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Spionage, zweiter Teil: Renault klärt auf

09. November 2007 - 16:54 Uhr

Renault reagiert auf die Spionagevorwürfe: Daten von McLaren seien nicht in das R27-Design eingeflossen, zudem habe man mit offenen Karten gespielt

Renault F1 Team
Das Renault F1 Team blickt zuversichtlich auf die Anhörung am 6. Dezember
© Renault

(Motorsport-Total.com) - Ein kleiner Paukenschlag war es schon, als die FIA am Donnerstag bekannt gab, dass man Vertreter des Renault-Teams am 6. Dezember zum Treffen des Weltmotorsportrates nach Monaco geladen hat, um die Spionagevorwürfe zu klären. Schon vor knapp zwei Monaten gab es erste Meldungen dazu, die FIA reagierte öffentlich aber erst am gestrigen Donnerstag darauf.

Um nicht vorab in ein negatives Licht gerückt zu werden, hat das Renault-Team einen Tag später selbst eine Pressemitteilung herausgegeben, um die Vorfälle in diesem Jahr aus der eigenen Sichtweise zu beschreiben. Demnach habe man bei Renault am 6. September 2007 erfahren, dass der im September 2006 von McLaren gekommene Ingenieur Phil Mackereth Daten mitgebracht habe.

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"Diese Informationen waren auf Computerdisketten gespeichert und enthielten Kopien einiger Zeichnungen von McLaren und einige technische Tabellen", heißt es im Renault-Statement. "Die Informationen wurden auf Antrag von Herrn Mackereth in dessen persönliches Verzeichnis auf den Renault-F1-Team-Servern abgelegt."

Als dann die technische Abteilung davon Wind bekam, um welche Daten es sich handelte, seien folgende Maßnahmen ergriffen wurden: Die Daten wurden komplett gelöscht und eine formale Untersuchung eingeleitet. Unverzüglich habe man zudem McLaren und FIA über den Vorgang in Kenntnis gesetzt. Alle Ermittlungsergebnisse seien ebenfalls an McLaren und FIA weitergeleitet worden. Mackereth wurde seines Posten enthoben, die Originaldisketten gingen an die Rechtsabteilung, um sie McLaren zurückzugeben.

Die teaminternen Nachforschungen hätten zudem ergeben, dass Mackereth früh mit vier Zeichnungen aufwartete, die aus den Daten stammen und von McLaren genutzt wurden: das innere Layout des Benzintanks, die grundlegende Anordnung der Gänge, ein Schwingungstilger und ein Aufhängungsdämpfer.

Aussagen der Ingenieure hätten aber ergeben, dass keine dieser Informationen genutzt wurde, um die Entscheidungen beim Design des Renault-Autos zu beeinflussen. "Im Falle des Schwingungstilgers wurde dieser ohnehin von der FIA verboten und hatte damit keinen Wert", heißt es in der Presseaussendung. "Der Aufhängungsdämpfer wäre wohl als illegal eingestuft wurden, eine nachträgliche Anfrage bei FIA bestätigte dies."

"Das Renault-Team hat in diesem Fall mit McLaren und der FIA in vollem Umfang kooperiert", heißt es weiter. "Das ging so weit, dass wir unabhängige Experten von McLaren eingeladen haben, damit sie die Computersysteme des Teams, die Autos und die Designaufzeichnungen überprüfen, damit wir zeigen können, dass dieser unglückliche Zwischenfall nicht das Design der Autos beeinflusst hat."

"Das Renault-Team hat gegenüber McLaren und FIA mit kompletter Transparenz gearbeitet und war bei der Lösung des Falls proaktiv. Wir blicken zuversichtlich auf die Entscheidung des Weltmotorsportrates", schließt die Pressemitteilung.

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