für mich hat sich nichts geändert, auch nicht durch den Sieg. Natürlich war es für die Finnen ein toller Tag, aber die Saison ist noch jung. Hoffentlich fahren wir irgendwann einen Doppelsieg ein, aber ich möchte immer Erster sein."

Frage: "Warst du überrascht, als Felipe am Start zu dir rübergezogen ist?"
Räikkönen: "Nein, ich hatte genug Platz. Er drückte mich etwas auf die rechte Seite, aber das gehört zum Motorsport. Kein Problem."

Frage: "Haben sich die Reifen auch gegen Ende der Stints noch so verhalten wie prognostiziert?"
Räikkönen: "Nein. Der erste Stint war am schwierigsten, denn ich war nah hinter Felipe. Als er dann wie gesagt an die Box ging, fühlte es sich sofort sehr viel besser an. Aber ansonsten war es sehr gut, auch die Reifen fühlten sich perfekt an. Die weichen Reifen wären letztlich wohl noch etwas schneller gewesen, aber wir haben in den beiden letzten Stints auch nicht mehr voll angegriffen."

Zuversicht ja, Sicherheiten nein

"Hoffentlich haben wir nun keine Probleme mehr, aber man kann es nie wissen."
Kimi Räikkönen

Frage: "Wie viel Zuversicht nimmst von diesem Rennen mit, nachdem es in Australien ja desaströs gelaufen ist?"
Räikkönen: "Wir haben im Team nie die Zuversicht verloren. Natürlich hatten wir in Australien ein schwieriges Rennen, aber im ganzen Winter war das Auto sehr gut und schnell. Leider hatten wir im ersten Rennen Probleme, die wir nicht erwartet hatten. Hoffentlich haben wir das überstanden und haben nun keine Probleme mehr, aber man kann es nie wissen. Wir sind mit einigen Dingen noch nicht hundertprozentig zufrieden. Das versuchen wir noch zu verbessern, aber ich habe Vertrauen in das Team, das Auto und in alle Leute hier. Hoffentlich sind wir auch im nächsten Rennen schnell."

Frage: "Warst du überrascht, dass McLaren so weit hinter euch zurückgefallen ist?"
Räikkönen: "Nein, das war ja schon das gesamte Wochenende so. Ich sagte schon in Australien, dass unser Speed gut sein sollte. Wenn man hinter jemanden startet, wie in Australien, dann kann man nie seinen eigenen Speed fahren. Und Australien ist nicht gerade ein normaler Kurs, manchmal bekommt man dort falsche Ergebnisse. Im Vorjahr waren wir dort schneller als alle anderen, als wir dann hier waren, war es nicht mehr so gut. Nun ist es wohl umgedreht. Das nächste Rennen könnte wieder anders sein, wir müssen erst ein paar Rennen abwarten, um ein genaues Bild zu bekommen."