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Ferrari ist Ross Brawn zu konkurrenzfähig
Was für viele Mitarbeiter ein Pro-Argument wäre, reizte Brawn nicht. Ferraris ehemaliger Technischer Direktor will sich einer großen Herausforderung stellen
(Motorsport-Total.com) - Dass es eine Rückkehr von Ross Brawn zu Ferrari geben würde, wurde im Verlauf der Formel-1-Saison 2007 immer unwahrscheinlicher. Realistisch waren Ende des Sommers nur noch Spekulationen um eine Verpflichtung des Briten durch Red Bull oder Honda. Vor allem die Japaner bemühten sich intensiv um den ehemaligen Technischen Direktor von Ferrari.
Brawn hatte dieses Jahr nach dem Rücktritt von Michael Schumacher ein Jahr Auszeit eingelegt. Damit bröckelt das "Dream-Team" aus Italien immer mehr. Ex-Chefdesigner Rory Byrne hat sich schon seit einiger Zeit zurückgezogen, Motorenchef Paolo Martinelli ist nicht mehr im Team und nun wird auch noch Jean Todt ab dem 1. Januar 2008 nicht mehr Rennleiter des Teams sein.
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Ross Brawn hatte zusammen mit Michael Schumacher bei Benetton zwei WM-Titel gewinnen können. Der heute 52-Jährige war 1991 zum italienischen Rennstall gewechselt. Als Michael Schumacher 1996 zu Ferrari wechselte, folgte er dem Deutschen samt Rory Byrne im Gepäck 1997 nach. 1999 feierte man mit dem Gewinn des Konstrukteurstitels den ersten großen Erfolg, anschließend folgten fünf weitere WM-Titel mit Michael Schumacher sowie sechs Konstrukteurstitel in Folge. Insgesamt holten die von ihm überwachten Auto-Designs 106 Grand-Prix-Siege.
Dieser Herausforderung - dem Aufbau eines Teams zum Sieger-Team - möchte sich Brawn nun zum dritten Mal in Folge stellen: "Die Tatsache, dass sich Ferrari nicht in einer Krise befand, machte es für mich weniger attraktiv", meinte Brawn laut 'Reuters' in einer Telefonkonferenz. Brawn will also keine garantierten Erfolge, er will sie sich zusammen mit dem Team hart erarbeiten: "Ferrari hat eine gute Struktur. Meine Aufgabe ist es nun, sie zu schlagen."
Das wird eine harte Aufgabe, denn Honda gewann bisher nur ein Rennen (Ungarn 2006) und dieses Jahr sammelte Jenson Button gar nur sechs WM-Punkte, während Rubens Barrichello (den er von Ferrari bestens kennt) sogar leer ausging.
Doch während seiner Auszeit hat Brawn den festen Willen verspürt, wieder in den Sport zurückzukehren: "Ich habe die Rennen sehr vermisst", meinte der diesjährige TV-Zuschauer, der sich gut entspannen konnte, aber nicht glaubt, dass er sich viel länger selbst beschäftigen kann. "Ich vermisse den Sport, ich vermisse das Teamwork, ich vermisse es, Teil eines Teams zu sein, mit ihm etwas Schwieriges zu erreichen, das aber sehr lohnend ist, wenn man es erreicht."
Und weil er nicht das Gefühl hat, dass diese Herausforderung bei Ferrari "groß genug ist", hat er sich gegen eine Rückkehr zu Ferrari entschieden, mit denen er im Sommer verhandelte. Hinzu kommt der Vorteil, dass er nicht mehr in Italien leben muss, sondern in seiner Heimat Großbritannien bleiben kann: "Es hätte ziemlich spezielle Umstände benötigt, damit ich wieder zurück zu Ferrari gegangen wäre."
Mit der Fahrerpaarung ist Brawn übrigens zufrieden, nun sei es die Aufgabe des Teams, sicherzustellen, dass die Piloten ein konkurrenzfähiges Auto erhalten. Wie viel Zeit bis zu diesem Moment verstreichen wird, vermag er nicht zu prognostizieren: "Vielleicht haben wir Glück und die Wende kommt sehr schnell, vielleicht braucht es aber auch etwas länger."
Die notwendigen Ressourcen, so versichert der Ingenieur, habe das Team jedenfalls. Am Montag machte Brawn, der Ende des Monats seine Arbeit für seinen neuen Arbeitgeber aufnehmen wird, einen Rundgang durch die Fabrik. Und der begeisterte Rosenzüchter und Fliegenfischer verriet noch ein Geheimnis: seine Vergütung ist leistungsbezogen. Ein Grund mehr, motiviert an die Arbeit zu gehen.









