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Spionage bleibt in Maranello ein Reizwort

19. Dezember 2007 - 13:23 Uhr

Offiziell ist die Spionageaffäre beendet, aber bei Ferrari scheint es immer noch Skepsis gegenüber McLaren-Mercedes zu geben

Aldo Costa
Aldo Costa glaubt, dass die Silbernen stark von Ferrari-Infos profitiert haben
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Mit dem Einstellen aller sportrechtlichen Untersuchungen und der Absage des für 14. Februar anberaumten Hearings vor dem World Council ist die Spionageaffäre zwischen Ferrari und McLaren-Mercedes offiziell ausgestanden. Die strafrechtlichen Untersuchungen in Italien und England gehen aber ebenso weiter, wie die Skepsis in Maranello anhält.

McLaren-Geschäfsführer Martin Whitmarsh hat nämlich in einem Brief an FIA-Präsident Max Mosley erstmals zugegeben, dass sein Team wohl falsch eingeschätzt hat, wie sehr die Ferrari-Informationen intern verbreitet wurden, was Ferrari zumindest die Genugtuung gibt, immer Recht gehabt zu haben. Allerdings befürchtet man in der Gestione Sportiva weiterhin, dass sich die Informationen längerfristig auswirken könnten, wie Chefdesigner Aldo Costa andeutete.

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Es gehe "weniger um die mechanische Lösung an sich", erklärte er gegenüber 'Autosprint' in Bezug auf die Whitmarsh-Behauptung, dass nie eine Ferrari-Idee in einem Silberpfeil verbaut worden sei. Dennoch habe man in Woking einen Vorteil aus der Spionage gezogen: "Mit der Dokumentation, die sie hatten, konnten sie den Nutzen unserer mechanischen Ideen verstehen. Daher waren sie dazu in der Lage, so etwas selbst auch schnell zu entwickeln. Das ist der Kern des Problems."

Costa bezog sich mit dieser Aussage in erster Linie auf die Schnellschaltung sowie auf das Bremssystem, denn in diesen Bereichen hat sich McLaren erwiesenermaßen Anregungen bei Ferrari geholt und die Ferrari-Systeme zumindest geprüft. Allerdings gehe es auch um andere Elemente. Daher wäre es nach Meinung des Italieners nur gerecht, McLaren-Mercedes den Einsatz dieser Systeme zu untersagen: "Ich glaube, dass das sicher fairer wäre."

Wie tief der Stachel bei den Mannen in Rot immer noch sitzt, zeigt auch, dass man jenen Copyshop-Mitarbeiter, der die Affäre im Sommer ins Rollen gebracht hat, nach Italien eingeladen hat: "Ohne diesen Mann hätten wir von der Sache nichts erfahren. Aus diesem Grund haben wir ihn nach Mugello eingeladen und wir werden ihm auch unsere Fabrik zeigen", so Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo am Rande eines Mediengesprächs.

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