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Briatore: Es ist zu früh, uns zu beurteilen
 
von David Pergler 25. März 2008 - 15:02 Uhr
 
Flavio Briatore betont, dass es zu früh sei, die Performance seiner Wagen zu bewerten - die Gerüchte um Fernando Alonso machen dem Italiener keine Angst
 
Flavio Briatore (Teamchef)
Flavio Briatore versichert, dass Renault noch nicht alles gezeigt hat
Zoom © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - Das Renault-Team steht aktuell in der WM-Tabelle auf Platz fünf. Gemessen am Vorjahr keine echte Verbesserung, wo man Platz vier erreichen konnte, wenn man von der Disqualifikation der schnelleren Silberpfeile absieht. Zudem ruht dieser fünfte Platz maßgeblich auf dem Fundament des absolut chaotischen Grand Prix von Australien, wo nur sieben Autos überhaupt die Zielflagge sahen.

Der Große Preis in Sepang offenbarte schon eher das Potenzial der französischen Werksmannschaft - ohne den Ausfall von Felipe Massa hätte es für Fernando Alonso in Fernost nicht einmal für Punkte gereicht. Renault ist mit Sicherheit in der Lage, noch ein paar zusätzliche Scheite ins Feuer zu legen, aber die Basis scheint zunächst noch schwächer zu sein, als im Vorjahr. Doch von all dem will Renault-Teamchef Flavio Briatore nichts wissen.



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Neue Teile sollen das französische Geschoss pünktlich zum Großen Preis von Spanien noch schneller machen und es sei laut Briatore zu früh, dieses Auto in seiner Performance her beurteilen zu können, das sei erst "um den Grand Prix der Türkei herum" möglich. Der erfolgsverwöhnte Italiener und Paradiesvogel der Boxengasse hört es nicht gern, wenn man seinen Wagen als "Mittelfeldauto" bezeichnet.

"Momentan haben wir einen sehr vielversprechenden Entwicklungslauf", betont Briatore auf 'formula1.com', dass man bei Renault alle Hebel umlegt, um sich wieder an die Spitze zu stemmen, schränkt aber die Erwartungen gleich ein: "Es wäre aber absolut unrealistisch, zu glauben, dass wir die fehlenden Sekunden auf McLaren und Ferrari innerhalb von Tagen wieder wettmachen können."

"Wir stehen am Anfang einer neuen Saison - warum sollten wir uns also auf Vergangenes konzentrieren? Und wenn wir etwas haben, was die Presse als 'Mittelfeldauto' bezeichnet, dann hatte Ferrari in Melbourne etwas, was man als 'gar kein Auto" bezeichnet', spottet der 57-Jährige. "Es gibt keinen Sinn, ein Auto nach nur zwei Rennen zu verurteilen. Natürlich, McLaren und Ferrari haben einen schnellen Wagen. Doch man sollte sich mal ansehen, was Ferrari in Australien passiert ist. Wir müssen einfach abwarten und sehen, was in den kommenden paar Rennen passiert."

Warum wehrt sich Briatore so gegen die Bezeichnung "Mittelfeldwagen"? Fürchtet er, dass sein Schützling Alonso seine offenen Gedanken von "begrenzter Geduld" aufgrund fehlender Konkurrenzfähigkeit verwirklichen und ihn ein zweites Mal, wohl Richtung Ferrari verlassen könnte? Nicht wohl ohne Zufall zog Briatore über Ferraris abenteuerliches Resultat beim Grand Prix von Melbourne vom Leder.

Da passt es, dass die Abwanderungsgerüchte des Spaniers bei Briatore auf taube Ohren stoßen: "Fernando ist ein großartiger Sportsmann, der immer sein Bestes gibt. Und Gerüchte kommentiere ich grundsätzlich nicht. Es ist Zeitverschwendung, sich mit hypothetischen Tagträumereien zu befassen." Doch Briatore sollte stets im Auge behalten, dass Alonso bei Renault bereits einmal die Koffer gepackt hat und auf dem Fahrermarkt nach wie vor die wohl heißeste Aktie sein dürfte. Und damals waren die Abwanderungsgründe weniger heiß als heute für den zweifachen Weltmeister Alonso, der nur am Siegen und nicht an Briatores Team interessiert ist.

 
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