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Eine Bahrain-Runde mit Alexander Wurz

29. März 2008 - 11:34 Uhr

Honda-Testpilot Alexander Wurz stellt die Bahrain-Strecke vor: "Bremsen und Traktion sind extrem wichtig"

Wüste
Der Bahrain-Kurs führt durch die sandige Dünenlandschaft
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nach dem Saisonauftakt in Melbourne mit dem selten befahrenen Kurs im Albert Park und der recht schnellen Piste in Malaysia kommt nun auf die Formel 1 erneut eine neue Streckenvariante zu. Der Grand-Prix-Kurs in Bahrain liegt mitten in der Wüste, weshalb Sand auf der Strecke die Fahrt zur Rutschpartie werden lassen kann. Außerdem handelt es sich um einen eher langsamen Kurs mit vielen engen Ecken.

"Es ist oft nachmittags sehr windig dort und deswegen kommt immer wieder der Sand auf die Piste", erklärte Honda-Testpilot Alexander Wurz. Probleme könne dies bereits im Qualifying mit sich bringen, so der Österreicher: "Das hat zur Konsequenz, dass in der Qualifikation alle mit ihrer schnellen Runde bis ganz zuletzt warten, um eine möglichst saubere Strecke vorzufinden. Da gibt es dann meist zum Schluss sehr viel Verkehr."

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Nadelöhr erste Kurve

"Der Bahrain-Kurs ist eine von den langsamen Strecken, die Hermann Tilke gebaut hat. Sie macht aber trotzdem Spaß. Aus technischer Sicht sind dort die Bremsen und die Traktion extrem wichtig. In die erste Kurve muss man ganz kräftig hineinbremsen, denn man kommt dort mit über 300 Km/h im siebten Gang an und muss dann herunterschalten bis in den ersten Gang. Dort ist eine der besten Überholmöglichkeiten des gesamten Kurses."

Wüste
Die Grand-Prix-Strecke in Manama ist 5,412 Kilometer lang
© xpb.cc

"Die zweite Kurve ist ein Linksknick, wo es ohne Traktionskontrolle etwas kompliziert wird, weil es dort recht rutschig ist. An der Stelle wird man plötzliches Übersteuern erleben können. Die dritte Kurve geht voll und mündet in Turn vier, eine Rechtskurve, die wir im dritten Gang durchfahren. Die Kurve fällt etwas ab und dadurch wird es ohne Traktionskontrolle etwas problematisch."

"Dann geht es in einen sehr interessanten Teil der Strecke, die schnelle Rechts-Links-Schikane. Die Ecke macht Spaß, kann aber recht frustrierend sein, wenn du dein Auto nicht passend weich abgestimmt hast. Gleichzeitig brauchst du in der Schikane ein steifes Auto, dass den schnellen Richtungswechsel gut mitmacht."

Qualm in der Haarnadel

"Anschließend geht es in eine Haarnadel, wo sich im Laufe des Wochenendes viel Grip aufbaut. Der Kurvenausgang geht bergauf in eine lang gezogene Linkskurve, die in einen engen Linksknick mündet. Da blockieren fast alle ihre Räder leicht, weil die Kurve etwas Neigung hat und auch noch auf einer Kuppe liegt. Da wird dann immer das kurveninnere Vorderrad entlastet. Am Ausgang zählt die Traktion sehr viel, weil danach die Gegengerade folgt, wo man zunächst bis in den sechsten Gang hoch beschleunigt, um dann für die folgende Linkskurve wieder in den Dritten zurück zu gehen. Ich würde mein Auto aerodynamisch speziell für diese Kurve abstimmen."

Wüste
Blockierende Räder sind auf der Bahrain-Strecke an der Tagesordnung
© xpb.cc

"Nach dieser wichtigen Kurve geht es in einem leichten Bogen den Berg rauf in eine Vollgas-Rechtskurve. Das vordere linke Rad ist lange Zeit voll belastet und wenn du in die nächste Rechtskurve kommst, ist manchmal Überholen möglich, wenn dein Vordermann die Reifen zu sehr strapaziert hat. Eine sehr lange Gerade führt danach zur letzten Kurve, wo man sich leicht verbremsen kann. Dort kannst du mehr Zeit verlieren als gewinnen. Vor allem musst du dort sauber herauskommen, weil danach die lange Start-Ziel-Gerade kommt."

Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt in Bahrain bei normalen Streckenverhältnissen bei rund 210 Km/h. An der schnellsten Stelle am Ende der Start-Ziel-Geraden wird ein Topspeed von rund 314 Km/h erwartet. Der Kurs in der Wüste sei bei Fahrern recht beliebt, fügte Wurz an. Vor allem, weil man sich in Bahrain auch einmal außerhalb des Paddocks treffen könne: "Es gibt in der Nähe der Strecke einen kleinen belebten Ort, wo es ganz nette Restaurants und Lokale gibt."

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