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Alonso: "Renault hat mehr als genug gelitten"

10. Dezember 2007 - 15:43 Uhr

Im Teaminterview sprach Renault-Rückkehrer Fernando Alonso über die Teamwahl, seine vergangene Saison und die vorsichtigen Hoffungen für 2008

Fernando Alonso
Fernando Alonso will mit Renault wieder zurück an die Spitze
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Frage: "Fernando, du bist der neue Renault-Pilot für 2008. Glücklich?"
Fernando Alonso: "Ja, sehr. Jeder weiß, was für ein großartiges Team Renault ist und was sie in der Formel 1 erreicht haben. Man darf nicht vergessen, dass wir 2005 und 2006 zusammen zweimal in Folge die Meisterschaft gewonnen haben. Ich hatte die Chance, Teil dieses Erfolgs zu sein. Es ist eines der tollsten Teams und wird von wichtigen Partnern unterstützt. Es ist ein Team, das weiß, wie man gewinnt."

Frage: "Musstest du lange warten? Wie hast du dich in den letzten Wochen gefühlt, als du auf die Entscheidung warten musstest?"
Alonso: "Um ganz ehrlich zu sein war ich in den ersten drei Novemberwochen in einem dringend nötigen Urlaub und hatte dabei keinerlei Kontakt zur Formel 1. Die Entscheidung, für welches Team ich fahre, hat nicht länger als eine Woche gedauert, da ich und die mir nahestehenden Leute klar wussten, was wir wollten."


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Frage: "Warum hast du sich für Renault entschieden? Wie viele Optionen hattest du?"
Alonso: "Optionen.. nun, um ehrlich zu sein, wir wissen dass es nicht einfach ist. Ich bin einer von 22 privilegierten Menschen, die jedes Jahr in einem Formel-1-Auto fahren dürfen, und ich bin sogar noch privilegierter, weil ich es mir leisten kann, ein Top-Team zu verlassen und danach wieder zu einem Top-Team gehe. Es gibt viele Piloten, die niemals die Chance bekommen, ein Formel-1-Auto zu fahren. Es war keine einfache Entscheidung. Ich möchte mich bei allen anderen Teams für ihr Interesse bedanken, mit mir zusammenzuarbeiten. Wie ich schon gesagt habe, habe ich mich am Ende wegen der Hingabe an den Sport und die bisherigen Erfolge für Renault entschieden."

Spekulationen interessiert verfolgt

"Es war ein Riesenspaß, jeden Morgen die Zeitung zu lesen."
Fernando Alonso

Frage: "Hast du mitbekommen, welch großes Medieninteresse du auf dich gezogen hast?"
Alonso: "Nicht wirklich, denn die ersten drei Wochen war ich im Urlaub. Aber als wir angefangen haben, über unsere Optionen nachzudenken, haben wir gemerkt, dass alle Zeitungen und fast jede Internetseite berichtet haben, dass wir mit allen Teams schon in Kontakt standen. Sie haben von einem Einjahresvertrag geschrieben oder von einem Dreijahresvertrag, es hieß sogar, ich hätte Fabriken besucht, manche haben gemutmaßt, ich würde ein Jahr Pause machen. Da habe ich gemerkt, was eigentlich abgeht und es war ein Riesenspaß, jeden Morgen die Zeitung zu lesen."

Frage: "Aber denkst du nicht, dass es normal ist, wenn die Leute unbedingt herausfinden wollen, wo du fahren wirst oder ob du am Ende ohne Cockpit dastehst?"
Alonso: "Nun, also ohne Cockpit wäre ich nächste Saison definitiv nicht dagestanden. Es war natürlich auch nicht so, als müsste ich mich jetzt nur zwischen einer grauen oder schwarzen Hose entscheiden. Wir sprechen hier über eine sehr wichtige Entscheidung und da ich vor Januar oder Februar eh nicht wieder ans Steuer kann, bestand auch kein Grund zur Eile. Ich verstehe aber, warum die Leute so heiß auf Infos waren. Die Fans waren immer schon die, die mich unterstützt haben. Ich weiß noch, wie viele Leute in dieser Saison wegen mir gekommen sind und wie sehr mich das berührt hat. Vielleicht habe ich nie erfahren, was man ihnen alles erzählt hat, denn es schien ja schon einen Wettbewerb zu geben, welche Zeitung die News als Erste bringt. Da wurde zu viel erfunden."

Rückblick und Ausblick

"Anders als die Leute denken, war 2007 sicher ein sehr gutes Jahr für mich."
Fernando Alonso

Frage: "Welche Note würdest du deiner Saison mit McLaren geben?"
Alonso: "Es ist nicht einfach, eine Saison nur mit einer Note oder einer Zahl zusammenzufassen. Anders als die Leute denken, war 2007 sicher ein sehr gutes Jahr für mich. Ich will nicht, dass die Leute vergessen, dass in Brasilien 20 Runden vor Schluss immer noch Chancen auf den Titel hatte. Dann hat Kimi Massa überholt und hat mit dem Sieg genügend Punkte geholt, um Weltmeister zu sein. Zu Beginn der Saison wäre ich über die Aussicht, in den letzten Runden noch Titelchancen zu haben, sehr glücklich gewesen."

Frage: "Was wird in der nächsten Saison passieren?"
Alonso: "Das fragen wir uns alle und keiner kann diese Frage sicher beantworten. Teams wie Ferrari werden immer zu den Favoriten gehören. Dazu werden die Teams, die Probleme mit der Umstellung auf Bridgestone-Reifen hatten, diese Probleme hoffentlich gelöst haben und zurück an der Spitze sein. Vielleicht kann auch Renault in dieser Saison wieder zu den Top-Teams gehören. Die aktuelle Aufgabe von Renault ist es, schon im Januar oder Februar wieder ganz vorn zu stehen und sich dann in der Saison wieder den Podestplätzen zu nähern. Das Team hat in diesem Jahr mehr als genug gelitten."

Frage: "Wirst du nächste Saison wieder um den Titel kämpfen?"
Alonso: "Wir werden sehen, was wir machen. Wir sollten den Karren nicht vor das Pferd spannen. Jetzt müssen wir im Januar erst einmal den R28 auf die Strecke bringen und dann daran arbeiten, mit dem optimalen Auto zum Saisonstart zu kommen. Im letzten Winter musste ich mich auch dieser Herausforderung stellen und ich bin zuversichtlich, dass es mir wieder gelingen wird. Danach brauche ich eine perfekte Saison und hoffe, dass die anderen nicht allzu schnell sind."

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