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Renault ohne Strafe schuldig gesprochen

06. Dezember 2007 - 19:30 Uhr

Das Renault-Team wurde in der Spionageaffäre um McLaren-Mercedes schuldig gesprochen, aber nicht mit einer Strafe belegt

Renault-Logo
Aufatmen bei Renault: Das Team wurde schuldig gesprochen, aber nicht bestraft
© Renault

(Motorsport-Total.com/sid) - Der Formel-1-Rennstall Renault ist in der Spionageaffäre um geheime Daten des Konkurrenten McLaren-Mercedes straffrei geblieben. Das teilte der Automobilweltverband FIA am Donnerstagabend mit. Renault-Vertreter hatten sich in Monaco vor dem World Council der FIA zu den Vorwürfen geäußert, im Besitz fremden geistigen Eigentums gewesen zu sein. Das World Council befand zwar, dass Renault gegen den Artikel 151c des International Sporting Codes verstoßen habe, verhängte aber keine Strafe. Eine Urteilsbegründung will die FIA erst am Freitag veröffentlichen. Der Artikel 151c verbietet "Handlungen gegen den Geist des Sports".

Eine ähnliche Entscheidung hatte die FIA am 26. Juli zunächst auch gegen McLaren-Mercedes wegen des Besitzes geheimer Ferrari-Daten getroffen. Weil dem Team damals zwar der Besitz der Daten, aber nicht die Nutzung und Erlangung eines Wettbewerbsvorteil nachgewiesen wurde, blieben die Silberpfeile trotz des Bruchs von 151c straffrei. In einer zweiten Sitzung am 13. September hatte das World Council die Silberpfeile dann aber zu der Rekordgeldstrafe von 100 Millionen US-Dollar (damals 72 Millionen Euro) und dem Verlust aller Konstrukteurspunkte für 2007 verurteilt, obwohl immer noch keine Beweis für die Nutzung der Daten vorgelegen hatte. Für das neue Urteil hatte gesorgt, dass auch Testfahrer Pedro de la Rosa und der damalige Weltmeister Fernando Alonso Ferrari-Informationen erhalten haben sollen.

Beweise haben offenbar nicht ausgereicht

In der Renault-Affäre soll der frühere McLaren-Mitarbeiter Phil Mackereth bei seinem Wechsel zu den Franzosen auf elf Computerdisketten Informationen und Material mitgenommen und ins Computersystem des Rennstalls eingespeist haben. Mindestens neun hochrangige Renault-Mitarbeiter sollen die Daten auch gesichtet und darüber diskutiert haben. Entsprechende Hinweise und Zeugenaussagen hatte McLaren-Mercedes der FIA vorgelegt.

Die Silberpfeile selbst müssen am Freitag noch einmal eine Entscheidung der FIA abwarten. Dann will der Weltverband über die Ergebnisse einer Untersuchung des McLaren-Mercedes für 2008 beraten, den unabhängige Experten untersucht hatten. Für den Fall, dass die FIA meint, an dem künftigen Auto Ideengut von Ferrari zu entdecken, wäre eine weitere Strafe für 2008 wie beispielsweise ein Vorab-Punktabzug möglich.

Kommt Alonso nun zurück?

Für Renault könnte die Strafverschonung bedeuten, dass sich Alonso zur Rückkehr zu den Franzosen entschließt. Der Spanier hatte sich nach Saisonende vorzeitig bereits nach dem ersten seiner drei Vertragsjahre von McLaren-Mercedes getrennt, weil beide Seiten keine Basis für eine weitere Zusammenarbeit mehr gesehen hatten. Der Ex-Weltmeister hatte ein von Teamchef Flavio Briatore vorgelegtes Angebot bislang aber nicht akzeptiert.

Unterdessen hatte Briatore vor der FIA-Anhörung noch angekündigt, McLaren-Mercedes wegen Rufschädigung verklagen zu wollen. "Eine ganze Menge böser Dinge wurde in den letzten Wochen von McLaren über uns gesagt, das war sehr schädigend", sagte der Italiener der englischen Tageszeitung 'Express' und verkündete: "Wir werden freigesprochen, und sobald das Urteil feststeht, werden wir rechtliche Schritte prüfen. Unser Ruf wurde geschädigt." Ob er diese Ankündigung noch aufrechterhält, obwohl die FIA einen Regelbruch festgestellt hat, diesen nur nicht bestraft, ist offen.

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