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Head will mehr Überholmanöver sehen

11. März 2008 - 10:41 Uhr

Williams-Teilhaber Patrick Head wünscht sich mehr Überholmanöver in der Formel 1 - eine umgekehrte Startreihenfolge könnte helfen

Patrick Head (Teammitbesitzer)
Patrick Head wünscht sich eine umgekehrte Startreihenfolge
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Überholvorgänge sind in der modernen Formel 1 eher spärlich auftretende Angelegenheiten. Die Positionen wechseln oftmals nur in der Box, was nicht zuletzt auch die Zuschauer auf den Tribünen und vor den Fernsehern stört. Patrick Head würde liebend gerne auch wieder mehr Positionskämpfe sehen und hält eine umgekehrte Startaufstellung für eine gute Möglichkeit, mehr Rennaction zu erhalten.

"Ich könnte mich mit einer Startreihenfolge anfreunden, die auf den umgekehrten Positionen in der Weltmeisterschaft beruht", erläuterte Head gegenüber 'BBC Sports'. Demnach würde der Tabellenführer vom letzten Platz aus ins Rennen gehen und müsste in seinem vermeintlich schnelleren Auto an vielen Konkurrenten vorbeiziehen. "Es wäre für alle Beteiligten das gleiche und über eine Saison gesehen würde der richtige Fahrer auf alle Fälle den Titel holen."

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"Wenn man den Fahrern so viele Test- und Trainingsmöglichkeiten gibt und sie anschließend nach den Rundenzeiten aufstellt, wie soll es da zu Überholmanövern kommen? Der Schnellste steht dann vorne und der Langsamste hinten", erläuterte das Williams-Urgestein. Man müsse sich natürlich überlegen, wie eine solche Regelung beim ersten Saisonlauf umzusetzen wäre. "Ich bin mir sicher, darüber würden sich eine Menge Leute beschweren."

Allen voran vermutlich die schnellsten Fahrer, denn sie müssten auf einen Schlag mehr Risiken eingehen, als alle anderen Piloten. Doch Head ist sich seiner kontroversen Idee bewusst: "Ich weiß sehr wohl, dass die Formel 1 eine Spielwiese für Puristen ist. Aber gleichzeitig laufen mir viele Menschen über den Weg, die sich lieber die Motorrad-Übertragungen anschauen - und ich kann das durchaus verstehen, weil in der Formel 1 nicht viel überholt wird."

"Langweilig wird das Ganze, wenn ein schnelleres Auto hinter einem langsamen fest hängt."
Patrick Head

"Richtig langweilig wird das Ganze dann, wenn ein schnelleres Auto hinter einem langsamen fest hängt. Wir hatten einige Monaco-Rennen, wo Fahrer über Zeiträume von 30 bis 40 Runden aufgehalten wurden, obwohl ihr Auto ein bis zwei Sekunden schneller war. Und das ist traurig", kommentierte Head.

Als Beispiel für einen besonders gelungenes Rennen nannte der Brite den Japan-Grand-Prix 2005, wo ein nasses Qualifying für eine bunt gemischte Startaufstellung sorgte. Michael Schumacher und Fernando Alonso mussten sich von weit hinten durch das gesamte Feld arbeiten, während Kimi Räikkönen vorne erst in der letzten Runde Position eins eroberte - laut Patrick Head sei dies ein idealer Rennverlauf, der jede Menge Spannung und reichlich Überholaction bieten würde.