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Domenicalis Ziel: Einfach einen guten Job machen

11. März 2008 - 12:36 Uhr

Stefano Domenicali geht in seine erste Saison als Ferrari-Teamchef: Jean Todt als wichtiger Ratgeber und ein starkes Team im Rücken

Stefano Domenicali
Stefano Domenicali geht in seine erste Saison als Ferrari-Teamchef
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Für Stefano Domenicali beginnt am Wochenende in Melbourne eine ganz besondere Saison: Es ist seine erste Saison als Teamchef von Ferrari. Dabei tritt Domenicali in große Fußstapfen - in die seines Vorgängers Jean Todt, der seit 1993 die Geschicke der Scuderia leitete. "Daran besteht kein Zweifel und es wird schwierig", erklärte Domenicali. "Ich kann mir vorstellen, dass es für meine Bosse eine schwere Entscheidung war. Ich weiß das zu schätzen und jetzt ist es an mir, zu beweisen, dass die Leute, die mir diese Verantwortung übertragen haben, die richtige Entscheidung getroffen haben."

Er müsse aber auch seinen eigenen Leuten zeigen, dass er die richtige Person für diese Rolle sei, fuhr Domenicali fort: "Ich werde so gut wie möglich damit umgehen und versuche, mit dem Druck zurechtzukommen und den Jungs das bestmögliche Arbeitsumfeld zu bieten. Als ich ein kleiner Junge war und mir die Rennen in Imola angeschaut habe, hätte ich mir nie träumen lassen, dass ich eines Tages der Chef des Ferrari-Formel-1-Teams sein würde! Aber ich bin derselbe Typ wie bisher und das wird sich nicht ändern."

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Todt als Ratgeber

"Ich wäre nicht so arrogant zu sagen, dass ich auf niemanden höre. Vor allem nicht auf Jean Todt, der so viel Erfahrung hat."
Stefano Domenicali

"Mein Ziel ist einfach, einen guten Job zu machen. Darauf konzentriere ich mich", sagte Domenicali weiter. Und dabei sieht er in Ferrari-CEO Todt einen wichtigen Ratgeber. "Ich möchte Ergebnisse vorweisen können. Ich habe viel Verantwortung, denn mein Chef - und Jean Todt ist immer noch mein Chef - hat so viel erreicht, dass es für mich nicht einfach wird. Natürlich werde ich ihn um Rat fragen. Ich wäre nicht so arrogant zu sagen, dass ich auf niemanden höre. Vor allem nicht auf Jean Todt, der so viel Erfahrung hat. Ich werde sehr viele Dinge mit ihm besprechen und scheue mich auch nicht, ihn um Rat zu fragen, wenn ich denke, dass es nötig ist. Das ist eine Stärke des Teams und keine Schwäche."

Domenicalis bisheriger Posten als Sportdirektor wurde nicht mehr neu besetzt. Die neue Teamstruktur ist nun aufgebaut um Aldo Costa, Gilles Simon, Mario Almondo, Luca Baldisseri und Nik Tombasis. "Am Rennwochenende habe ich nun eine neue Rolle, denn ich habe das letzte Wort, wenn es um schwere und wichtige Entscheidungen geht", erklärte Domenicali. "Um die sportlichen Belange kümmert sich nun Luca Baldisseri. Ich stehe natürlich parat, falls meine Erfahrung gefragt ist."

Wichtig ist das Team

Bisher habe er seine neue Rolle als große Herausforderung empfunden, so Domenicali: "Ich spüre die Verantwortung und bin mir bewusst, dass es etwas ganz Besonderes ist, der Teamchef der Scuderia Ferrari zu sein." Aber er werde seine neue Aufgabe genauso angehen wie seinen bisherigen Job: "Mit viel Hingabe und viel Aufmerksamkeit für Kleinigkeiten und für die Menschen."

"Wir sind keine Stars und wir brauchen auch keine Stars."
Stefano Domenicali

Er kenne seine Mitarbeiter sehr gut und wisse, dass er voll auf sie zählen könne: "Das Wichtigste ist, dass wir ein Team sind. Wir sind keine Stars und wir brauchen auch keine Stars. Ich muss sicherstellen, dass die richtigen Leute die richtigen Positionen besetzen und dass sie auf bestmögliche Art und Weise arbeiten können."

Fahrer sind gleichberechtigt

Keine Stars - das gilt auch für die Fahrerpaarung. Die Tatsache, dass Kimi Räikkönen nun amtierender Weltmeister sei, ändere nichts daran, wie das Team mit ihm und Felipe Massa arbeite. "Unsere Fahrer sind wirklich großartig und wir sind mit beiden sehr zufrieden. Beide sind sehr professionell, wenn auch vom Charakter her sehr unterschiedlich. Aber wir haben unsere eigenen Regeln und die sind klar: Sie starten mit den gleichen Möglichkeiten, auf der Strecke wird dann entschieden, wer der Schnellere ist."

"Wir haben großen Respekt vor allen unseren Gegnern, aber wir wissen, dass wir dieses Jahr gut sein können."
Stefano Domenicali

Was die Prognosen für die neue Saison angeht, gibt sich Domenicali ebenso zurückhaltend, wie das schon in der Vergangenheit bei Ferrari der Fall war. "Wir müssen wie immer sehr vorsichtig sein, wenn wir die Daten aus dem Winter analysieren", sagte der neue Teamchef. "Unser Auto scheint jedoch gut zu sein, aber wir müssen genau sehen, wo genau die anderen Teams in Sachen Performance und Zuverlässigkeit stehen. Ich bin mir sicher, dass es in diesem Jahr besonders auf die Zuverlässigkeit ankommt, vor allem in der ersten Saisonhälfte. Deshalb möchte ich vorsichtig sein und noch nicht allzu viel sagen, bevor wir sehen können, was los ist. Wir haben großen Respekt vor allen unseren Gegnern, aber wir wissen, dass wir dieses Jahr gut sein können."

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