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Brawn sieht sich nicht als Hondas Messias

19. Februar 2008 - 14:38 Uhr

Ross Brawn soll Honda binnen drei Jahren wieder an die Spitze führen, aber er selbst sieht sich nicht als Messias - Ressourcen wie bei Ferrari

Ross Brawn
Sieht sich nicht als Messias mit einem Heiligenschein: Teamchef Ross Brawn
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Als Teamchef soll Ross Brawn Honda wieder an die Spitze der Formel 1 führen, aber wie die ersten Wintertests gezeigt haben, wird das zumindest 2008 wahrlich keine leichte Aufgabe. Der RA108 scheint genau wie sein Vorgänger ein Flop zu sein, was auch ein wenig daran liegen könnte, dass sich der Neuzugang eigenen Angaben nach noch "kaum" in die Entwicklung einbringen konnte.

Hinzu kommt, dass Honda 2007 nicht nur viel zu langsam war, sondern auch lange Zeit im Dunkeln getappt ist, was die Hintergründe angeht: "Wir sind spät dran, weil die Fehleranalyse lange gedauert hat", erklärte Brawn gegenüber 'auto motor und sport' den Fehlstart in den bald schon wieder zu Ende gehenden Testwinter. "Deshalb zeigen wir das neue Auto auf Raten. Zu Beginn bringen wir eine Basisversion, von der man sich keine großartigen Rundenzeiten erwarten darf."

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Bis Melbourne kommt noch einiges

"Den großen Schritt erwarten wir erst kurz vor dem Saisonbeginn."
Ross Brawn

"Was Sie beim ersten Test in Valencia gesehen haben, war ein Sammelsurium aus gerade fertiggestellten Teilen. Ab dem zweiten Test kommen Schritt für Schritt neue Aerodynamikteile ans Auto. Das lässt dann schon eine bessere Einstufung zu", so der 53-Jährige. Erst in Melbourne dürfe man sein Team dann beurteilen, denn: "Die endgültige Ausbaustufe und den großen Schritt erwarten wir erst kurz vor dem Saisonbeginn."

Grundsätzlich weiß Brawn natürlich um die Wirkung seiner Präsenz, aber er "will nicht als der Messias auftreten und den Leuten technische Lösungen vorschreiben", stellte er klar. "Sie müssen jeden Schritt verstehen. Wenn du etwas am Auto änderst, und es wird schneller, du weißt aber nicht warum, dann wird das eine Eintagsfliege bleiben. Im letzten Jahr wurde blind in alle Richtungen geschossen, in der Hoffnung zu treffen."

Als Beispiel dafür nannte er drei verschiedene Hinterradaufhängungen, von denen keine einzige wie gewünscht funktionierte. Da ist der Nachfolger von Nick Fry aus seinen Ferrari-Jahren natürlich eine ganz andere Systematik gewöhnt, auch wenn er grundsätzlich bei seiner Aussage bleibt, dass Honda Ferrari in puncto Ressourcen um nichts nachsteht. Es gehe vielmehr darum, diese Ressourcen - vor allem auch jene in Japan - optimal auszuschöpfen.

Honda steht Ferrari um nichts nach

"Ferrari ist in einigen Bereichen besser aufgestellt, Honda in anderen."
Ross Brawn

"So verschieden sind die beiden Teams gar nicht", verglich Brawn Honda und Ferrari. "Ferrari ist in einigen Bereichen besser aufgestellt, Honda in anderen. In Maranello ist mehr Erfahrung vorhanden, da müssen wir nachlegen. Dafür hat Honda besser ausgerüstete Windkanäle. Wenn wir wollten, könnten wir vier Windkanäle nutzen. Das bessere Werkzeug bedeutet aber nicht gleichzeitig, dass etwas Besseres dabei rauskommt. Meine Aufgabe ist es, das sicherzustellen."

Von allen bisher präsentierten 2008er-Autos ist der Honda RA108 freilich der langsamste, was zwar wie immer bei Tests noch nichts heißen muss, aber doch schon mal soweit Rückschlüsse zulässt, dass es sich dabei nicht um einen Siegerwagen handelt. Große Hoffnungen setzt Brawn daher in das Jahr 2009, denn dann kommt ein neues Reglement - und dann können alle mit einem weißen Blatt Papier von vorne anfangen...

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