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Briatore fordert Abkehr von der Einstimmigkeit

06. November 2007 - 15:33 Uhr

Für das neue Concorde-Agreement fordert der Renault-Teamchef unbedingt den Übergang zu einem Mehrheitsstimmrecht, um mehr Bewegung zu ermöglichen

Flavio Briatore
Flavio Briatore möchte in der Formel 1 leichter Entscheidungen treffen können
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Noch immer ist ein neues Concorde-Agreement zwischen den Teams nicht ausgehandelt, das derzeitig gültige endet jedoch am Jahresende. Gerade um den Punkt der Kundenautos wird weiter verhandelt, doch auch andere Themen sollen neu ausgerichtet werden. So fordert Renault-Teamchef Flavio Briatore eine Abkehr von der Einstimmigkeitsregel.

Nach dem derzeitigen Concorde-Agreement können Regeländerungen nur dann durchgebracht werden, wenn alle Parteien zustimmen. Kritik daran gab es schon häufiger, doch Briatore sieht nun die Chance, zu einem Mehrheitsstimmrecht überzugehen. "Ich selbst würde gern sehen, wenn die Formel 1 von Bernie (Ecclestone) geführt und von Max (Mosley) unterstützt als Diktatur geführt werden würde", erklärte er der 'F1 Racing'.

Da die Formel 1 aber immer stärker von Unternehmen geprägt sei, stünde diese Art der Führung nicht mehr zur Debatte. "Also müssen wir mit dem neuen Concorde-Agreement ein Mehrheitsstimmrecht einführen", so der Italiener weiter. "Derzeit kann nichts ohne Einstimmigkeit entschieden werden. So würde man nicht einmal die Anwohnervereinigung eines Wohnblocks führen, geschweige denn einen Sport im Wert von drei Milliarden Dollar. Das ist verrückt."

Die Meinung einer Minderheit dürfe nicht dazu führen, dass letztlich keine Entscheidung mehr getroffen werden kann. "Wenn nichts ohne Einstimmigkeit entschieden werden kann, dann wird die Minderheit so wichtig wie die Mehrheit. Das ist nicht richtig", fuhr er fort. "Vom nächsten Jahr an sollte etwas passieren, wenn 51 Prozent der Teams es wollen."

Dann hätten auch Pläne eine Chance, die sonst immer wieder abgeschmettert wurden. Vor allem die Show der Formel 1 hat der Italiener dabei im Auge. Seit Jahren kritisiert er den Serienwert für die Fans. Das Spektakel eines Formel-1-Rennens sei nicht groß genug, der Spaß der Fans würde nicht im Vordergrund stehen.

Die Formel 1 sei eine "technische Aufgabe", das würde sich auch nicht ändern. Aber: "Technologie bringt kein Geld ein", so Briatore. "Ingenieure geben Geld aus, sie nehmen keines ein. Die Formel 1 muss also mehr Show enthalten - mehr TV-Spektakel. Bernie (Ecclestone) und ich stimmen darin überein - und auch Max (Mosley)."

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