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Ecclestone schließt neue McLaren-Strafe nicht aus

28. November 2007 - 12:04 Uhr

Bernie Ecclestone spricht über die Spionagefälle in der Formel 1, lobt die Leistung von Lewis Hamilton und feiert Kimi Räikkönen als würdigen Weltmeister

Bernie Ecclestone
Ecclestone kann eine Strafe gegen McLaren-Mercedes nicht ausschließen
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com/sid) - Formel-1-Chef Bernie Ecclestone schließt nicht aus, dass McLaren-Mercedes die Saison 2008 mit einer Strafe beginnen muss, sollte auch der neue Rennwagen auf Ferrari-Daten aufbauen. In einem Interview mit der Internetseite des Magazins 'auto motor und sport' sagte Ecclestone: "Ich will es nicht hoffen, aber auszuschließen ist das nicht. Als Fotograf besitze ich die Urheberrechte an meinen Bildern. Ob man sich beim Design von irgendetwas auf die gleiche Stufe stellen kann, kann ich nicht beurteilen. Als Designer würde ich sagen ja."

Die aktuelle Renault-Affäre hat nach seiner Einschätzung nicht die Ausmaße des Spionagestreits zwischen McLaren-Mercedes und Ferrari: "Ich kenne das ganze Ausmaß nicht. Der Unterschied ist nach meinem Wissen der, dass im Fall von McLaren Information beinahe auf stündlicher Basis von einer Person zu McLaren geflossen ist. Bei Renault hat einer einfach einen ganzen Berg Zeichnungen mitgebracht und das war's."

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Renault gibt Wissenstransfer zu

Renault muss sich in der Affäre am 6. Dezember vor dem World Council des Automobilweltverbandes FIA erklären, hat aber bereits zugegeben, im Besitz von McLaren-Mercedes-Daten gewesen zu sein. Renault bestreitet allerdings, sie auch für die eigenen Konstruktionen genutzt zu haben.

Ecclestone rät den Formel-1-Teams, solche Konflikte intern zu lösen und nicht bei jedem Problem die Gerichte einzuschalten: "Wenn Ron Dennis sich beim ersten Verdacht sofort mit Jean Todt an einen Tisch gesetzt hätte und beide sofort die Polizei eingeschaltet hätten, dann würden wir heute vielleicht die volle Wahrheit kennen." Außerdem habe es Spionage schon immer gegeben: "Heute läuft das nur auf einer anderen Ebene ab. Früher hat man einem anderen Team einen guten Mann abgekauft, und der brachte alle Informationen in seinem Kopf mit."

Die FIA sollte sich in den Spionagestreit der Teams nicht einmischen: "Das ist eine Sache für die Polizei und Strafrichter. Die haben viel bessere Methoden, die Wahrheit herauszufinden. Ich habe zu Ron Dennis gesagt, als es erste Informationen über den Fall Stepney gab: 'Geh zur Polizei und sage ihnen, dass du im Haus einen Angestellten hast, der gestohlenes Material erhalten oder gekauft hat!' Hätte er diesen Weg bestritten, wäre uns und ihm viel erspart geblieben", führte Ecclestone aus.

Hamilton der beste Neuling aller Zeiten

Lewis Hamilton ist für Ecclestone der beste Neuling aller Zeiten: "Der Junge hat einen außergewöhnlichen Job gemacht. Der Kerl hat Talent ohne Ende, und er saß in einem sehr guten Auto, und es gab mit Ferrari nur ein weiteres Auto, das auf diesem Niveau gefahren ist. Das alles zusammen hat es möglich gemacht, dass er auf Anhieb erfolgreich war."

Dennoch ist Ecclestone zufrieden, dass der Finne Kimi Räikkönen im letzten Rennen in Brasilien Weltmeister geworden ist: "So wie es gelaufen ist, war es gut. Hamilton hat seine Visitenkarte abgegeben. Seine Geschichte war fantastisch für ihn und für die Formel 1. Kimi kam aus dem Hinterhalt. Aber er hat sechs Rennen gewonnen und Lewis nur vier. Deshalb ist Kimi ein würdiger Weltmeister."