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Heidfeld: Endlich geht es los

28. Februar 2008 - 10:09 Uhr

BMW Sauber F1 Pilot Nick Heidfeld im Teaminterview über die Winterpause, Spaß ohne Traktionskontrolle, Nachtrennen und seine Vorfreude auf Melbourne

Nick Heidfeld
Nick Heidfeld war die Winterpause ohne Rennen fast zu lang
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Hast du die Winterpause genossen?"
Nick Heidfeld: "So lange war die Winterpause zum Glück nicht, wir haben schließlich regelmäßig getestet. Dazwischen habe ich intensives Fitnesstraining betrieben. Ich habe zu Hause ein kleines Studio, in dem ich spezielle Übungen zum Aufbau der Muskulatur in Nacken, Armen und Rumpf durchführen kann. Über Weihnachten und Neujahr habe ich Zeit mit meiner Familie verbracht, die ich natürlich sehr genossen habe."

Frage: "Wie schwierig ist es, sich nach der Winterpause für die Testfahrten vor der neuen Saison zu motivieren?"
Heidfeld: "Von mir aus hätte die Winterpause sogar kürzer sein können. Ich sitze sehr gerne im Auto und freue mich auf jede Gelegenheit. Insgesamt wäre es mir lieber, wenn wir weniger testen und dafür mehr Rennen fahren würden. Knapp fünf Monate ohne Rennen sind mir irgendwie zu lang."

Standortbestimmung ist schwierig

Frage: "Wie sieht dein Resümee nach Abschluss der Wintertestfahrten aus?" Heidfeld: "Selbst für uns Piloten war es schon lange nicht mehr so schwierig, sich eine Meinung über die wahren Kräfteverhältnisse in der Formel 1 zu bilden. Die Testergebnisse der großen Teams waren dazu einfach zu unterschiedlich. Wir selbst haben uns seit dem Roll-out in Valencia enorm gesteigert."

"Die Herausforderung für den Piloten ist größer, das gefällt mir."
Nick Heidfeld

Frage: "Wie wirken sich der Wegfall der Traktionskontrolle und der Motorschleppmomentregelung für dich aus?"
Heidfeld: "Alle Piloten waren richtig gespannt darauf, wie sich ein heutiger Formel 1 ohne Traktionskontrolle fährt. Inzwischen haben wir alle unseren Fahrstil entsprechend umgestellt, das ist schließlich Teil unseres Jobs. Beim Testen hatte ich einmal die Gelegenheit, im Regen zu fahren. Ich muss sagen, das hat ohne Traktionskontrolle richtig Spaß gemacht. Die Herausforderung für den Piloten ist größer, das gefällt mir."

Frage: "Womit kann dir dein Teamkollege auf die Nerven fallen?"
Heidfeld: "Wenn er schneller ist als ich. Logisch, oder?"

Ziel: Das Maximum herausholen

Frage: "Welche Ziele hast du dir persönlich für 2008 gesetzt?"
Heidfeld: "Ich möchte das Maximum aus mir und dem BMW Sauber F1.08 herausholen, so wenig Fehler wie möglich machen und mich ständig weiter entwickeln."

"Ich bin grundsätzlich ein Freund von allem Neuen."
Nick Heidfeld

Frage: "Das erste Nachtrennen der F1-Geschichte findet zwar erst im September in Singapur statt. Aber es kursieren schon Überlegungen, weitere Rennen bei Dunkelheit auszurichten. Wie gefällt dir diese Idee?"
Heidfeld: "Ich bin grundsätzlich ein Freund von allem Neuen. Ich bin also sehr gespannt, wie das Ganze in Singapur funktionieren wird, wie die Atmosphäre sein wird. Die Pläne sehen vor, durch künstliches Licht die Rennstrecke taghell auszuleuchten. Kein Vergleich also mit dem 24-Stunden-Rennen in Le Mans, wo ich früher schon einmal bei Dunkelheit gefahren bin."

Frage: "Deine Vorschau auf Melbourne..."
Heidfeld: "Das erste Rennen der Saison ist immer etwas Besonderes. Ich mag den Kurs von Melbourne, weil er einen ganz eigenen Charakter hat - ein Mittelding zwischen einem Stadtkurs und einer permanenten Rennstrecke. Weil hier nicht ständig Rennen stattfinden, ist vor allem in den ersten Trainingssitzungen das Grip-Niveau sehr niedrig. Ohne Traktionskontrolle und Motorschleppmomentregelung wird das sicher sehr anspruchsvoll. Außerdem hat uns in der Vergangenheit schon manchmal das Wetter überrascht. Für mich kommt hinzu, dass Australien mein Lieblingsreiseland ist. Ich werde vor dem Rennen dort ein paar Tage Urlaub machen. Kurz gesagt: Ich freue mich richtig darauf, dass es endlich losgeht."

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