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Walker verteidigt den Grand Prix in Melbourne
 
von Christian Nimmervoll 11. Februar 2008 - 13:39 Uhr
 
AGPC-Chef Ron Walker macht sich für seinen Grand Prix in Melbourne stark und fordert mehr finanzielles Entgegenkommen von der Politik
 
Ron Walker
AGPC-Chef Ron Walker setzt sich für den Grand Prix im Albert Park ein
Zoom © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - Bernie Ecclestone hat kürzlich mit seiner Drohung, Australien könnte den Grand Prix in Melbourne verlieren, den Verhandlungspoker um die Zukunft des Rennens im Albert Park eröffnet. Bis 2010 läuft der Vertrag zwischen dem Formel-1-Boss und der Australian Grand Prix Corporation (AGPC) noch, für danach muss ein neuer Deal verhandelt werden.

Ecclestone kann sich eine Vertragsverlängerung vorstellen, aber nur unter der Bedingung, dass ihm einer von zwei Wünschen erfüllt wird: Entweder stellen die Australier auf ein Nachtrennen um oder sie legen mehr Geld auf den Tisch. Doch eine Gebührenerhöhung wollen die Politiker der Provinz Victoria überhaupt nicht, weil der Grand Prix ohnehin schon nicht unumstritten ist, und ein Nachtrennen würde einmalig 28 Millionen Euro und pro Jahr noch einmal 4,5 Millionen Euro extra kosten.



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Walker kämpft um Steuergelder

Unterm Strich geht es also um das liebe Geld. Vereinfacht gesagt: Ecclestone will mehr, aber die Australier wollen nicht mehr bezahlen. Die Politik tut sich in der Öffentlichkeit schwer damit, weiterhin erklären zu müssen, warum man die defizitäre AGPC aus öffentlicher Hand mit zweistelligen Millionenbeträgen subventioniert, während AGPC-Chef Ron Walker versucht, positive Stimmung zu machen, um weiterhin Geld zu bekommen.

Dabei kann er auf schlagkräftige Argumente zurückgreifen: "Der Grand Prix wird von 350 Millionen Menschen in mehr als 132 Ländern gesehen. Kein anderes Rennen der Welt erreicht so hohe Einschaltziffern - und das ist eine gewaltige Werbung für Melbourne. 23.000 Menschen kommen jedes Jahr aus Amerika und Europa nach Melbourne, um das Rennen zu sehen. Alle Hotels sind voll", erklärte Walker in einem Radiointerview.

Der Australier gilt als enger Verbündeter von Ecclestone und kann daher gut nachvollziehen, dass sein alter Freund Victoria eine Pistole an die Schläfe hält. Ob Ecclestone tatsächlich abdrücken und den Grand Prix streichen würde, ist eine andere Frage, weil Melbourne im Grand-Prix-Zirkus äußerst beliebt ist und noch dazu Tradition als Saisonauftakt hat, aber andererseits hat der 77-Jährige am Beispiel Indianapolis schon gezeigt, wie skrupellos er sein kann.

 
Putin und Co. gegen die Australier

Walker hat dafür Verständnis: "Es ist Fakt, dass Präsident Putin in seiner Heimatstadt St. Petersburg ein Rennen wünscht - und die Russen würden dafür eine enorme Summe zahlen. Dann ist da der französische Premierminister, der mit Bernie verhandelt, den Grand Prix in Frankreich zu lassen, weil ihnen die Publicity für das Land so wichtig ist. Wir haben Korea, inzwischen unter Dach und Fach, und auch die Türkei und Bahrain."

Überlegungen, mit dem Australien-Grand-Prix nach Sydney zu übersiedeln oder eine permanente Rennstrecke außerhalb der Stadt zu errichten, seien nicht plausibel: "Wir wollen den Event im Albert Park, denn so wird die beeindruckende Silhouette von Melbourne gezeigt, wenn sie am schönsten ist, nämlich in den Sommermonaten. Darum geht es doch letztendlich", argumentierte der AGPC-Chef für den unter Umweltschützern umstrittenen Stadtkurs.

 
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