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Das Leben war gut zu "Emmo"...

19. Januar 2008 - 22:37 Uhr

Emerson Fittipaldi hat im Motorsport alles erreicht, was er erreichen wollte: "Ich habe jede Sekunde meiner Rennfahrerkarriere genossen"

Emerson Fittipaldi
Long Beach, 1977: Emerson Fittipaldi war damals Chef seines eigenen Teams

(Motorsport-Total.com) - Als Fernando Alonso 2005 erstmals Weltmeister wurde, dürfte sich die Freude bei Emerson Fittipaldi in Grenzen gehalten haben: Der Brasilianer war bei seinem ersten Titelgewinn im Jahr 1972 erst 25 Jahre, acht Monate und 29 Tage alt und durfte sich damit für mehr als drei Jahrzehnte als jüngster Champion aller Zeiten ausgeben.

1974 legte Fittipaldi einen zweiten WM-Titel nach, ehe seine Formel-1-Karriere versandete, weil er zu sehr an seinem eigenen Copersucar-Team klammerte, das nie wirklich erfolgreich wurde. Aber danach feierte er noch einige schöne Triumphe in Nordamerika, wo er 1989 die IndyCar-Meisterschaft und gleich zweimal die 500 Meilen von Indianapolis gewann, ehe er sich nach einem Horrorcrash in Michigan 1996 vom aktiven Rennsport zurückzog.

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Erfolgreich in der A1GP-Serie

Heute ist der 61-Jährige Teamchef der brasilianischen A1GP-Mannschaft, die in der Meisterschaft nach acht von 20 Läufen an elfter Position liegt. Das Team Brasilien hat aber auch schon Geschichte geschrieben, als es 2005 in Brands Hatch mit Nelson Piquet Jr. das erste A1GP-Rennen überhaupt gewinnen konnte. Aber nicht nur deswegen ist Fittipaldi mit seinem Leben, wie es bisher verlaufen ist, voll im Reinen.

"Das Leben war gut zu mir", erklärte er am Rande der neuseeländischen A1GP-Veranstaltung in Taupo. "Es gibt keinen Erfolg, den ich besonders hervorheben möchte, sondern ich habe jede einzelne Sekunde meiner Rennfahrerkarriere genossen." Und die dauerte immerhin 36 Jahre lang, denn bereits als 14-Jähriger fuhr Fittipaldi seine ersten Motorradrennen, eher er auch auf vier Rädern auf den Geschmack kam.

Sein letztes Autorennen hat der heutige Zigarrenproduzent im August 2006 in Silverstone bestritten, als er den letzten Grand-Prix-Masters-Lauf für Legenden an achter Stelle beendete. Ein richtiges Comeback kommt für ihn inzwischen nicht mehr in Frage, aber wenn ab der Saison 2008/09 Ferrari das A1GP-Chassis herstellt, will er zumindest probeweise in eines der Autos steigen. Einen Ferrari durfte er während seiner Formel-1-Karriere nämlich nie fahren...

Liebeserklärung an den Motorsport

Und dass ihm das Fahren selbst immer noch das Allerliebste ist, daraus macht Fittipaldi keinen Hehl: "Ich bevorzuge immer noch das Cockpit. Das ist das beste Gefühl, das man überhaupt haben kann, wenn man ein Auto kontrolliert und schnell fährt. Das ist keine Frage des Alters", kam er ins Schwärmen. Anschließend kam ihm noch eine schöne Liebeserklärung über die Lippen: "Ich liebe den Motorsport - ich liebe diesen Sport!"

Emerson Fittipaldi
Emerson Fittipaldi im legendären Lotus-Ford 72D auf der Nordschleife

Sorgen um die Sicherheit muss er sich keine mehr machen, denn seit den 1970er-Jahren, als es in regelmäßigen Abständen tödliche Unfälle gegeben hat, ist der internationale Motorsport weit weniger gefährlich geworden. Darum macht er sich auch um seine Enkelkinder - fünf und zwölf Jahre alt - keine Sorgen: "Meine Tochter hat mich gefragt, ob das sicher ist. Ich habe ihr gesagt: 'Du musst keine Angst haben!'"

Gefahr kein Thema mehr

Es könne natürlich immer noch Unfälle mit verheerenden Folgen geben, denn das Restrisiko lässt sich eben nie komplett eliminieren, aber grundsätzlich macht sich Fittipaldi deswegen keine Gedanken mehr: "Ein Motorrad oder ein Auto auf einer normalen Straße zu fahren, ist gefährlicher", winkte er ab. Dass das Schicksal jederzeit zuschlagen kann, musste der 144-fache Grand-Prix-Teilnehmer 1997 am eigenen Leib erfahren, als er einen Hubschrauberabsturz überlebte.

Angst, dass etwas Schlimmes passieren könnte, hatte Fittipaldi im Cockpit übrigens nie - auch nicht in der wilden Zeit der Formel 1: "Ich habe mir schon Sorgen gemacht, abseits der Strecke. Es hätte jederzeit etwas sein können. Aber wenn ich im Cockpit saß, habe ich nie daran gedacht. Da denkst du einfach nicht daran", philosophierte er. Das wird bei der erwünschten Probefahrt im A1GP-Ferrari nicht anders sein...

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