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F1 in Schools: Weltmeisterliches Schulkonzept
 
von Dieter Rencken und Stefan Ziegler 24. März 2008 - 15:23 Uhr
 
Einen spannenden Wissenschaftscocktail und jede Menge Action bietet der Wettbewerb "F1 in Schools" jungen Schülern
 
Ross Brawn (Teamchef)
Lernen vom Meister: Ross Brawn ist Pate von "F1 in Schools"
Zoom ©
(Motorsport-Total.com) - In Malaysia haben in letzter Zeit nicht nur die Formel-1-Boliden ihre Runden gedreht, auch ihre Miniaturpendants trugen ein Rennen in Kuala Lumpur aus. Zur Weltmeisterschaft des Projekts "F1 in Schools" trafen sich 26 Teams im Sunway Lagoon Resort Hotel und veranstalteten dort ihre diesjährigen Titelkämpfe. Und ebenso wie beim richtigen Grand-Prix-Zirkus, so stecken auch in den Miniracern viele Stunden harter Arbeit.

Angefangen hat alles im Jahr 1999, als das Programm "F1 in Schools" ins Leben gerufen und an englischen Schulen vorgestellt wurde. Ziel des Projekts war und ist es, Jugendliche für Technik zu begeistern und den Stellenwert von wissenschaftlichen Fächern anzuheben. Mathematik und Physik werden so mit Wissenschaft und Maschinenbau verknüpft und schaffen eine Plattform, die nicht zuletzt faszinieren soll.

 
"F1 in Schools" will für Technik begeistern

Die Begeisterung für die Initiative sowie für die entsprechenden Fächer wuchs und so konnte schon ein Jahr später der erste nationale Wettbewerb in Englang ausgeschrieben werden. Seither hat das Projekt gewaltig expandiert und ist mittlerweile auf fast allen Kontinenten vertreten. Weltweit sind etwa 20.000 Schulen daran beteiligt, in Deutschland sind derzeit 150 Lehranstalten mit dabei - Tendenz steigend.

Ähnlich wie in anderen Ländern, so steckt der deutsche Ableger der "F1 in Schools"-Kampagne noch in den Kinderschuhen. Erst seit drei Jahren fahren die Miniboliden in Deutschlands Klassenzimmern umher. 2007 folgte schließlich der erste Auftritt einer Equipe bei den Weltmeisterschaften, die in diesem Jahr in Fernost ausgetragen wurden. Für die ganz vorderen Plätze hat es beim zweiten Anlauf noch nicht gereicht, einen bleibenden Eindruck haben die deutschen Schüler aber hinterlassen.

"Für seinen zweiten Auftritt auf dieser Ebene hat sich das Team hervorragend geschlagen", lobte Rory Ross, Business Development Director des Projekts. "Sie haben sich gut präsentiert, ich war von ihrer Leistung sehr angetan." Die Startaufstellung für die mittlerweile vierte Weltmeisterschaft wurde von 25 weiteren Rennställen aus insgesamt 16 Ländern ergänzt.

 
Design und Entwicklung stehen am Anfang

Bevor allerdings die Titelkämpfe beginnen konnten, musste viel Entwicklungsarbeit geleistet werden. Die Regeln sehen vor, dass jedes Team ein 55 Gramm schweres und 30 Zentimeter langes Auto entwirft, es mit einer speziellen Computersoftware bearbeitet und im virtuellen Windkanal verfeinert. Angetrieben wird der Minirenner von einem CO2-Zylinder, der das Auto auf der 20 Meter langen Rennstrecke ordentlich befeuert.

Ist der Rennwagen rennbereit und sind die ersten Testläufe absolviert, treffen sich die Teams in verschiedenen Regionalgruppen und ermitteln ihre Kandidaten für das Landesfinale. Das schnellste Auto im Land löst zugleich die Fahrkarte für die Weltmeisterschaft, was in diesem Jahr 26 Teams gelungen ist. Traditionelle Motorsportnationen wie England und Frankreich sind dabei vertreten, aber auch Newcomer wie Thailand und Saudi Arabien.

 
Englisches Team holt sich den Titel

Am 18. März war es schließlich soweit: Showtime! Drei Tage lang sausten die Miniflitzer über die Rennstrecke, Zeiten wurden gemessen, letzte Justierungen vorgenommen. Und am Ende hatte das englische Team aus Plymouth knapp die Nase vorn. Viele Preise wurden ausgeschüttet und die Jungingenieure hatten ganz nebenbei auch noch die Gelegenheiten, neue Freundschaften zu schließen.

Auch das ist Teil des Gesamtprojekts, denn es gingen neben den Ländersiegern auch noch vier "Collaboration"-Teams an den Start. Deren Mitglieder trafen sich in Malaysia erstmals - zuvor wurde ausgiebig und ausschließlich via Internet kommuniziert und gearbeitet. Ihren Segen hat die Kampagne im Übrigen von höchster Stelle bekommen, denn kein anderer als Bernie Ecclestone schaffte die nötigen Rahmenbedingungen und stiftete die Siegertrophäen.

Ebenfalls viel Formel-1-Prominenz enthält die Liste der Paten, die sich "F1 in Schools" verbunden fühlen. So konnten unter anderem mit Ross Brawn und Adrian Newey zwei wahre Technik-Gurus gewonnen werden, die sich im Rennsport einen großen Namen gemacht haben. Und wer weiß, vielleicht bastelt der nächste Colin Chapman ja schon an einem kleinen Auto, das in knapp einer Sekunde über eine 20-Meter-Bahn saust...

 
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