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Stepney hält sich für unschuldig

21. Januar 2008 - 11:09 Uhr

Nigel Stepney, die Schlüsselfigur der Spionageaffäre, stellt seine Sicht der Dinge dar: Er war nur auf Jobsuche, für den Skandal hätten dann andere gesorgt

Nigel Stepney
Nigel Stepney weist alle Verantwortung für die Vorgänge bei McLaren von sich
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Nigel Stepney, der entlassene Ferrari-Ingenieur und Auslöser der Spionageaffäre, hat sich zu Wort gemeldet, um seine Sicht der Dinge zu schildern. Denn: Er hält sich selbst für unschuldig an dem, was 2007 die Formel 1 erschütterte. In einem Interview mit dem britischen TV-Sender 'Sky Sports' beteuerte Stepney, er habe zwar den McLaren Chefdesigner Mike Coughlan kontaktiert. Seine Motivation dazu sei aber nicht gewesen, dem McLaren-Team irgendwelche Vorteile zu verschaffen. Vielmehr habe er sich nach einer leitenden Stellung in einem anderen Team als Ferrari und McLaren umgesehen und in diesem Zusammenhang Kontakt zu Coughlan aufgenommen.

Stepney betonte, er sei nicht verantwortlich für die Kette der Ereignisse, die daraufhin folgte und die in der Rekordstrafe von 100 Millionen US-Dollar für McLaren und dem Ausschluss aus der Konstrukteurswertung gipfelte. Dass die Situation eskaliert sei habe vielmehr an der politischen Situation bei McLaren gelegen und daran, dass viele Dinge völlig falsch interpretiert worden seien, so Stepney.

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Er selbst habe nie etwas Falsches getan, erklärte er. In Italien ermittelt die Justiz gegen ihn, weil er 780 Seiten technischer Informationen von Ferrari an McLaren weitergeleitet haben soll. "Es wurde sehr viel gesagt, aber es sind noch viele ungesagte Dinge unter der Oberfläche, die hätten erwähnt werden sollen", so Stepney. "Es wurde aus verschiedenen anderen Gründen hochgespielt. Manches wurde aus politischen Gründen gemacht und manches hätte vielleicht anders dargestellt werden sollen."

Nachdem Technikchef Ross Brawn Ferrari Ende 2006 verlassen hatte, hatte Ingenieur Stepney auf eine Beförderung gehofft. Doch die Scuderia setzte die neue Teamspitze aus anderen Leuten zusammen. So nahm Stepney Kontakt zu Coughlan auf. Im Sommer trafen sich die beiden mit Honda-Teamchef Nick Fry um ihre Chancen auf leitende Stellungen bei den Japanern auszuloten. Honda war damals auf der Suche nach verantwortlichen Technikern.

"Ich fühle mich in keinster Weise verantwortlich für das, was bei McLaren passiert ist", verteidigte sich Stepney. "Mein Plan war jemanden zu kontaktieren, aber nicht, jemandem zu einem Vorteil zu verhelfen. Ich wollte einfach sehen, was ich mit einer Gruppe von Leuten anderswo machen könnte. Die ganze Sache wurde dann allerdings etwas heikel und jemand hat Informationen mehr genutzt, als ich wollte oder mehr als es sein sollte. Sie hätten nie in diesem Ausmaß genutzt werden dürfen."

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