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Kolles: "Um uns war es nie schlecht bestellt"

13. Februar 2008 - 09:13 Uhr

Colin Kolles macht sich um das Force-India-Team keine Sorgen - Budget von gut 80 Millionen Euro - Rückendeckung für Mike Gascoyne

Colin Kolles
Colin Kolles ist seit Jahren eine der wenigen Konstanten im Ex-Jordan-Team
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Gerade mal zwei WM-Punkte hat das ehemalige Jordan-Team geholt, seit es Anfang 2005 unter der Leitung von Colin Kolles steht - die geschenkten elf Zähler von der Reifenfarce in Indianapolis einmal außen vor. Doch unter dem neuen Namen Force India soll alles besser werden, weil dank 50-Prozent-Teilhaber Vijay Mallya ein gesichertes Budget zur Verfügung steht.

2005 war Jordan unter Midland-Regie gestanden, 2006 wurde der Name auf MF1 Racing geändert, 2007 hieß die Truppe aus Silverstone Spyker. Die Sportwagenschmiede hatte aber finanzielle Probleme, so dass das Formel-1-Projekt früh eingestellt beziehungsweise ein Käufer gesucht werden musste. Aber: "Um das Team war es eigentlich nie schlecht bestellt", erklärte Kolles nun gegenüber 'Motorsport aktuell'. "Wir hatten nur das Problem, dass wir eine kranke Muttergesellschaft hatten."

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Jordan - Shnaider - Spyker - Mallya

"Wie Sie sehen können, lebe ich noch."
Colin Kolles

Der Deutsche mit rumänischen Wurzeln hat schon viele Eigentümer in Silverstone kommen und gehen gesehen: Erst übernahm er das Ruder für den russischen Milliardär Alexander Shnaider, dann kamen die Niederländer Victor Muller und Michiel Mol von Spyker und nun ist er Befehlsempfänger von Mallya und der Mol-Familie. Angeblich soll Kolles selbst auch Anteile halten, aber darüber spricht offiziell niemand. Fest steht, dass er eine der wenigen Konstanten im Team ist.

"Wie Sie sehen können, lebe ich noch", entgegnete er auf die Frage, wie er die Turbulenzen der vergangenen Jahre gemeistert habe. Aber: "Das war sicher nicht einfach. Das Wichtigste war, dass das Team überlebt hat. Für mich war schon am 29. Oktober 2006 klar, dass es so nicht weitergehen wird. Damals hatte ich genügend Informationen, um zu wissen, dass es schwierig werden würde, mit Spyker weiterzuarbeiten."

Anno 2008 ist alles anders: "Wir haben ein genehmigtes Budget. Das entspricht dem, was wir verlangt haben. Und es ist ungefähr um 30 Prozent höher als das, was wir letztes Jahr hatten", so Kolles. Im Geld schwimmen kann er freilich immer noch nicht, denn Mallya hat für das erste Formel-1-Jahr genau 120 Millionen US-Dollar bereitgestellt, das sind gut 80 Millionen Euro - eine Minisumme im Vergleich zu den Etats der Werksteams, die zum Teil bis zu 400 Millionen Euro ausgeben.

Gascoyne nicht unumstritten

"Ich denke nicht, dass da größere Reibereien herrschen."
Colin Kolles

Eines dieser Werksteams ist auch Toyota, von wo Mike Gascoyne zu Force India gekommen ist. Der Brite galt schon bei den Japanern intern als nicht unumstritten und soll nun auch in Silverstone einige Feinde haben. Davon will Kolles aber nichts wissen: "Ich denke nicht, dass da größere Reibereien herrschen", sagte er - und betonte: "Wir sind kein Wunschkonzert. Ich kann Ihnen sagen, dass Mike eine klare Linie hat. Ich mag Leute, die klare Linien haben."

Gascoyne sei wie er selbst, so Kolles, und obendrein sehr erfahren: "Mike hat diesem Ingenieursteam eine klare Richtung vorgegeben. Das hilft uns, Geld zu sparen - indem wir erst gar keine Sachen ausprobieren, die unnütz sind. Mike kann aufgrund seiner Erfahrung sagen, dass er gewisse Dinge - etwa beim Dämpfungssystem - nicht machen würde, weil die schon zu seiner Zeit bei Renault oder Toyota nichts gebracht haben", so der Force-India-Teamchef abschließend.

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