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Ereignisreicher Testabschluss in Jerez

16. Januar 2008 - 18:08 Uhr

Am dritten und letzten Tag in Jerez war viel los: Red-Bull-Launch, zwei Ausritte von Lewis Hamilton und eine deutsche Bestzeit durch Timo Glock

Timo Glock
Timo Glock erzielte mit dem neuen Toyota TF108 überraschend Bestzeit
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Im südspanischen Jerez de la Frontera ging heute der dritte und letzte Formel-1-Testtag dieser Woche über die Bühne. Dabei herrschten über weite Strecken triste Bedingungen, erst am Nachmittag trocknete die 4,428 Kilometer lange Strecke langsam ab. Dennoch - oder gerade deswegen - war es eine sehr ereignisreiche Session.

Los ging es am frühen Morgen mit der äußerst bescheidenen Präsentation des neuen Red-Bull-Renault RB4, der von David Coulthard den ersten Funktionstests unterzogen wurde. Das Auto war über Nacht zusammengeschraubt worden, so dass den Ingenieuren der Atem stockte, als es gleich mal Rauchentwicklung gab, aber abgesehen von einer anfangs fehlerhaften Gasannahme war dann doch alles okay.

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Nicht mehr als ein Funktionstest

David Coulthard
David Coulthard beim Rollout mit dem erst heute präsentierten RB4
© xpb.cc

Natürlich dürfen die Zeiten bei einem Rollout nicht überbewertet werden, wie Coulthard unterstrich, zumal das Wetter nicht viel mehr als ein paar Systemchecks zuließ. Das richtige Testprogramm soll nächste Woche in Valencia aufgenommen werden. Immerhin absolvierte der 36-Jährige aber 54 Runden, also knapp 240 Kilometer, und er landete mit 2,782 Sekunden Rückstand auf dem zwölften Platz unter 14 Teilnehmern.

Bestzeit fuhr bei abtrocknenden Bedingungen etwas überraschend GP2-Champion Timo Glock mit dem neuen Toyota TF108. Der Deutsche landete zwar einmal neben der Strecke und verursachte eine der vielen roten Flaggen, doch seine Zeit von 1:19.799 Minuten spülte ihn an die Spitze des Klassements. Außerdem war er nach seinen stattlichen 96 Runden der einzige Pilot, der unter 1:20 Minuten gestoppt wurde.

Hamilton zweimal im Kiesbett

Lewis Hamilton
Lewis Hamilton rutschte bei schwierigen Bedingungen zweimal neben die Strecke
© xpb.cc

Hinter Glock landete Lewis Hamilton (McLaren-Mercedes/+ 0,300/73 Runden) auf Rang zwei. Für den Briten lief es aber nicht ganz nach Wunsch, denn nachdem er schon am Vormittag einmal im Kiesbett gestrandet war, musste er nachmittags erneut vom LKW zurück an die Box gebracht werden. Dennoch ließ er seinen ehemaligen Teamkollegen Fernando Alonso (3./Renault/+ 0,564/49 Runden) hinter sich.

Sébastien Bourdais (Toro-Rosso-Ferrari/+ 0,608/51 Runden) wurde Vierter, nachdem er zwischenzeitlich sogar den ersten Platz gehalten hatte, und nistete sich damit noch vor Felipe Massa (+ 0,701/85 Runden) und Heikki Kovalainen (+ 0,736/79 Runden) in den Neuwagen von Ferrari beziehungsweise McLaren-Mercedes ein. Toyota-Testfahrer Kamui Kobayashi (+ 0,778/53 Runden) landete im 2007er-TF107 direkt dahinter.

Weltmeister Kimi Räikkönen (8./Ferrari/+ 0,847/88 Runden) ging angesichts der Bedingungen nicht ans Limit, zeigte sich aber mit den erzielten Fortschritten zufrieden. Kazuki Nakajima (Williams-Toyota/+ 0,959/57 Runden) und Adrian Sutil (Force-India-Ferrari/+ 1,906/71 Runden) komplettierten die Top 10. Der Deutsche arbeitete an der Standardelektronik und am Setup, evaluierte außerdem einen modifizierten Benzintank.

Hülkenberg verursachte drei rote Flaggen

Nico Hülkenberg
Gleich dreimal verursachte Nico Hülkenberg einen Abbruch der Session
© xpb.cc

Mark Webber (11./+ 2,476/53 Runden) war im alten Red-Bull-Renault etwas schneller als Coulthard im neuen Modell. Abgerundet wurde das Klassement von zwei Deutschen: Nico Hülkenberg (13./Williams-Toyota/+ 4,224/65 Runden) verursachte drei Abbrüche und war damit der fleißigste "Rot-Sünder" der Session, während Landsmann Sebastian Vettel (Toro-Rosso-Ferrari/+ 5,074/50 Runden) Letzter wurde.

Der heimliche Pechvogel des Tages war aber Anthony Davidson, denn wie schon James Rossiter gestern konnte er seinen Super-Aguri-Honda gar nicht erst in Betrieb nehmen. Zur Behebung der Kühlprobleme wären nämlich neue Ersatzteile aus der Fabrik nötig gewesen, die nicht rechtzeitig in Jerez ankamen. Die Testwoche ist damit beendet - morgen wird nur noch World-Series-Champion Alvaro Parente seinen Preis in Form einer Renault-Fahrt abholen...

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