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Mallya steht vor "schwieriger" Fahrerentscheidung

12. Dezember 2007 - 12:00 Uhr

Force-India-Eigentümer Vijay Mallya bestätigt Adrian Sutil und erklärt, nach welchen Gesichtspunkten er den zweiten Fahrer auswählen wird

Vijay Mallya
Vijay Mallya stellt klar, dass er für 2008 keinen Bezahlfahrer mehr will
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Noch im Dezember will Vijay Mallya entscheiden, wer als zweiter Fahrer bei Force India an Bord kommen soll, im Januar soll dann die Bekanntgabe erfolgen. Fest steht im Moment nur eines: Adrian Sutil wird auch 2008 für den Rennstall aus Silverstone fahren - und für das zweite Cockpit kommen sechs Kandidaten in Frage.

Vergangene Woche in Jerez wurden gleich sieben Piloten getestet, wobei sich Ralf Schumacher mit seinem mehr oder weniger definitiv angekündigten Rücktritt selbst aus dem Spiel genommen hat. Schnellster aus dem übrigen Sextett war Christian Klien, dem momentan die besten Chancen eingeräumt werden. Außerdem gelten auch noch Vitantonio Liuzzi und Giancarlo Fisichella als ernsthafte Anwärter, wohingegen Franck Montagny, Giedo van der Garde und Roldan Rodriguez nicht in die engere Wahl kommen.

Mallya widerspricht Kolles

Interessant am Jerez-Test: Während Teamchef Colin Kolles den Medien gegenüber entschieden dementierte, dass es sich dabei um ein Shootout handelte, wurde von Mallya nun genau das Gegenteil bestätigt - er habe diesen Eindruck "absolut" erwecken wollen, erklärte der Inder in einem Interview mit 'formula1.com'. Auf Grundlage der gezeigten Leistungen werde er nun bis Jahresende seine Entscheidung treffen.

"Sie alle sind sehr gut, sie alle würden unterschiedliche Stärken ins Team einbringen."
Vijay Mallya

"Es wird eine sehr schwierige Entscheidung", gab Mallya zu Protokoll. "Sie alle sind sehr gut, sie alle würden unterschiedliche Stärken ins Team einbringen. Wir haben Sutil auf der einen Seite und ich muss sicherstellen, dass der Fahrer im anderen Auto das Niveau anheben kann, damit sich beide Fahrer gegenseitig in ihren Leistungen antreiben und gleichzeitig auch das Ingenieursteam nach vorne bringen."

Eine Randerscheinung der Fahrerevaluierung in Jerez war aber auch, dass das Team erstmals wirkliche Routiniers im Auto hatte und deren Feedback aufsaugen konnte. Vor allem Fisichella und Schumacher können ja schon auf viele Jahre Formel-1-Erfahrung zurückblicken, während auch Klien, Liuzzi und Montagny schon mehrere Grands Prix bestritten haben. Nur van der Garde und Rodriguez, der sich selbst übrigens als Topfavorit auf den Stammplatz sieht, sind völlige Rookies.

Sutil fehlt es noch an Erfahrung

"Wir haben mit Sutil einen exzellenten Fahrer, aber er ist noch nie ein anderes Formel-1-Auto gefahren, also ist seine Fähigkeit, den Ingenieuren zu helfen, begrenzt", so Mallya. "Mit Liuzzi, Klien und Fisichella im Cockpit erhielten wir viel Feedback, das dem Team schon jetzt geholfen hat, das Auto besser abzustimmen." Auf die Performance habe sich dies ebenso ausgewirkt wie auf die Moral der Ingenieure.

"Ich denke", fuhr der Geschäftsmann fort, "dass das Auto immer Potenzial hatte, aber das Team bekam keine erfahrenen Fahrer, um dieses auszuschöpfen. Jetzt sind wir dazu in der Lage. Ich war begeistert, dass Klien am zweiten Tag in Jerez Siebenter war und dass er nur um weniger als eine Sekunde langsamer war als der Ferrari. Daher bin ich vorsichtig optimistisch für die Saison 2008 - auch wenn ich nicht zu viel versprechen will."

Bezahlfahrer kommen nicht in die Tüte

"Es gibt nichts Besseres als ein Force-India-Team, einen indischen Grand Prix und einen indischen Fahrer."
Vijay Mallya

Mallya stellte außerdem klar, dass er keineswegs plant, wieder einen Bezahlfahrer zu verpflichten, was man durchaus als versteckte Absage an Rodriguez werten darf, der ja angeblich mehr als zehn Millionen Euro an Sponsorengeldern mitbringen würde. Auch ein Inder ist momentan nicht vorgesehen, wenngleich der neue Force-India-Eigentümer zugibt, dass er eines Tages gerne einen Landsmann in einem seiner Autos sehen würde.

GP2-Pilot Karun Chandhok sei beispielsweise "wie ein Sohn" für ihn, schließlich pflegt Mallya eine hervorragende Beziehung zu dessen Vater, der Chef des indischen Automobilverbandes ist: "Sein Vater will, dass ich ihn zu Force India hole, aber ich habe ihm klargemacht, dass er nächstes Jahr in der GP2 Leistung zeigen muss. Wenn er gut genug ist, dann gibt es nichts Besseres als ein Force-India-Team, einen indischen Grand Prix und einen indischen Fahrer. Das wäre perfekt!"

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