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Kundenautostreit: Toro Rosso macht ein Angebot
 
von David Pergler 26. März 2008 - 15:04 Uhr
 
Um den Streit um Kundenautos außergerichtlich zu beenden, hat Team Toro Rosso dem Rennstall Force India einen Vorschlag unterbreitet
 
Sebastian Vettel
Toro Rosso ist mit Kundenauto schneller und möchte daher mit Force India teilen
Zoom © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - Der Streit um die Kundenautos schwelt schon lange in der Formel 1 und bedroht damit auch die Zukunft des Red-Bull-Ablegers Toro Rosso. Weil die Wagen dieses Teams nicht mehr wie die Autos des alten Minardi-Rennstalls im heimischen Faenza konstruiert werden, sondern diesen Job die Firma Red Bull Technology um Stardesigner Adrian Newey übernommen hat, haben sich die einstigen Hinterbänkler mit Leichtigkeit von der letzten Startreihe losgelöst und im Mittelfeld etabliert.

Das passt einigen Teams gar nicht, vorne weg Williams und besonders Spyker-Nachfolger Force India. Es liegt klar auf der Hand: diese Teams investieren viele Millionen Dollar in die Entwicklung eigener Wagen, während Toro Rosso mit einem vergleichsweise kleinen Aufwand und einem Auto von der Stange auf Anhieb konkurrenzfähig ist.



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Das altehrwürdige Team Williams sieht die Sache nicht so heiß, schließlich ist man gerade wieder dabei, selbst an die Tür zu den Top-Teams anzuklopfen, doch für Hinterbänkler Force India ist das eine ärgerliche Geschichte. Das war es schon, als man noch als Spyker antrat. Um der ganzen Kontroverse ein Ende zu bereiten, hat das Red-Bull-B-Team dem einstigen Jordan-Team ein Angebot gemacht: Sollte es Force India nicht aus eigener Kraft schaffen, in die Top 10 der Konstrukteurswertung zu fahren, will Toro Rosso die Hälfte aller 2008 eingefahrenen Prämien an Force India auszahlen.

 
Ein Angebot, das man nicht ablehnen kann?

Der indische Rennstall betrachtet dieses Angebot allerdings noch mit Skepsis. Denn das würde bedeuten, dass man sogar schlechter als das unterfinanzierte und zu Testfahrten kaum fähige Super-Aguri-Team abschneiden müsste. Zudem verlangt die Mannschaft aus Silverstone noch zusätzliche Nachzahlungen aus Altlasten. Angeblich handelt es sich dabei um eine Summe von rund sechs Millionen Dollar für die Jahre 2006 und 2007.

Während sich der deutsche Teamchef Colin Kolles noch sperrt und lieber den laufenden Prozess vor dem internationalen Sport-Schiedsgericht in Lausanne weiter bestreiten wollen würde, ist dem Besitzer Vijay Mallya der ganze Trubel unangenehm. Aus diesem Grunde ist er dem Angebot von Toro Rosso nicht absolut abgeneigt.

 
Force India braucht mehr Erfolg, weniger Geld

 
"Bei dem Prozess verdienen momentan nur die Anwälte"
Franz Tost
Franz Tost, der Chef der italienischen Bullen ärgert sich über den Streit: "Bei dem Prozess verdienen momentan nur die Anwälte. Wir wollen die Angelegenheit endlich zu den Akten legen und den Weg frei machen für ein neues Concorde Agreement", betont er im Magazin 'auto motor und sport'. Den laufenden Prozess verfolgt der Österreicher allerdings mit entspannter Mine: "Nach dem Reglement sind wir auf der sicheren Seite."

Doch Geld ist nicht das große Problem von Force India. Nicht nur durch den neuen Besitzer aus Indien, der anders als sein Vorgänger Alex Shnaider bereit ist, für Erfolg auch tief in die Tasche zu greifen und die Kasse des einstmals notorisch klammen Teams zu fluten. Auch die FIA schüttet im April die erste Prämien-Auszahlung aus den 2007 erhöhten Töpfen aus.

Jedes Team erhält dank der Beteiligung an allen Einnahmen aus TV- und Startgeldern, Strecken-Werbung etc. nun 50 Prozent mehr Einnahmen als zuvor. Insofern ist Force India auf das Angebot von Toro Rosso nicht zwingend angewiesen. Denn Force India will und braucht primär Erfolg und weniger Geld. Und dem Erfolg steht das Toro-Rosso-Team mit seinen schnellen Kundenautos im Weg.

 
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