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Glock bittet um Geduld
Timo Glock dämpft vor dem Saisonauftakt die Erwartungen, weil er weiß, dass Toyota nicht über Nacht zum Siegerteam geworden ist
(Motorsport-Total.com/sid) - Timo Glock weiß, was die Uhr geschlagen hat. Als Nachfolger von Ralf Schumacher soll der 25-Jährige in der Formel-1-Saison 2008 bei Toyota für frischen Wind sorgen. Damit er keine Zeit verliert, ist der Hesse zu seinem Arbeitgeber nach Köln gezogen: "Die Wohnung ist relativ nah am Teamsitz, gerade mal fünf Minuten weg", sagt Glock.
Der GP2-Champion weiß, dass er in der ersten kompletten Saison in der Königsklasse kleinere Brötchen backen muss. Wunderdinge könne man nicht erwarten, auch im verflixten siebenten Jahr wird Toyota den ersten Formel-1-Sieg vermutlich nicht aus eigener Kraft schaffen können: "Den ganz großen Schritt werden wir am Anfang noch nicht machen können. Es ist im Aerodynamikbereich ein neues Konzept", sagt Glock und bittet vor dem WM-Start am Sonntag in Melbourne um Geduld.

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Konkurrenz schläft auch nicht
Im Vergleich zum Vorjahr habe sich Toyota in gewissen Dingen verbessert, schildert Glock seine Eindrücke. Das Problem sei aber, dass die Konkurrenten sich auch gesteigert hätten. Deshalb müsse man immer zwei Schritte machen, wenn ein anderes Team nur einen Schritt mache. Glock: "Das ist das Schwierige, deshalb wird es vielleicht erst gar nicht so viel anders aussehen als im letzten Jahr." Aber die Basis stimme, und darauf könne man aufbauen, auch wenn das einige Zeit in Anspruch nehme.
Er will sich aber keinesfalls entmutigen lassen und hat sich vorgenommen, konstant in die WM-Punkte, also unter die besten Acht zu fahren. Sein zweites großes Ziel sei es, im Qualifying so nah wie möglich an seinem erfahrenen Teamkollegen Jarno Trulli dranzubleiben: "Und dann werden wir mal sehen, wie die Saison so läuft."
Im Team habe er sich nach eigener Aussage schnell eingewöhnt. Er komme mit allen klar, "auch mit Trulli", sagt Glock. Daher mache es ihm derzeit viel Spaß. Sollte die Toyota-Talfahrt aber anhalten, könnte dem 25-Jährigen das Lachen schnell vergehen. Dann dürfte die Schonfrist bald abgelaufen sein, Vergleiche mit Vorgänger Ralf Schumacher würden wohl angestellt.
"Das wird dann mit Sicherheit aus der einen oder anderen Ecke kommen", sagt Glock. Das lasse ihn allerdings kalt, versichert er: "Ich versuche, meinen Job so gut wie möglich zu machen. Mehr kann ich nicht tun." Auf den am Ende bei Toyota kläglich gescheiterten deutschen Kollegen wird Glock nicht so gern angesprochen. Für ihn persönlich habe sich nichts geändert, nur weil er den Platz von "Schumi II" eingenommen habe, meint der Hesse.
Mit viel Erfahrung in die Formel 1
Glock muss sich nicht verstecken, dazu hat er in seiner noch jungen Karriere schon zu viel erlebt. Vier Formel-1-Rennen ist er 2004 für Jordan gefahren, in seinem ersten Grand Prix in Montréal holte er als Siebenter auf Anhieb zwei WM-Punkte. Dann ging er nach Amerika, versuchte in der ChampCar-Serie sein Glück und kehrte schließlich als Triumphator in der GP2-Serie zurück.
Dennoch habe er im vergangenen Jahr auch oft gezweifelt, ob er es jemals wieder in die Formel 1 schaffe, meint Glock, der neben den GP2-Einsätzen auch Testfahrer für das BMW Sauber F1 Team war: "Aber wir haben es hinbekommen, daher denke ich nicht mehr so viel darüber nach."
Sein Vertrag bei Toyota soll drei Jahre laufen. Sein Gehalt ist abhängig vom Erfolg, mindestens aber soll der gelernte Gerüstbauer 1,3 Millionen Euro verdienen. Damit ist er im Vergleich zu Ralf Schumacher ein Schnäppchen, denn der kassierte bei Toyota 14 Millionen Euro pro Saison.
Sein Traumziel sei es natürlich, irgendwann in der Formel 1 mal um die WM mitzufahren. Doch bis das soweit ist, reichen ihm kleinere Schlagzeilen: "Timo Glock ist der richtige Mann für Toyota. Das wäre ganz gut und würde mich freuen", antwortet der 25-Jährige auf die Frage nach seiner Lieblingsüberschrift für diese Saison.












