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Force India setzt Liuzzi als Druckmittel ein

17. Januar 2008 - 17:11 Uhr

Damit die beiden Stammfahrer nicht einschlafen, setzt Technikchef Mike Gascoyne Testfahrer Vitantonio Liuzzi als Druckmittel ein

Mike Gascoyne
Mike Gascoyne macht Giancarlo Fisichella Feuer unter dem Hintern...
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Das ehemalige Spyker-Team Force India geht in dieser Formel-1-Saison mit einer stark verbesserten Fahrerpaarung an den Start, nämlich mit Routinier Giancarlo Fisichella und Youngster Adrian Sutil. Dritter Mann der indischen Truppe mit Sitz im britischen Silverstone ist Vitantonio Liuzzi, ein ehemaliger Kart-Weltmeister, der als ewiges Talent gilt.

Liuzzi hat damit einiges mit dem jungen Fisichella gemeinsam, der bis zu seinem Renault-Wechsel ebenfalls hoch gehandelt wurde, sich aber in unterlegenen Autos nie wirklich etablieren konnte. Nun soll Liuzzi, 26, seinem um neun Jahre älteren Teamkollegen einheizen - weil man sich bei Force India offenbar nicht hundertprozentig sicher ist, ob sich der dreifache Grand-Prix-Sieger dafür motivieren kann, in einem Hinterbänklerauto von seinen früheren Gegnern überrundet zu werden.

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Leistungsdruck durch den dritten Mann

"Sie müssen Leistung zeigen, ansonsten ist da jemand, der sie jederzeit ersetzen kann."
Mike Gascoyne

Aber Technikchef Mike Gascoyne glaubt, dass sich dieses Problem von selbst lösen wird: "Wenn sie Motivation brauchen", sagte er in Bezug auf Fisichella und Sutil in einem 'Reuters'-Interview, "müssen sie nur schauen, wer unser Testfahrer ist. Sie müssen Leistung zeigen, ansonsten ist da jemand, der sie jederzeit ersetzen kann. Tonio ist schnell, er hat Erfahrung und er will unbedingt Rennfahrer sein."

"Die Botschaft an 'Fisi', an beide Rennfahrer, ist ziemlich eindeutig: Wenn sie auch 2009 fahren wollen, dann müssen sie Leistung zeigen. Wenn nicht, dann haben wir jemanden, der 2009 im Auto sitzt", so Gascoyne. Diese Aussage erfüllt zweierlei: Einerseits verhindert sie, dass Liuzzi seine Motivation verliert, weil ihm eine Perspektive geboten wird, und andererseits zeigt sie Fisichella, dass er nicht eine ruhige Kugel schieben und ein bisschen Kleingeld für die Rentenkasse abholen kann.

Gascoyne traut Fisichella viel zu

"Er ist halt jemand, den man bei Laune halten muss."
Mike Gascoyne

Generell glaubt Gascoyne aber an eine Wiederauferstehung des italienischen Routiniers: "'Fisi' war immer ein sehr sanfter Fahrer, daher glaube ich, dass ihm das Verbot der Traktionskontrolle helfen wird. Er ist halt jemand, den man bei Laune halten muss. Nach den zwei Tests für uns muss ich aber sagen, dass er einen sehr hungrigen Eindruck macht. Er war vom Auto angenehm überrascht und hat uns exzellentes Feedback geliefert."

Die Fahrerpaarung Fisichella/Sutil sei "eine starke Absichtserklärung", weil es sich das Team erstmals seit Jordan-Zeiten wieder leisten konnte, keinen klassischen Paydriver einzusetzen, der ein eigenes Sponsorenbudget mitbringt - und das wird sich rechnen: "Wenn wir 'Fisi' im Qualifying auf Platz elf bis 16 bringen, dann wird er Punkte nach Hause holen. Das muss das Ziel für kommende Saison sein", meinte Gascoyne selbstbewusst.