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Österreichs einziger Formel-1-Rennfahrer

13. März 2008 - 18:02 Uhr

Der Wiener Radiologe Dr. Günther Alth fährt 2008 als einziger Österreicher Formel-1-Rennen - in einem March-Ford 701 aus dem Jahr 1971

Günther Alth
Dr. Günther Alth ist der einzige Österreicher, der Formel-1-Rennen fährt
© Dr. Günther Alth

(Motorsport-Total.com) - Erstmals seit 2003 gibt es keinen Österreicher in der Startaufstellung der Formel 1, denn Alexander Wurz und Christian Klien sind nur als Ersatzpiloten unter Vertrag - im Normalfall werden die beiden in diesem Jahr kein Formel-1-Rennen fahren können. Ganz im Gegensatz zu jenem Wiener Radiologen, der heuer sogar auf dem berühmten Stadtkurs von Monaco ein Formel-1-Rennen bestreiten wird...

Der Wiener Dr. Günther Alth leitet im Wiener Donauzentrum eine Röntgenstation - und: Er fährt dieses Jahr in der historischen Formel 1! Mit jenem March-Ford 701, mit dem Jean-Pierre Jarier 1971 beim legendären Italien-Grand-Prix den zwölften Platz belegen konnte. Damals schossen sage und schreibe fünf Piloten beinahe zeitgleich über die Ziellinie...

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Spätstarter in den Motorsport

Alth, 47, hat erst mit 30 Jahren beim Motorradfahren bemerkt, dass er "Spaß am schnellen Fahren" empfinden würde, wie er in einer Reportage für die Extrabeilage/F1-Vorschau der neuen Ausgabe der Zeitschrift 'Rally & more' erzählt. Später wechselte er in den Automobilrennsport, fuhr Rallye, Bergrennen und auch mit historischen Tourenwagen. 2003 und 2006 wurde er bei den historischen Tourenwagen sogar Europameister.

Die historischen Formel-1-Boliden sind mitunter gefährlicher als die heutige Generation mit ihren aus Karbon gefertigten Überlebensröhren. Es werden Spitzengeschwindigkeiten über 300 km/h gefahren - der March von Dr. Alth ist mit einem Ford-Cosworth-Motor ausgerüstet, der 430 PS liefert, bei einem Gewicht von nur 530 Kilogramm.

Soweit es möglich ist, wurden die Schmuckstücke der 1970er- und 1980er-Jahre in punkto Sicherheit aufgerüstet. Dr. Alth erzählt: "Die Aufhängungsteile werden jedes Jahr ausgebaut und durchleuchtet und auf Haarrisse geprüft. Sie werden auch verstärkt, sind also nicht so zerbrechlich wie damals. Wir haben einen Gummitank mit Schaum innen, der hinter dem Fahrer untergebracht ist. Der wurde vom amerikanischen Militär entwickelt. Das Brennen gibt es nicht mehr - wenn der Niki Lauda 1976 auf dem Nürburgring einen solchen Tank gehabt hätte, wäre ihm wahrscheinlich nichts passiert."

Es geht ordentlich zur Sache

Günther Alth
Seine Rennpremiere gab Dr. Günther Alth im Vorjahr in Spa-Francorchamps
© Dr. Günther Alth

Auch bei den historischen Formel-1-Rennen werde kräftig Gas gegeben, zumal auch frühere Formel-1-Piloten an diesen Läufen teilnehmen, versichert Dr. Alth: "Es wird beinhart gekämpft. Sicher weiß man, dass man historische Wertstücke fährt und in Autos sitzt, in denen man vulnerabel, also verletzbar, ist, da es kein Karbon gibt. Man verhält sich angemessen und fair - wie wohl jeder seine Chance nützen möchte."

Im Vorjahr hat Dr. Alth bereits sein erstes historisches Formel-1-Rennen absolviert - in Spa-Francorchamps: "Im zweiten Rennen am Sonntag konnte ich bereits die Zeiten meiner direkten Konkurrenten mitfahren", erzählt der Wiener stolz. Beim historischen Grand Prix von Monaco, der zwei Wochen vor der "echten" Formel 1 abgehalten wird, muss sich Dr. Alth der Qualifikation stellen, denn dort sind nur 24 Boliden zugelassen. Im Fürstentum haben sich sogar schon österreichische Fans angemeldet, um dem "rasenden Doktor", immerhin Österreichs einziger Formel-1-Pilot, der auch Rennen bestreitet, kräftig die Daumen zu drücken...

Eine ausführliche Reportage über Dr. Alth und seinen Formel-1-Boliden finden Sie in der Extrabeilage/F1-Vorschau der jüngsten Ausgabe der österreichischen Motorsportzeitschrift 'Rally & more', die seit vergangenem Freitag erhältlich ist.