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World Council und Co.: Woche der Entscheidungen
Während in Jerez mehrere Deutsche im Testeinsatz sind, fallen diese Woche in Monaco zwei ganz wichtige Entscheidungen für 2008
(Motorsport-Total.com/sid) - Die FIA berät über die Spionageaffären von Renault und McLaren-Mercedes, Ralf Schumacher kämpft um seinen Verbleib in der Formel 1, und Nico Hülkenberg hofft auf seinen Einstieg: In der Königsklasse stehen in dieser Woche wichtige Entscheidungen an. In Jerez dröhnen dabei die Motoren, in Monaco dürften im World Council des Automobilweltverbandes FIA eher die Köpfe rauchen.
Für den erst 20 Jahre alten Nico Hülkenberg aus Emmerich standen in einem Williams-Toyota seine ersten beiden Testtage in der Formel 1 an, bei denen er das Team gleich mit einer besseren Zeit als der künftige Stammpilot Kazuki Nakajima überraschte: "Nico lieferte für sein Debüt solides Feedback", lobte Dickie Stanford, der Leiter des Williams-Testteams.
Weber hofft auf einen Testvertrag
Auch Manager Willi Weber war zufrieden mit dem Auftritt seines Schützlings, für den die Formel 1 zunächst "eine ganz andere Welt war". Hülkenberg und Weber hoffen auf einen Vertrag als Testpilot für 2008: "Besser ginge es nicht. Er könnte lernen und das Team kennen lernen", sagte Weber.
Ideal wäre nach Meinung des Mannes, der in den 1990er-Jahren Michael und Ralf Schumacher in die Formel 1 gebracht hat, ein Einsatz bei den Testfahrten vor Saisonbeginn, damit sich Hülkenberg danach ganz auf den angepeilten Titelgewinn in der Formel-3-Euroserie konzentrieren könnte. Als Ersatzfahrer bei den Grands Prix sieht Weber seinen Schützling nicht: "Das wäre zu stressig", meinte Weber, der mit einer Entscheidung von Williams-Seite "noch bis Weihnachten" rechnet. Generell wäre der Rennstall von Sir Frank Williams eine sehr gute Adresse, das hätten auch die guten Leistungen von Nico Rosberg in den letzten beiden Jahren gezeigt: "Ich finde Williams sensationell", sagte der Schwabe.
Rosberg wird nach derzeitigem Stand trotz des Interesses von McLaren-Mercedes, die ihn als Nachfolger für Fernando Alonso holen wollten, bei Williams bleiben: "Dass über mich gesprochen wird, ist doch positiv, aber ich bin bei Williams fest gebunden - und auch sehr zufrieden. Ich bin die Nummer eins hier und habe die Möglichkeit, dieses Team mit nach vorne zu bringen", sagte Rosberg der 'Financial Times Deutschland'.
Einen guten Einstand bei Toyota hatte Timo Glock: "Wir freuen uns sehr, Timo im Auto zu haben - er hat einen starken ersten Eindruck hinterlassen", lobte Technikchef Pascal Vasselon nach dem ersten von Glocks vier Testtagen in Jerez. "Er hat ein solides Feedback gegeben, das für uns sehr nützlich ist."
Schumacher hofft auf Force India
Glock hat bei Toyota die Nachfolge von Ralf Schumacher angetreten, der seinerseits am Donnerstag um seine wohl letzte Chance kämpft, noch in der Formel 1 zu bleiben. Parallel zu seinem im vorigen Jahr zurückgetretenen Bruder Michael, der für Ferrari bei den Tests wieder ins Cockpit steigt, wird "Schumi II" beim Spyker-Nachfolgeteam Force India getestet.
Dort streitet er sich mit Giancarlo Fisichella und Franck Montagny, die am Dienstag fuhren, sowie Vitantonio Liuzzi, Christian Klien, Roldan Rodriguez und Guido van der Zarde um das freie Cockpit neben Adrian Sutil.
In Monaco fallen unterdessen wichtige Entscheidungen abseits der Rennstrecke: Am Donnerstag müssen sich Verantwortliche von Renault dazu äußern, dass im Computersystem des Teams über einen Zeitraum von mehreren Monaten Daten von McLaren-Mercedes eingespeist waren und diese Informationen auch von mehreren hochrangigen Teammitgliedern gesichtet worden sein sollen. Den Franzosen könnte eine ähnlich harte Strafe drohen wie den Silberpfeilen, denen wegen des Besitzes von Ferrari-Daten alle Konstrukteurspunkte für 2007 abgezogen worden waren und die zudem eine Geldstrafe von 100 Millionen US-Dollar erhalten hatten.
Das World Council, das in Monaco zwei Tage zusammensitzt, entscheidet zudem, ob McLaren-Mercedes auch noch für 2008 eine Strafe erhält. Dafür müssten Untersuchungen der Pläne für den Silberpfeil der kommenden Saison allerdings ergeben haben, dass Ferrari-Ideen in die Konstruktion eingeflossen seien.










