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Melbourne-GP-Organisatoren blasen Fanzahlen auf

02. März 2008 - 14:01 Uhr

Die Veranstalter des Australien GP haben bei der Angabe der offiziellen Zuschauerzahlen sämtliche Freikarten und Formel-1-Mitarbeiter eingerechnet

Nico Rosberg
Wieviele Zuschauer waren denn nun in Melbourne wirklich an der Strecke?
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Veranstalter des Grand Prix von Australien haben zugegegeben, dass sie nicht genau wissen wieviele Fans zum Rennen kommen werden, besonders weil die ausgegebenen Gratiskarten ebenfalls zur Gänze mitgezählt werden.

Die Initiative 'Save Albert Park', die gegen die Abhaltung des Rennens kämpft, behauptete im Gespräch mit dem 'Sydney Morning Herald', dass die Zuschauerzahlen durch Tausende Gratistickets künstlich aufgeblasen würden.

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Die 'Australian Grand Prix Corporation' gab im Vorjahr 301.000 als offizielle Besucherzahl an, bestätigte aber, dass man nie tatsächlich nachgezählt hatte. Die Zahl sei eine Schätzung anhand des Ticketverkaufs inklusive der Gratiskarten. Schätzungen per Augenmaß wären ebenso angewandt wie Piloten, Mechaniker, Boxenluder und Teamchefs mitgezählt worden.

Die 'Save Albert Park' Initiative hatte selbst mitgezählt und Zahlen präsentiert, die um 100.000 von den offiziellen abwichen. "Wir haben es hier mit einer klassischen Blenderei zu tun. Die echten Zahlen belegen, dass der Grand Prix nicht annähernd so populär ist wie die Veranstalter uns glauben machen wollen", kritisierte Keith Wiltshire von 'Save Albert Park'.

Dem hielten die Veranstalter entgegen, dass "die Freikartenzahl nicht veröffentlicht werden könne um dem Wert der Kauftickets und Werbewert der Veranstaltung nicht zu schaden." Grand Prix Corporation CEO Drew Ward fuhr fort: "Die tatsächliche Zahl muss auch aus Wettbewerbsgründen unter Verschluss bleiben."

Der Fall ging vor ein Tribunal, aber Richter Marilyn Harbison entschied für die Grand Prix Corporation. "Da keine Beweise für Betrug oder Unterschlagung erwuchsen, gab es keinen Grund für eine Anklage. Das öffentliche Interesse an der Wettbewerbsfähigkeit der Grand Prix Corporation ist groß."

Die finanziellen Probleme um den Grand Prix hatten auch eine Anfrage an die Provinzregierung von Victoria nach sich gezogen, warum man den Event mit Steuergeldern in der Höhe von 35 Millionen Australischen Dollar subventioniere.

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