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Horner: "Umwelt und Formel 1 sind kein Traumpaar"
 
von Harry Miltner 06. Dezember 2007 - 13:54 Uhr
 
Christian Horner, Teamchef von Red Bull Racing, spricht im Interview über die neuen Regeln, die Umweltproblematik und das Kundenautothema
 
Christian Horner
Christian Horner weiß, dass die Formel 1 nicht gerade ein "grüner" Sport ist
Zoom © xpb.cc
(Motorsport-Total.com) - Am Rande des Motor Sport Business Forums in Monaco nahm Red-Bull-Racing-Teamchef Christian Horner im Gespräch mit 'Motorsport-Total.com' zu den kritischen Themen Kundenfahrzeuge, Umweltschutz und Fahrerwahl Stellung.

Frage: "Christian, von den Fans, aber auch vielen Experten werden spannendere Rennen oder auch eine Offenlegung beziehungsweise sogar eine Budgetobergrenze gefordert. Wie ist deine Meinung?"
Christian Horner: "Das Sprinklersystem von Mister Ecclestone an der Strecke, wo er auf den Knopf drücken kann, um das Rennen wieder spannend zu machen (lacht; Anm. d. Red.)? Nein, im Ernst: Die Formel 1 ist eine Show und dabei spielen diese Punkte eine große Rolle. Wir müssen das Punktesystem ändern und damit das Überholen fördern. Die letzten Regenrennen waren einfach klasse. In Suzuka 2005 mussten die Stars wegen des Regens im Qualifying von hinten starten und das Rennen war unglaublich spannend."



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Offenlegung der Teambudgets?

Frage: "Und in Sachen Budgets?"
Horner: "Das Konzept, die Budgets offen zu legen, ist für uns leichter, weil wir kein Werksteam sind. Aber wie will man bei einem Autokonzern etwa in der Forschungs- und Entwicklungsabteilung nachsehen, was wer macht?"

Frage: "Was konkret geschehen wird, ist das Ende der Traktionskontrolle. Wie steht Red Bull Racing dazu?"
Horner: "Als kleines Team waren wir immer für die Abschaffung der Traktionskontrolle. Alles, was die Formel 1 näher zu ihren Wurzeln zurückbringt, ist gut. Es wird auch mehr Fehler geben, denn zusätzlich wird ja auch die Motorbremse wegfallen. Die Fahrer werden dadurch wieder wichtiger und werden ihr Können mehr einbringen. Und sie haben natürlich auch mehr Spaß mit den Autos. Auf das Gaspedal zu steigen und der Computer steuert den Rest kann wirklich nicht befriedigend für einen Starpiloten sein."

Frage: "In den vergangenen Jahren standen der Motorsport und die Formel 1 im Besonderen oftmals in der Kritik der Umweltschützer. Nun scheint man darauf zu reagieren. Wie siehst du das?"
Horner: "Umweltfreundlichkeit und Formel 1 sind sicher kein Traumpaar. Unser Verbrauch an Strom oder Öl etwa, ist sicher enorm. Aber wir haben nachgedacht und sehr gute Projekte für die Umwelt gestartet. Ich bin sicher, es wird noch mehr kommen."

Frage: "Eines dieser Projekte ist ja KERS, wo die kinetische Energie beim Bremsen in PS für späteren Einsatz umgewandelt wird..."
Horner: "Ja, KERS ist sicher eine sehr gute Idee, aber wohl zu teuer. Die FIA sollte die Teams darin sicher unterstützen."

 
Horner fordert einen starken Führer

Frage: "Die FIA stand in der vergangenen Saison selbst oft im Feuer der Kritik. Der Ruf nach einer Umstrukturierung, vielleicht einer flacheren Hierarchie wurde laut..."
Horner: "Die FIA braucht einen starken Führer, denn die elf Teams haben meist auch elf unterschiedliche Meinungen. Um daraus ein gut arbeitendes Produkt zu schaffen, braucht es eher gemäßigte Diktatur."

Frage: "Von dieser Diktatur seid ihr aber selbst demnächst betroffen, denn die Untersuchung zum Thema Kundenfahrzeuge läuft. Force-India-Teamchef Colin Kolles, der vorhin noch am Podium neben dir saß, ist ja einer der schärfsten Gegner."
Horner: "Sicherlich kann ich Colin Kolles und seine Kritik verstehen, denn sein Team hat einen anderen Hintergrund, aber wirtschaftlich wäre es unsinnig und wir sehen uns im Recht. Red Bull hat zwei Teams gekauft, und aus wirtschaftlichen Gründen macht es absolut keinen Sinn, doppelt so viel Geld für eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung auszugeben als nötig. Wir waren sicher, unser Handeln wäre innerhalb des Concorde Agreements - gut, nächste Woche stehen wir nun vor Gericht (lacht; Anm. d. Red.). Aber man wird sehen."

Frage: "Viel Geld investiert ein Team auch in seine Fahrer. Apropos Fahrer: Immer wieder wird kolportiert, dass Fernando Alonso nach seinem Abgang von McLaren-Mercedes zu Euch kommen soll. Stimmt das?"
Horner: "Wir haben zwei starke, erfahrene Piloten - und mit denen werden wir auch arbeiten."

 
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