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Rosberg: "Bin als Führungsfahrer verantwortlich"
Nico Rosberg im Interview über seinen neuen Williams-Vertrag, sein Standing im Team und seine Verantwortung als Führungsfahrer
(Motorsport-Total.com) - Entgegen aller Spekulationen über einen Wechsel zu McLaren-Mercedes hat Nico Rosberg seinen eigentlich nur bis Ende 2008 laufenden Williams-Vertrag vorzeitig um ein Jahr verlängert. Damit einher geht in erster Linie ein wesentlich höheres Gehalt - schon ab kommender Saison, wie man hört - sowie noch mehr Verantwortung als neue Nummer eins an der Seite des unerfahrenen Japaners Kazuki Nakajima.
Frage: "Nico, Gratulation zu deinem neuen Williams-Vertrag!"
Nico Rosberg: "Danke! Ich bin wirklich froh, in den nächsten zwei Jahren bei Williams zu bleiben. Ich habe diese Entscheidung getroffen, weil ich glaube, dass das Team nach vorne kommen kann und weil ich hier mit allen gut auskomme. Natürlich wurde auch mein Gehalt angepasst und es motiviert mich, in so einer zentralen Funktion führender Entwicklungsfahrer zu sein. Ich habe mit 17 zum ersten Mal für Williams getestet, daher ist unsere Beziehung inzwischen fünf Jahre alt und ich freue mich darüber, diese weiterzuführen und die Chance zu haben, das Team weiter nach vorne zu bringen."

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Rosberg will Williams nach vorne bringen
Frage: "Warum ist es dir wichtig, dabei eine Rolle zu spielen, das Team nach vorne zu bringen?"
Rosberg: "Meine Beziehung zu Williams hat mit einem extrem schwierigen Jahr 2006 begonnen. 2007 war eine gewaltige Steigerung, wir wuchsen zusammen und verbesserten uns und es ist eine Riesenmotivation, in diesem Prozess eine zentrale Rolle zu spielen. Williams ist im Moment nicht vorne, aber sie kommen langsam hin. Ich möchte zu diesem Prozess beitragen, speziell jetzt, wo ich noch eine Saison mehr an Erfahrung auf dem Buckel habe. Ich finde es richtig, dass ich als Fahrer Schritt für Schritt mehr Verantwortung übernehmen soll, je mehr ich mich entwickle."
Frage: "Wie wirst du das anstellen?"
Rosberg: "Kazuki kommt nächstes Jahr als Rookie ins Team, daher habe ich den Job, die Entwicklung aus Fahrersicht anzuführen. Okay, mir fehlt es noch ein bisschen an Erfahrung, aber ich glaube, dass technisches Verständnis immer mehr zu einer meiner Stärken wird. Gleichzeitig ist es ein Teamsport - ich muss meinen Teil leisten und die Fabrik ihren, denn das Auto ist heutzutage sehr abhängig von Aspekten wie etwa der Aerodynamik. In den vergangenen zwölf Monaten sind wir aber vom achten auf den vierten Platz nach vorne gekommen, also geht es schon in die richtige Richtung."
Frage: "Macht dich diese Verantwortung zur Nummer eins im Team?"
Rosberg: "Formal gesehen nicht, weil Williams seinen Fahrern schon immer gleiche Voraussetzungen geboten und nie einen bevorzugt hat, aber praktisch gesehen bin ich der Fahrer mit mehr Erfahrung, daher werde ich zum Beispiel neue Teile zuerst testen und so weiter. So gesehen bin ich schon als Führungsfahrer verantwortlich."
Frage: "Du wurdest in den vergangenen Monaten mit einigen anderen Teams in Verbindung gebracht. Was war an diesen Gerüchten dran?"
Rosberg: "Ich fühle mich geehrt, dass mich die Presse als logischen Kandidaten für einige Teams gehandelt hat. Die Tatsache, dass es Frank (Williams; Anm. d. Red.) nicht in den Sinn gekommen ist, mich zu verkaufen, zeigt aber, dass das Team finanziell auf soliden Beinen steht und dass sie dazu bereit sind, in mich zu investieren, weil ich Teil des Ziels bin, wieder an die Spitze zu kommen."
Frage: "Was gibt es zu deiner veränderten Vertragssituation zu sagen?"
Rosberg: "Ich war ja bereits für 2008 bestätigt, aber Frank und ich hatten eine Unterhaltung über 2009 und wurden uns auch da einig."
McLaren-Mercedes war durchaus verlockend
Frage: "War es nicht verlockend, als deutscher Fahrer bei einem zum Teil deutschen Team wie McLaren-Mercedes anzuheuern?"
Rosberg: "Wie gesagt haben mir diese Spekulationen geschmeichelt, denn sie hatten auch ein tolles Jahr. Ich fahre, um zu gewinnen und um erfolgreich zu sein, daher wäre es schon verlockend, für ein Team zu fahren, das hier und jetzt Rennen gewinnen kann. Ich glaube aber auch, dass Geduld wichtig ist und dass ein Fahrer seine Karriere mit Maß und Ziel planen muss. Ich glaube, dass wir mit Williams in naher Zukunft Erfolg haben werden, daher ist das meine bevorzugte Karriereroute für die nächsten Jahre."
Frage: "Was kann man von Williams 2008 realistisch gesehen erwarten?"
Rosberg: "Einige sagen, dass es nicht möglich ist, ohne großes Budget zu gewinnen, und einige sagen, dass Williams' große Zeiten vorbei sind. Ich glaube aber, dass Renault 2005 und 2006 bewiesen hat, dass es möglich ist, ohne Riesenbudget auf das Podium zu fahren und sogar Weltmeister zu werden. Und wenn ich mir unsere gesunde Sponsorensituation mit AT+T, RBS, Philips und so weiter anschaue, dann mache ich mir da keine Sorgen."
"Im Vorjahr wurde unser technisches Team verstärkt und diese Leute arbeiten nun seit einem Jahr zusammen. Sie gehen in ihre zweite gemeinsame Saison, was das Team noch stärker machen wird. Wir haben unsere Zuverlässigkeit im vergangenen Jahr enorm verbessert, daher gilt es nun, auf diesem soliden Fundament auch die Performance zu steigern. Auch als unabhängiges Team hat Williams eine der besten technischen Strukturen aller Teams und die Partnerschaft mit Toyota wird das gesamte Programm in ihrem zweiten Jahr auch stärken. Das Ziel ist nun, in der Konstrukteurs-WM wieder einen Fortschritt zu schaffen und gelegentlich auf das Podium zu fahren. Das wäre großartig. Es wird nicht einfach, aber ich bin guter Dinge."









