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Ecclestone hält zu Mosley
 
von Stefan Ziegler 31. März 2008 - 10:09 Uhr
 
FIA-Präsident Max Mosley steht massiv in der Kritik, nachdem eine britische Boulevardzeitung über eine ausgefallene Sexorgie berichtet hatte
 
Max Mosley (FIA-Präsident)
Bekommt Rückendeckung von Bernie Ecclestone: FIA-Präsident Max Mosley
 © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - Das britische Blatt "News of the World" - mit eher zweifelhaftem Ruf - hat FIA-Präsident Max Mosley schwer in Verruf gebracht. Dem obersten Chef des Automobilweltverbandes wird vorgeworfen, in Nazioutfit an einer Sexorgie mit einigen Prostituierten teilgenommen zu haben. Ein entsprechendes "Beweisvideo" wurde bei 'YouTube' im Internet veröffentlicht, wo Mosley zu sehen sein soll.

"Das ist eine Sache zwischen Herrn Mosley und der betreffenden Zeitung", ließ ein FIA-Sprecher gegenüber 'Reuters' verlauten. "Im Moment beschäftigen sich die Anwälte von Herrn Mosley mit dieser Angelegenheit, die FIA möchte zu diesem Thema keine Stellungnahme abgeben." Während sich der Motorsportverband also mit vorschnellen Verurteilungen und Kommentaren zurückhält, ist die Resonanz auf die Veröffentlichung von 'NotW' groß.



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In der 'Times' verurteilte Karen Pollock, Vorsitzende des Holocaust Educational Trust, die Vorkommnisse scharf: "Ich bin sehr geschockt. Das ist einfach nur krankhaft und verdorben." Als Direktor des Holocaust Center schaltete sich auch Stephen Smith in die Diskussion ein und stellte in den Raum, Mosley solle sich vom Sport zurückziehen: "Mosley hat Rassismus im Motorsport schwer verurteilt und sollte nun den eigenen Standards gerecht werden."

Die britische Rennfahrerlegende Stirling Moss sieht das künftige Engagement von Mosley zumindest gefährdet: "Ich sehe keine Möglichkeit für ihn, dass er weitermachen kann. Um ehrlich zu sein, hoffe ich für ihn, dass er dabeibleibt, denn er macht seine Arbeit schon sehr gut. Was hinter geschlossenen Türen passiert ist sicherlich seine Sache, aber wenn das dann auf diese Weise an die Öffentlichkeit gelangt - das ist ein großer Schock."

Hart ins Gericht mit dem amtierenden FIA-Präsidenten ging auch Ex-Formel-1-Pilot Martin Brundle: "Das ist sicherlich kein angemessenes Verhalten für den Vorsitzenden einer globalen Institution wie der FIA." Basis dieser Äußerungen sind freilich einzig die Veröffentlichungen eines britischen Boulevardblattes, das zumindest fragwürdigen Charakter besitzt. Dementsprechend dürften die Aussagen der Zeitung mit Vorsicht genossen werden.

Mit Bernie Ecclestone, einem langjährigen Weggefährten von Mosley, stärkte wenigstens ein Prominenter aus der Welt des Motorsports dem Beschuldigten den Rücken: "Ich kenne ihn nun schon eine sehr lange Zeit", erklärte Ecclestone, "und ohne die Indizien könnte ich das wirklich kaum glauben. Angenommen, es stimmt alles - dann liegt es an den Betreffenden selbst, was sie privat unternehmen."

"Ganz ehrlich, ich glaube nicht, dass es den Sport in irgendeiner Weise belastet", fuhr der Formel-1-Chef fort. "Wenn man Max kennt, dann könnte das alles auch ein schlechter Witz sein." Für Aufregung sorgte die Meldung allemal, schließlich warb Mosley in seiner Eigenschaft als FIA-Präsident unlängst für die neu ins Leben gerufene Antirassismus-Kampagne im Motorsport. Erstaunlich ist nur, dass Mosley sofort im Kreuzfeuer der Kritik steht, obwohl die Angelegenheit noch nicht einmal näher beleuchtet wurde.

 
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