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Macht Todt den Weg für eine Alonso-Verpflichtung frei?

13. November 2007 - 09:52 Uhr

Der endgültige Verlust von Ross Brawn und der Abtritt von Jean Todt als Rennleiter lassen viel Raum für Spekulationen um die personelle Zukunft bei Ferrari

Jean Todt
Jean Todt war vom Juli 1993 bis zum Dezember 2007 Ferrari-Rennleiter
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Es war für jeden offensichtlich, dass die Verpflichtung Ross Brawns als neuer Teamchef durch Honda in direktem Zusammenhang mit der Umstrukturierung bei Ferrari steht. Nur kurze Zeit nach der offiziellen Bekanntgabe der Japaner gab Ferrari bekannt, wie die eigene Team-Struktur kommendes Jahr aussehen wird.

Ursprünglich wollte man dies entsprechend der Tradition erst Ende des Jahres machen, doch nun gab man in einer kurzen Pressemitteilung die Besetzung der Management-Positionen bereits jetzt bekannt, eine detailliertere Vorstellung soll es wie ursprünglich geplant vor dem Jahreswechsel geben.

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Die wichtigste Veränderung ist die Tatsache, dass Jean Todt nicht mehr länger Rennleiter des Teams ist, diese Rolle wird der bisherige Teammanager Stefano Domenicali einnehmen. Das lässt Raum für einige Spekulationen.

Der Rücktritt von Todt kommt keinesfalls überraschend, denn ursprünglich wollte der Franzose zusammen mit Michael Schumacher die Formel-1-Bühne verlassen und sich anschließend ausschließlich auf das Sportwagen-Programm des Unternehmens konzentrieren.

Doch weil die Umstellung des Teams zu groß war, auch der Technische Direktor des Teams, Ross Brawn, eine Auszeit einlegen wollte, entschied sich der 61-Jährige dazu, ein weiteres Jahr die Rolle des Teamchefs einzunehmen.

"Ich gebe nicht auf, weil ich mich Ferrari verpflichtet habe. Wir haben zur gleichen Zeit Michael Schumacher und Ross Brawn verloren, zuvor hatte uns auch Rory Byrne verlassen. Die Übergangsphase war schon traumatisch genug gewesen", hatte Todt noch im September erklärt. "Wenn wir meinen, dass die Übergangsphase abgeschlossen ist, werde ich meine Aufgabe abgeben."

Ursprünglich hatte sich Ross Brawn vorgestellt, nach seinem Jahr Auszeit den Posten Todts übernehmen zu können, denn er wollte nicht in der Position des Technischen Direktors stehen bleiben. Doch man wurde sich mit Ferrari nicht einig.

Nicht gerade förderlich bei den Gesprächen war sicherlich die Tatsache, dass Brawns enger Vertrauter, Nigel Stepney, in die "Spionage-Affäre" verwickelt war und bei Honda ein Vorstellungsgespräch absolvierte und Brawn ebenfalls mit Honda in Verbindung gebracht wurde.

In Spanien spekuliert man nun noch intensiver als zuvor, dass Fernando Alonso 2009 für den italienischen Rennstall an den Start gehen könnte. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo hatte zuletzt wieder einmal auffällig vom zweimaligen Weltmeister geschwärmt.

Das Team aus Maranello hatte vor einiger Zeit schon einmal bei Alonso angefragt, doch dieser erteilte Todt eine Absage und unterschrieb bei McLaren-Mercedes. Dies soll Todt Alonso bis heute nicht verziehen haben, weswegen die meisten Insider davon ausgegangen waren, dass eine Verpflichtung des Rennfahrers aus Asturien nicht möglich ist, solange Todt im Amt ist.

Aufgrund dieser Tatsache soll es zuletzt sogar zwischen Todt und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo Spannungen gegeben haben. Zuletzt hatte Ferrari den Vertrag mit Felipe Massa vorzeitig bis zur Saison 2010 verlängert, was viele Experten verwunderte. Da Kimi Räikkönen einen Vertrag bis 2009 besitzt, könnte Alonso theoretisch erst 2010 für Ferrari an den Start gehen.

Doch einem Bericht der spanischen Sportzeitung 'Dario AS' zufolge gibt es einen Passus im Vertrag von Felipe Massa, wonach dieser durch das Team ohne Ablöse ausgetauscht werden kann, wenn Jean Todt nicht mehr Rennleiter des Teams ist. Die Beziehung Massas zu Todt ist eng, schließlich wird der Brasilianer von Tods Sohn Nicolas gemanagt.

Bei allem Respekt ist der neue Rennleiter Stefano Domenicali recht "blass" und aus PR-Sicht nicht unbedingt der beste Teamchef für Ferrari. Das wiederum lässt die Medien spekulieren, dass Michael Schumacher entgegen aller Aussagen eines Tages vielleicht doch den Posten des Teamchef einnehmen könnte.

Der Deutsche ist nach dem Verlust von Rennleiter Jean Todt, Technikdirektor Ross Brawn, Chefdesigner Rory Byrne und Motorenchef Paolo Martinelli der Einzige, der vom erfolgreichsten "Dream-Team" aller Zeiten übrig geblieben ist. Nach wie vor hat der 38-Jährige im Team die schwammige Rolle eines Beraters.

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