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Wurz: "Als Sportler ist man nie zufrieden"
Alexander Wurz ist froh, dass er die Jahre in der Formel 1 gesund überstanden hat und sich nun um seine Familie kümmern kann
(Motorsport-Total.com) - Etwas überraschend hat Alexander Wurz nach dem Grand Prix von China seinen sofortigen Rücktritt aus dem Formel-1-Rennsport bekannt gegeben - angeblich, weil Toyota etwas Geld dafür flüssig gemacht hat, Kazuki Nakajima einmal im Renneinsatz zu sehen. Was die wirklichen Gründe waren, wird sich sicher in den nächsten Wochen herausstellen.
Froh ist der 33-Jährige jedenfalls darüber, dass er gesund in den nächsten Lebensabschnitt eintreten und sich in Zukunft mehr um seine Ehefrau Julia und seine drei Söhne Felix, Charlie und Oscar kümmern kann. Außerdem wird er viel mehr Zeit als bisher in seine Fahrsicherheitsfirma Test und Training stecken - und auch gelegentliche Renneinsätze sind nicht ausgeschlossen, etwa bei den 24 Stunden von Le Mans, die er 1996 schon einmal gewonnen hat.
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Ehefrau ist die schönste Trophäe
"Ich kann jetzt gesund dieses Interview geben, was ja nicht selbstverständlich ist, und habe in den Jahren als Formel-1-Fahrer so viel ins normale Leben mitgenommen, wie man es als Normalsterblicher in dieser Dichte sonst nie erleben kann", zog er im Interview mit dem Nachrichtenmagazin 'NEWS' Bilanz. Und: "Ich habe meinen größten Preis gewonnen - meine Frau Julia, die ich in der Formel 1 kennen gelernt habe und die mit mir durch dick und dünn geht."
Julia hat am Fuji-Wochenende den dritten Wurz-Sohn Oscar zur Welt gebracht - der Vater konnte wegen seiner Verpflichtungen in der Formel 1 nicht dabei sein. Kennen gelernt haben sich der österreichische Ex-Grand-Prix-Pilot und seine Ehefrau in den Benetton-Jahren, als Wurz für das Team von Flavio Briatore fuhr und Julia Pressedame war. Die beiden leben mit ihren Kindern im Steuer- und Wohnparadies Monaco.
Wurz stand im Verlauf seiner 69 Rennen umfassenden Grand-Prix-Karriere dreimal (Silverstone 1997, Imola 2005 und Montréal 2007) auf dem Podium, war 1998 WM-Achter und verdiente als langjähriger McLaren-Mercedes-Testfahrer gutes Geld - insgesamt dürfte er in der Formel 1 mehr als zehn Millionen Euro an Gehältern eingenommen haben. Sorgen muss man sich um den Österreicher also nicht machen.
Kein Sieg, kein WM-Titel
Was fehlt, ist aber ein Sieg oder ein WM-Titel: "Als Sportler ist man nie zufrieden, das liegt in der Natur der Sache", gab er zu Protokoll. Aber: "Als Mensch bin ich mit den Jahren, die ich bisher erleben durfte, sehr zufrieden. Vom BMX-Fahren über den Le-Mans-Sieg bis zur Formel 1 war es immer ein intensives und erfülltes Leben mit vielen Ups und Downs. Aber gerade die haben es ja so erfüllend gemacht."
Besonders gerne erinnert er sich an die "ultraschöne" Formel-Ford-Zeit im Team seines Landsmannes Walter Lechner zurück, in der er erstmals auf der internationalen Motorsportbühne in Erscheinung trat. Was ihn daran so gereizt hat? "Von Sieg zu Sieg zu düsen und keine Probleme zu haben, nur Rennen zu fahren", so Wurz. Aber auch Le Mans sei ein schöner Erfolg gewesen, "und Silverstone. Da stand ich bei meinem dritten Rennen schon am Podest."
Ob der Edelentwickler der Formel 1 erhalten bleibt, steht noch nicht fest - im Raum steht ja ein Wechsel ins Management des Williams-Teams, für das er theoretisch auch weiterhin testen könnte: "Jedenfalls liegen das Team, Sir Frank (Williams; Anm. d. Red.) und ich auf einer Wellenlänge - darauf könnten wir eine weitere Zusammenarbeit aufbauen. Ob wir das auch tun, weiß ich nicht", meinte Wurz abschließend.










