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Krisen-Meeting bei Bernie Ecclestone

10. November 2007 - 09:42 Uhr

Angesichts der neuerlichen "Spionage-Affäre" hat Ecclestone die bisher noch "sauberen" Teams zu einem Krisen-Gespräch nach London gebeten

Bernie Ecclestone
Bernie Ecclestone will keine weiteren "Spionage-Affären" mehr sehen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Formel-1-Boss Bernie Ecclestone hat am Freitag Vertreter der Formel-1-Teams in sein Londoner Büro eingeladen, um über die neue "Spionage-Affäre" in der "Königsklasse des Motorsports" zu sprechen.

Das Renault-Team wurde für den 6. Dezember vor den Weltmotorsportrat des Automobilweltverbandes FIA zitiert. Dann wird sich der französische Rennstall dafür verantworten müssen, dass der mittlerweile entlassene Mitarbeiter Phil Mackereth von seinem ehemaligen Arbeitgeber McLaren-Mercedes geheime Informationen auf Disketten gespeichert in das Team brachte.

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Im Gegensatz zur "Spionage-Affäre" um McLaren-Mercedes, bei der angeblich mit dem ehemaligen Chefdesigner Mike Coughlan nur ein Mitarbeiter im Besitz umfangreicher Ferrari-Informationen war und diese nur teilweise an Testfahrer Pedro de la Rosa per E-Mail weitergeleitet haben soll, ließ der ehemalige Renault-Mitarbeiter die Dateien auf einem Server des Teams ablegen. Zudem sollen weitere ranghohe Mitarbeiter die Daten eingesehen haben.

Damit droht nun auch Renault eine harte Bestrafung, nachdem McLaren-Mercedes die Verwendung der geheimen Ferrari-Informationen nicht nachgewiesen werden konnte, dennoch jedoch alle Punkte der Konstrukteurswertung aberkannt bekam und eine 100-Millionen Dollar-Strafe erhielt.

Das Renault-Team gestand bereits ein, dass die Zeichnungen und technischen Informationen in die Hand anderer Mitarbeiter geraten sind, man erklärte jedoch gleichzeitig, dass keine Informationen in das Design des Autos eingeflossen sind. Zudem vernichtete man die Daten auf den Computern, nachdem man davon Kenntnis erhielt, und gab die Disketten McLaren-Mercedes zurück. Das Team und die FIA wurden im Sommer über den Vorfall informiert.

Der britische Konkurrent will den Vorfall nicht ganz so harmlos darstellen. Das Team habe sich im Besitz von zehn Disketten mit geheimen Informationen befunden, die während acht Monaten im Team Verwendung gefunden haben sollen. Unter anderem habe der Chefdesigner, der stellvertretende Chefdesigner sowie der stellvertretende Technischer Direktor, der Leiter der Forschungsabteilung sowie ein anderer Mitarbeiter die Daten eingesehen.

Damit wäre das Ausmaß des Renault-Falls trotz des geringeren Umfangs an Daten womöglich größer als der McLaren-Mercedes-Fall. Bernie Ecclestone befürchtet nun, dass die Formel 1 vor ihrem nächsten Skandal steht und langsam aber sicher in Verruf gerät und dadurch Schaden nehmen wird.

Laut 'Telegraph' waren bei dem Treffen mit dem 76-Jährigen in London Vertreter aller Teams mit Ausnahme von Ferrari, McLaren-Mercedes und Renault anwesend, die derzeit noch in die zwei "Spionage-Affären" verwickelt sind.

Ecclestone ist entschlossen, das Thema Spionage aus der Formel 1 zu verbannen, um sicherzustellen, dass das Milliarden-Business keinen weiteren Schaden nehmen wird. Ecclestone dürfte die Teams aufgefordert haben, durch ausführliche interne Untersuchungen sicherzustellen, dass kein neuer Mitarbeiter fremde Informationen einschmuggelt beziehungsweise Informationen aus dem Team abfließen können.

Nicht nur die in der Formel 1 involvierten Automobilhersteller haben einen Image-Verlust zu befürchten, sondern auch die zahlreichen Sponsoren, die die bekannteste und erfolgreichste Motorsport-Rennserie unter anderem deshalb ausgesucht haben, weil der Sport als professionell und seriös gilt.

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