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Nach Qualifying-Blockade: Reglementänderung gefordert
 
von Fabian Hust 22. März 2008 - 14:46 Uhr
 
Nach der Strafversetzung der beiden McLaren-Mercedes-Piloten wegen Blockierens fordern Experten eine Anpassung des Reglements
 
Jörg Landschof zwischen Benzin-Kanistern
Vor dem Rennen wollen die Top-10-Autos jedes Gramm Benzin sparen
Zoom © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - Man kann den McLaren-Mercedes-Piloten nicht vorwerfen, in der Qualifikation zum Großen Preis von Malaysia Nick Heidfeld absichtlich blockiert zu haben, um dem Deutschen die schnelle Runde zu vermasseln. Lewis Hamilton und Heikki Kovalainen taten nur das, was jeder Fahrer tun muss, um im Kampf um wertvolle Positionen im Rennen erfolgreich zu sein.

Nach der schnellen Runde im Zeitenfahren rollen die Piloten in Zeitlupe zurück an die Box, um Benzin zu sparen. Jedes Gramm zusätzlicher Sprit im Tank kann schließlich im Grand Prix zum Zünglein an der Waage werden. Dass es dabei hin und wieder zur Konfrontation mit einem schnellen Auto auf der Piste kommt, liegt in der Natur der Sache.

 

Aus diesem Grund fordern einige Experten den Automobilweltverband FIA dazu auf, das Reglement zu ändern, sodass es nicht noch einmal zu einer Situation wie am Samstag in Sepang kommen kann, als Nick Heidfeld auf seiner letzten schnellen Runde im Zickzack um die langsamen "Silberpfeile" schoss. Das kostete ihn nicht nur einige Positionen, sondern stellte auch ein Sicherheitsrisiko dar.

 
"Es geht hier um einen Geschwindigkeitsunterschied von über 200 km/h."
Mario Theissen
"Es geht hier um einen Geschwindigkeitsunterschied von über 200 km/h", verwies BMW Motorsport Direktor Mario Theissen auf den großen Geschwindigkeitsüberschuss seines Fahrers. "Das ist nicht nur irritierend und einbremsend, sondern gefährlich."

"Man sollte die Spielregeln ändern, sodass auch die Ein- und Auslaufrunde mit einem gewissen Mindesttempo gefahren werden", fordert der Deutsche. "Die Regel, dass die, die auf der Ein- oder Auslaufrunde sind, neben der Rennlinie sein müssen, reicht nicht aus - in Monaco geht das gar nicht überall."

Heidfeld, der die Bestrafung seiner Rivalen durch die Rennleitung begrüßte, fordert ebenfalls eine Anpassung des Reglements: "Wir sollten Situationen wie diese versuchen zu vermeiden, indem wir das Reglement anpassen."

"Das haben wir zum Beispiel in Bezug auf die Runde an die Box getan. In der Vergangenheit sind einige Fahrer sehr langsam gefahren, um Benzin zu sparen, und andere fuhren sehr schnell. Das war sehr gefährlich, weswegen wir nun eine Minimum-Zeit haben. Vielleicht könnte so etwas eingeführt werden."

Dass eine entsprechende Regelung für die Phase vor dem Start dringend notwendig ist, erklärt Ross Brawn, Teamchef von Honda unseren Kollegen der 'Motorsport aktuell online': "Die Top-10-Qualifikanten müssen so langsam wie möglich fahren, um Benzin für den ersten Turn zu sparen. Aber die anderen, die vor dem Start volltanken dürfen, können die Zeit nutzen, um noch einige schnelle Runden zu fahren und dabei verschiedene Details am Auto ein letztes Mal zu prüfen."

 
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