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Chevrier: "Treibstoffe unterliegen strengen Vorgaben"

23. Dezember 2007 - 09:17 Uhr

Renault-Motorenchef Denis Chevrier beschreibt die Zusammenarbeit zwischen Renault und dem französischen Mineralölhersteller Elf

Denis Chevrier
Denis Chevrier weiß die Arbeit der Ingenieure bei Elf sehr zu schätzen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Denis, wie kann ein Treibstoffpartner dabei helfen, die maximale Leistung aus einem Motor zu holen, wenn die Motorenentwicklung eingefroren wurde?"
Denis Chevrier: "Durch die chemische Zusammensetzung des Benzins und die Qualität der Schmierstoffe ist es durchaus möglich, ein paar zusätzliche Pferdestärken aus dem Motor zu kitzeln, ohne die reglementseitigen Beschränkungen zu verletzen. Ein effizienter Treibstoff trägt zur Optimierung des Verbrennungsprozesses im Hinblick auf die Maximaldrehzahl bei."

"Hinsichtlich des Motorenöls sind die Chemiker darum bemüht, eine Viskosität zu finden, die besonders gute Leichtlaufeigenschaften verleiht - dabei muss das Motorenöl zugleich aber auch den Verschleiß mindern, um ein hohe Zuverlässigkeit sicher zu stellen."

Frage: "Welches dieser beiden Felder bietet denn das höhere Entwicklungspotenzial?"
Chevrier: "Die in der Formel 1 eingesetzten Treibstoffe unterliegen sehr strengen Vorgaben. Das technische Reglement bietet auf diesem Gebiet wenig Raum für Innovation, und nennenswerte Leistungssprünge sind kaum machbar. Im Bereich der Schmierstoffe hingegen sind die Freiheiten größer - hier lassen sich durchaus Leistungsgewinne erzielen. Mit der Zeit werden diese Zugewinne allerdings immer kleiner und es wird zusehends schwerer, sie zu realisieren. Dennoch können sie einen entscheidenden Vorteil darstellen."

Frage: "Eine Partnerschaft wie die zwischen Renault und Elf gilt als einmalig im Motorsport. Wie schätzt du den Wert dieser Zusammenarbeit ein?"
Chevrier: "Sehr, sehr hoch. Die besondere Verbindung zwischen Renault und Elf basiert auf einer gemeinsamen technischen Herangehensweise und einer übereinstimmenden Philosophie. Diese Partnerschaft ist umso wertvoller, da die immer strengeren technischen Regeln unsere Aufgabe zusätzlich erschweren: In der Vergangenheit hatten wir zur jeder Evolutionsstufe des Motors das passende Motorenöl - jede Entwicklung hing sozusagen von der anderen ab. Heute ist eine der beiden Komponenten dieses Systems zum Stillstand verurteilt, wodurch die gegenseitige Verzahnung nicht mehr gegeben ist. Das macht es schwieriger, Fortschritte zu erzielen."

Frage: "In welchen anderen Bereichen kann denn ein Mineralölkonzern bei der Suche nach mehr Leistung helfen?"
Chevrier: "Zusätzlich zu Treibstoff und Motorenöl entwickelt Elf auch das Getriebeöl sowie die Brems- und Kühlflüssigkeiten. Zählt man die kleinen Leistungsgewinne in diesen Teilbereichen zusammen, summiert sich dies zu einem deutlicher Gesamtzuwachs - wenn man bedenkt, dass das Erreichen der letzten Runde des Qualifyings oft von Hundertstelsekunden abhängt, kann ein kleiner Vorteil so zu einem ganz großen werden."

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