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Briatore: Hamilton war kein Team-Player

11. März 2008 - 12:23 Uhr

Flavio Briatore ist der Ansicht, dass McLaren die Titel im Vorjahr nur wegen Lewis Hamilton und mangels dessen Teamplay verloren hat

Fernando Alonso; Flavio Briatore (Teamchef)
Wieder vereint: Flavio Briatore und Fernando Alonso
© Renault

(Motorsport-Total.com) - Der alte und neue Teamchef von Doppelweltmeister Fernando Alonso hat seinen Lieblingsfahrer zurück im Team. Rückblickend auf das abgelaufene Jahr stichelt Briatore gegen McLaren und insbesondere gegen Lewis Hamilton, der sich 2007 nicht richtig verhalten habe. Der Italiener schiebt den Verlust der beiden Titel auf fehlendes Teamplay und unzureichende Weitsicht.

"Hamilton hatte eine hervorragende Möglichkeit, um zu lernen", erzählte Briatore dem 'Guardian'. "Wenn du ein Rookie bist, dann musst du so eine Gelegenheit am Schopfe packen. Er hatte die Chance, mit einem ganz außergewöhnlichen Teamkollegen zu fahren, nämlich mit Fernando. Hamilton ist sehr jung und hat gewiss ein Talent, aber diese Möglichkeit hat er sich durch die Lappen gehen lassen."

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"Als Neuling solltest du in erster Linie für das Team arbeiten", erläuterte der charismatische Renault-Teamchef. "Dein Team besteht aus 1000 Menschen, die alle zusammenarbeiten, um zwei Autos in die Startaufstellung zu bekommen. Man sollte diese Leute respektieren und nicht nur das eigene Ego. Das ist etwas, was ein Fahrer lernen muss: Es geht nicht nur um ihn. Manchmal hört man Piloten von "ihrem Auto" reden, aber das ist nicht richtig. Das Auto gehört dem Team."

"Ich habe Mitleid mit den Angestellten von McLaren."
Flavio Briatore

"Ich habe Mitleid mit den Angestellten von McLaren - das war schrecklich. Es war so wichtig für McLaren, den Fahrertitel zu holen, aber sie haben die Gelegenheit verpasst. Wegen der Querelen im Innern stehen sie ohne Weltmeisterschaft da", ergänzte Briatore, wohl wissend, dass auch sein Lieblingspilot Alonso an den internen Streitigkeiten nicht ganz unbeteiligt war - aber, laut Briatore, nicht der Auslöser dafür gewesen sei.

"Hamilton wurde in dieses Team hineingeboren. Er ist seit zehn Jahren für McLaren gefahren, das ist also vollkommen normal. Nicht normal hingegen waren die Reaktionen der McLaren-Mitarbeiter, wenn Hamilton auf Pole-Position gefahren ist und alle wie verrückt rumgehüpft sind." Bei Alonso seien die Reaktionen im Vergleich eher spärlich ausgefallen. "Das ist schwierig für einen Fahrer", so Briatore weiter, "weil du dich immer zu 100 Prozent für das Team einsetzt. Und du kannst nur annehmen, dass jeder gleich behandelt wird."

Der Fehler bei McLaren habe nicht darin gelegen, den einen Fahrer mehr zu bevorzugen als den anderen - vielmehr hätte Alonso klar über Hamilton gestellt werden müssen. "Wenn du den Weltmeister in deinem Team haben willst und darum kämpft, ihn von Renault loszueisen, dann musst du ihn auch schützen, wenn er zu dir stößt. Lewis war fantastisch, aber auch Fernando war sehr konkurrenzfähig, nachdem er seinen Fahrstil dem für ihn neuen Wagen angepasst hatte."