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Hill fürchtet eine weitere Spionagedebatte

09. November 2007 - 11:59 Uhr

Der Ex-Formel-1-Weltmeister erkennt keine Beständigkeit in der Arbeit der FIA und fürchtet, dass sich die Formel-1-Fans enttäuscht abwenden

Damon Hill
Damon Hill möchte nicht noch eine Spionageaffäre in der Formel 1 erleben
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Über Monate hinweg lag die Spionageaffäre zwischen Ferrari und McLaren-Mercedes wie ein Schleier über der Formel 1. Nach zwei Anhörungen, jeder Menge Kommentare und Vorwürfen wurden die "Silberpfeile" bestraft, müssen eine Strafe von 100 Millionen Dollar zahlen und alle Konstrukteurspunkte der Saison 2007 wurden aberkannt. Zusätzlich wird das Auto für 2008 eingehend untersucht, damit auch nicht dort Daten von Ferrari eingeflossen sind.

Nun dreht sich das Beobachterauge in Spionagefällen eine Position weiter und blickt auf Renault. Im Zuge der Aufklärung der ersten "Spionageaffäre" stieß man bei McLaren-Mercedes auf Anzeichen, dass ein Ex-Mitarbeiter Daten mit zu Renault genommen hat. Man legte die Dokumente der FIA vor, diese lud nun Renault für den 6. Dezember vor den Weltmotorsportrat.

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Hill versteht das Vorgehen der FIA nicht

Droht der Formel 1 jetzt eine neue Spionagewelle? Ex-Formel-1-Weltmeister Damon Hill hofft, dass es soweit nicht kommen wird, denn ein weiterer Schlag könnte die Formel 1 ins Taumeln bringen. Vor allem in Hinblick auf eine Beständigkeit der Bestrafungen seitens der FIA ist äußerst Hill gespannt.

"Ich würde gern verstehen, warum der Ferrari-Toyota-Fall, der vor Gericht endete, nicht zum gleichen Ergebnis führte wie der Fall Ferrari/McLaren", so Hill im 'Daily Telegraph'. Auch damals waren Informationen von Ferrari zu Toyota gekommen. Ex-Ferrari-Ingenieure hatten diese Daten beim Wechsel des Arbeitgebers einfach mitgenommen.

Der BRDC-Präsident bemängelt, dass beide Fälle nicht gleich behandelt wurden und eine Strafe ausgesprochen wurde, obwohl einige Fakten noch nicht abschließend geklärt waren. "Wenn Verstöße festgestellt werden, dann sollte man das untersuchen und vernünftig und richtig angehen", erklärte er. "Aber in diesem Fall gab es viele Fragen bei dem, was wirklich passierte. Diese blieben unbeantwortet."

Glaubensfrage in der Formel 1

Auch die immer wieder vermutete Bevorzugung von Ferrari als wichtigste Marke in der Formel 1 brachte Hill wieder auf den Tisch. "Warum hat man Ferrari nur sanft auf die Finger geklopft, nachdem sie das erste Rennen mit etwas gewonnen haben (einem flexiblen Unterboden; Anm. d. Red.), das illegal war? Das bringt bei der Gerechtigkeit und der Beständigkeit einige Probleme mit sich."

Sollte sich keine Beständigkeit einstellen, dann bestehe "die Gefahr, dass die Leute sich einfach wegdrehen", wie Hill erklärte. "Es ist schon lange ein Problem in diesem Sport, dass man nicht weiß, ob man Sachen glauben soll oder nicht. Ich stehe damit auch nicht allein da. Es gibt viele Leute, die den Sport lieben und viel davon profitiert haben, die den Sport gesund halten und viele Menschen anziehen wollen."

"Wenn es dann solche Geschichten wie in der abgelaufenen Saison gibt, dann schmerzt uns das Herz", fuhr er fort. "Die abgelaufene Saison war eine der besten in der Formel 1, speziell auch, weil vier Fahrer Weltmeister werden konnten. Das brachte viel Interesse für den Sport ein, aus den richtigen Gründen. Es braucht dazu nicht noch eine weitere Kontroverse."

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