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Glock: Starker Einstand bei Toyota

09. Dezember 2007 - 16:39 Uhr

Bei seinen ersten Testfahrten für Toyota in Jerez konnte er sich und die anderen überzeugen - Versucht, Auto und Fahrstil aufeinander abzustimmen

Timo Glock
Timo Glock kann mit seinen ersten Testrunden im Toyota durchaus zufrieden sein
© xpb.cc

(MST/Speed-Academy.de) - Das Sahnehäubchen kam genau zum richtigen Zeitpunkt. Am frühen Donnerstagmorgen betrat Toyota-Teamchef John Howett das Fahrerlager von Andalusien. "Ich komme direkt vom Motorsport Business Forum in Monaco", blinzelte der Boss in den andalusischen Sonnenaufgang, "um mir persönlich ein Bild zu verschaffen, wie Timo sich einfügt und bei seinen ersten Kilometern schlägt." Es ist ungewöhnlich, dass Teamchefs höchstselbst zu Testfahrten erscheinen. Timo Glock zeigte seinem Arbeitgeber am Donnerstag eindrucksvoll, dass er die richtige Wahl für die Toyota war: Der 25-Jährige schaffte die fünftschnellste Zeit des Tages - und das, obwohl er zuvor erst zwei Tage im TF107 gesessen hatte.

Glock fuhr ein anderes Testprogramm als Jarno Trulli, der am Donnerstag den zweiten Toyota übernahm. "Ich musste mein Auto erst so hinbauen, dass es in ein für meinen Fahrstil passendes Arbeitsfenster kommt", berichtet Glock über die ersten beiden Tage in Jerez. "Dazu habe ich die Basis-Abstimmung ein bisschen verändert, damit der Vorderwagen direkter reagiert. Das sind ganz normale Anpassungsarbeiten, wenn man zum ersten Mal in einem neuen Auto sitzt. Die Ingenieure und ich haben viel Zeit miteinander verbracht, um das Auto und meinen Fahrstil so gut wie möglich aufeinander abzustimmen. Das hat sich offenbar ausgezahlt."

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Denn nicht nur die fünftschnellste Runde am Donnerstag war eine echte Duftmarke von Glock. Wer genau hingeguckt hatte, dem war aufgefallen: Auch mittwochs war er nur knapp an den Top 5 vorbeigeschrammt. Um das zu sehen, muss man die Testzeiten allerdings unter die Lupe nehmen: Bei den Jerez-Tests erhielten alle Teams drei Satz profilloser Slicks, die ab 2009 wieder Pflicht in der Königsklasse werden. "Slicks liefern mehr Grip als Rillenreifen, weil die reine Auflagefläche des Gummis auf der Strecke größer ist", erklärt Glock. "Deswegen kann man mit Slicks viel schnellere Zeiten fahren."

Ganz anderes Fahrgefühl mit Slicks

"Ich kenne Slicks noch aus der GP2 und auch von den ChampCars."
Timo Glock

Glock fuhr mittwochs Rillenreifen. Wenn man jene Piloten, die da schon mit Slicks unterwegs waren, aus den Ergebnislisten tilgt, wäre er unter allen "grooved tyres"-Piloten Siebter geworden. Auch das war schon ein Ausrufezeichen. Am Donnerstag rückten noch mehr Piloten mit profillosen Pneus aus. "Für viele war das erstmal eine Umstellung. Aber ich kenne Slicks noch aus der GP2 und auch von den ChampCars. Das Fahrgefühl ist ein ganz anderes, man kriegt eine viel stabilere und präzisere Vorderachse", schildert Glock. "Das kam mir noch mal sehr entgegen." Das Resultat: Glock brach mittenmang in die Fraktion der Slick-Fahrer ein - und brachte den eigens angereisten Teamchef John Howett gleich zum Strahlen.

Auch Pascal Vasselon zeigte sich nach dem Slick-Debüt des Odenwälders äußerst erbaut. "Timo musste sich am Morgen etwas gedulden, weil wir erst ein Hydraulikproblem beheben mussten. Aber als er dann mit den Slicks unterwegs war, wurde es richtig interessant", lächelte der Franzose, der bei Toyota als Technischer Direktor für das Chassis des TF107 verantwortlich zeichnet. "Wir sammelten jede Menge Informationen, die uns dabei helfen werden, uns an die für 2009 geplanten Änderungen anzupassen. Der Unterschied zwischen Slicks und Grooves ist recht groß. Entsprechend verhält sich das Auto auch ganz anders. Man hat mit Slicks mehr Grip, die Zeiten werden schneller. Aber es war interessant, dass die generelle Balance des Autos gut blieb, obwohl wir dort Anpassungsschwierigkeiten befürchtet hatten."

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