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BMW Sauber F1 Team strebt nach dem ersten Sieg

14. Januar 2008 - 12:56 Uhr

In den Augen des Rennstalls ist die Aufbauphase nun abgeschlossen und es ist an der Zeit, in der Formel 1 nach dem ersten Sieg zu greifen

BMW Sauber F1.08
Gelingt mit dem BMW Sauber F1.08 der erste Sieg?
© BMW

(Motorsport-Total.com) - Die Aufbauphase ist beendet, die Motivation hoch und das Ziel ambitioniert: Das BMW Sauber F1 Team hat sich für seine dritte Saison in der Formel 1 den ersten Rennsieg vorgenommen. "Das ist ehrgeizig", gibt BMW Motorsport Direktor Mario Theissen zu, "dafür müssen wir uns in jedem Bereich weiter verbessern."

"Aber die vergangenen zwei Jahre stimmen uns zuversichtlich: Wir haben unsere Ziele jeweils erreicht, die eingeschlagene Richtung stimmt, alle Mitarbeiter in München und Hinwil sind fokussiert. Wenn wir diesen Weg konsequent weiter gehen, werden wir unsere Ziele auch 2008 erreichen."

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Das Team geht diese Herausforderung mit denselben Stammpiloten wie 2007 an - der Deutsche Nick Heidfeld (30) und Robert Kubica (23) aus Polen werden den neuen BMW Sauber F1.08 in den 18 Grands Prix zur Formel-1-Weltmeisterschaft 2008 steuern.

Heidfeld, der 2007 erneut die meisten Punkte für das Team und zwei Podestplätze geholt hat, sagt: "Es ist grundsätzlich schwierig, Erwartungen und Prognosen anzustellen. Aber ich hoffe, dass unser Plan aufgeht und wir 2008 das erste Rennen gewinnen. Ich erwarte von unserem Team, dass wir uns in allen Belangen steigern, speziell in der Standfestigkeit, und dass wir aus Fehlern lernen. Dieser Reifeprozess ist das A und O."

Kubica ergänzt: "Ich will in meiner zweiten kompletten Formel-1-Saison außerdem mehr Konstanz in meinen Ergebnissen. Im Vorjahr haben mich Ausfälle und der Unfall in Kanada mit dem folgenden Startverbot in den USA Punkte gekostet. 2008 müssen wir alle noch besser werden und jede sich bietende Chance hundertprozentig nutzen."

Theissen hält große Stücke auf die beiden Piloten: "In Nick und Robert haben wir ein starkes und sich ebenbürtiges Duo. Für unsere junge Mannschaft, die 2006 und 2007 parallel zur WM den strukturellen und personellen Aufbau weiter vorantreiben musste, ist auch der Faktor Konstanz ein Plus. Wir wissen, dass diese Beiden das Maximum aus dem herausholen, was wir ihnen zur Verfügung stellen. Der F1.07 war gut. Mit den gewachsenen Ressourcen sollte der F1.08 noch besser sein."

Der neue BMW Sauber F1.08

Für den Technischen Direktor Willy Rampf verdichtet sich die Philosophie des Rennwagens für die Saison 2008 zu dem Ausdruck "radikale Evolution". Denn die Ingenieure besaßen in dem Vorjahresfahrzeug eine gute Basis für den BMW Sauber F1.08. Sie mussten sich nicht damit aufhalten, Fehler zu korrigieren. Sie konnten Erkenntnisse aus der Saison 2007 nutzen und ihre Energie in darauf aufbauende Innovationen investieren.

Im Fokus der Entwicklung standen die Ziele hohe aerodynamische Effizienz bei gleichzeitig stabiler Aero-Balance - je weniger Abtrieb das Auto bei eingeschlagenen Rädern verliert, desto schneller ist es und desto mehr Vertrauen vermittelt es den Fahrern. Weitere Entwicklungsziele waren die Verbesserung von mechanischem Grip, um die Einheitsreifen bestmöglich zu nutzen, sowie die Gewichtsreduktion einiger Komponenten, um möglichst viel Ballast für eine optimierte Gewichtsverteilung einsetzen zu können.

Während das Aerodynamik-Reglement für 2008 gegenüber dem Vorjahr konstant blieb, haben zwei andere Regeländerungen massiven Einfluss: die Einführung der Standard-Elektronik (SECU) und die neue Laufzeit-Vorgabe für die Getriebe, die nun vier Grands Prix halten müssen. Mit der SECU entfällt unter anderem die Traktionskontrolle - dadurch steigt die Bedeutung von mechanischem Grip und sensiblem Gasfuß.

Besonders augenfällig ist der mächtige Frontflügel des F1.08. Die Fahrzeugnase indes ist ebenso schlanker geworden wie das Heck mit einer engeren Motorabdeckung, die zudem völlig neue Zusatzflügel trägt. Eine weitere, auf den ersten Blick erkennbare Neuerung sind die Felgenabdeckungen.

"Die Daten, die der F1.08 vor seinem Roll-out geliefert hat", sagt Rampf, "sind viel versprechend. Und die Entwicklung bis zum Saisonstart läuft weiter auf Hochtouren: Bereits für das erste Rennen in Melbourne am 16. März haben wir ein weiteres Aero-Paket auf Kiel gelegt, das auch das Aussehen des F1.08 noch einmal verändern wird."

Aufbauphase abgeschlossen

Das BMW Sauber F1 Team war in der Saison 2007 konstant dritte Kraft und wurde - nach dem Ausschluss von McLaren Mercedes - Zweiter in der Weltmeisterschaft der Konstrukteure. Die Debütsaison 2006 hatte die Mannschaft auf dem fünften WM-Rang abgeschlossen. In den beiden ersten Jahren wurden je zwei Podestplätze verbucht, drei dritte und ein zweiter Platz.

Parallel zum unerbittlichen Rhythmus von Renn- und Testkalender bewältigte das BMW Sauber F1 Team in den ersten beiden Jahren seinen personellen und logistischen Aufbau. Der Standort Hinwil bei Zürich wurde seit der Übernahme durch BMW am 1. Januar 2006 konsequent ausgebaut. Der Personalstand wuchs um über 150 auf 420 Mitarbeiter, Ende 2007 wurde ein Erweiterungsbau bezogen. In der Münchener Zentrale sind unverändert rund 300 Mitarbeiter mit dem Formel-1-Projekt beschäftigt.

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