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Horner: "Es sieht nach menschlichem Versagen aus"

21. März 2008 - 11:14 Uhr

Red-Bull-Teamchef Christian Horner erklärt im Interview, wie es zum merkwürdigen Abflug von David Coulthard im Freien Training kommen konnte

Christian Horner
Christian Horner wurde nach den Freien Trainings zur Rennleitung zitiert
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - David Coulthards merkwürdig aussehender Abflug im ersten Freien Training heute Morgen ist geklärt: Die Spurstange kollabierte, weil die Klebstoffverschmierungen offenbar zu schlampig aufgetragen wurden, und das führte in weiterer Folge zum großen Schaden bei der Kollision mit dem Randstein. Die Rennleitung hat damit gegen eine Teilnahme des Red-Bull-Teams am Rennen nichts einzuwenden.

Frage: "Christian, weißt du schon, was genau das Problem an David Coulthards Auto war?"
Christian Horner: "Ja. Es war die Spurstange vorne rechts, die kaputt gegangen ist. Das war eine brandneue Komponente, die wir nach Melbourne montiert haben. Wir haben mehr als 10.000 Testkilometer mit identischen Komponenten zurückgelegt. Man kann sehen, dass der Klebstoff versagt hat - es sieht nach menschlichem Versagen aus. Daher mache ich mir für morgen überhaupt keine Sorgen hinsichtlich der Sicherheit."


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Zeit zwischen den Sessions war zu kurz

"Wir wollten unbedingt sicherstellen, dass das Auto nach dem beträchtlichen Einschlag sicher war."
Christian Horner

Frage: "Warum ist David Coulthard in der zweiten Session nicht gefahren?"
Horner: "Wir wollten unbedingt sicherstellen, dass das Auto nach dem beträchtlichen Einschlag sicher war. Wir wollten das komplette Chassis checken. In kleinsten Größeneinheiten sucht man nach irgendwelchen Rissen oder Schäden im Kohlefasermaterial, aber dafür war die Zeit zwischen den Sessions zu kurz."

"Wir nahmen uns also unsere Zeit und stellten sicher, dass wir alles sorgfältig analysieren konnten, denn die Sicherheit der Fahrer hat für uns oberste Priorität. Heute Nacht wird das Chassis aber wieder fertig sein."

Frage: "Du musstest nach der Session zur Rennleitung. Gibt es da ein Problem?"
Horner: "Die Rennkommissare wollten wissen, was den Zwischenfall verursacht hat und so weiter. Wir haben ganz genau erklärt, wo das Problem lag, aber das erklärt sich von selbst, wenn man die Komponente sieht."

Frage: "Wird David Coulthard morgen hundertprozentig fahren?"
Horner: "Ich habe daran keinen Zweifel. Diese Komponenten haben schon 10.000 Testkilometer ohne auch nur den geringsten Schaden zurückgelegt. Wegen der Spurstange kam er von der Strecke ab, und als er den Randstein so hart traf, entstand der Schaden. Zuallererst haben wir uns dafür interessiert, warum die Spurstange kollabiert ist, und das verstehen wir nun."

Sicherheit ist am wichtigsten

"Wir haben ihnen das im Detail erklärt."
Christian Horner

Frage: "War die Rennleitung mehr besorgt über die Kollision mit dem Randstein als über die ursprüngliche Ursache des Abflugs?"
Horner: "Ich denke, sie wollten verstehen, wie es zu dem Schaden kommen konnte. Wir haben ihnen das im Detail erklärt und vorgeführt, dass wir volles Augenmerk darauf legen, die Sicherheit zu gewährleisten. Das kann man uns nicht absprechen."

Frage: "Und sind die Rennkommissare zufrieden?"
Horner: "Sie sind so zufrieden, wie es Rennkommissare halt sind..."

Frage: "In Australien hast du nach Mark Webbers Bremsdefekt auch gesagt, dass das eine Komponente war, die schon 10.000 Testkilometer ohne Problem hinter sich hat. Heute wieder. Gibt es bei Red Bull ein Problem mit der Qualitätskontrolle?"
Horner: "Das glaube ich nicht. Beides waren Schlampigkeitsfehler, inakzeptable Defekte, und beide hatten nichts miteinander zu tun. Einmal war es ein Zulieferer, einmal haben wir das Teil selbst gebaut. Natürlich nehmen wir kein Gebrechen auf die leichte Schulter. Wir wenden dem jede relevante Aufmerksamkeit zu."

Frage: "Werdet ihr die Qualitätskontrolle nun strenger gestalten?"
Horner: "Das ist ein Bereich, in dem wir die Grenzen laufend weiter nach oben schieben. Das ist ein natürlicher Prozess, der bereits im Gange ist."