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Red Bull gegenüber Renault nicht im Nachteil

16. Januar 2008 - 15:09 Uhr

Renault-Motorenchef Rob White bestätigt, dass Red Bull die gleichen Motoren bekommt wie das Werksteam, und spricht über die Standardelektronik

Rob White
Rob White ist Leiter der Motorenabteilung von Renault in Viry-Châtillon
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Red Bull Racing holte im vergangenen Jahr 24 WM-Punkte, erreichte also nur etwa die Hälfte der Punkteausbeute des Renault-Werksteams. Dabei sind die beiden Rennställe mit den exakt gleichen V8-Motoren unterwegs, wie heute am Rande der Red-Bull-Racing-Präsentation in Jerez noch einmal unterstrichen wurde.

"Red Bull", erklärte Renault-Motorenchef Rob White, "bekommt von uns den gleichen Motor wie das Werksteam, der auch gleich eingesetzt wird und gleich funktioniert. Das ist die Grundlage dieser Partnerschaft, und die Umsetzung dieser Grundlage haben wir im Verlauf des vergangenen Jahres geschafft. Der Motor ist in beiden Autos gleich, es gibt nur minimale Unterschiede in puncto Installation, zum Beispiel die Verbindungselemente, mit denen der Motor im Chassis fixiert ist."

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Newey wollte mit Renault arbeiten

"Wir respektieren den Geist der ursprünglichen Vereinbarungen, was im Sinne beider Teams ist."
Rob White

Angestoßen hat den Deal zwischen Red Bull und Renault seinerzeit übrigens Stardesigner Adrian Newey, der an seine Williams-Renault-Zeit gute Erinnerungen hat und gerne mit den Franzosen zusammenarbeitet. Dass Red Bull mit Renault gleichberechtigt ist, ist das Tüpfelchen auf dem I. White: "Wir respektieren den Geist der ursprünglichen Vereinbarungen, was im Sinne beider Teams ist. So kann man auch effizienter arbeiten, weil es keine Unterschiede gibt."

Der Motor von 2007 konnte wegen der FIA-Homologierung ja kaum weiterentwickelt werden, lediglich der Treibstoff muss nun zu 5,75 Prozent aus Biobenzin bestehen. Renault hat daran gemeinsam mit Mineralölpartner Elf gearbeitet - und dabei ein neues Benzin entwickelt: "Der Unterschied ist klein, aber nicht null. Wir glauben, dass wir eine gute Lösung für 2008 gefunden haben", so White, der in diesem Zusammenhang auf die eng gestrickten Vorschriften verwies.

Die mit Abstand einschneidendste Änderung im Motorenbereich betrifft daher die neue elektronische Steuereinheit (ECU), die von der McLaren-Tochter MES und Microsoft für alle Teams entwickelt wurde: "Die MES-ECU ist anders. Sie sieht anders aus, kommt in einer anders geformten Box daher; die Kontrollsysteme für den Motor sind neu, ebenso wie alle Werkzeuge, die die Techniker verwenden müssen. Es ist ein ganz neues Umfeld", erklärte White.

Enormer Arbeitsaufwand für die Ingenieure

"Es ist schwer in Worte zu fassen, wie viele Simulationen man durchführen und wie hart man arbeiten muss."
Rob White

Und weiter: "Es gibt Bereiche, in denen die Funktionalität ähnlich, aber trotzdem anders ist, und es erfordert einen gigantischen Arbeitsaufwand, zu verstehen, wie die gleichen Ziele auf eine andere Art und Weise erreicht werden. Es ist schwer in Worte zu fassen, wie viele Simulationen man durchführen und wie hart man arbeiten muss, um das Maximum aus dem System herauszuholen", gab er zu Protokoll.

Einen Ungerechtigkeit gegenüber den Silberpfeilen sieht der Brite nur bedingt: "Klar ist, dass die Teams, deren Lösung weiter von der MES-Lösung entfernt war, mehr zu lernen haben, um für 2008 bereit zu sein. Diesen Lernprozess muss McLaren nicht durchmachen. Insofern haben sie eine einfachere Umstellung, die weniger Ressourcen verschlingt, das ist logisch. Sie werden die Kontrollsysteme anfangs besser verstehen als wir, aber nicht lange, denke ich."