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Sutil-Kolumne: "China war keine Reise wert"

10. Oktober 2007 - 18:32 Uhr

Adrian Sutil berichtet in seiner Kolumne vom enttäuschenden Rennwochenende in Shanghai und von einer Begegnung mit Arnold Schwarzenegger

Adrian Sutil
In China war es leider unmöglich, die deutschen Fahnen würdig hochzuhalten...
© Spyker

(Motorsport-Total.com) - Nach unserem sehr guten Rennen in Fuji war die Vorfreude auch auf Shanghai groß. Nach dem Wochenende muss ich aber leider sagen: China war keine Reise wert. Als ich am Freitagabend nach dem Freien Training ins Hotel fuhr, wusste ich, dass es ein schwieriges Wochenende werden wird. Wir hatten nicht nur deutlich zu wenig Topspeed, sondern das Auto war auch extrem schwierig zu bändigen.

Auch wenn wir einiges versuchten und änderten, es wurde nicht besser. Ich machte mich also auf ein schwieriges Qualifying gefasst. Diesmal bestätigte sich leider meine Vermutung. Trotz einer wirklich guten Runde mit dem Eindruck "mehr geht nicht" wurde es nur P21. Immerhin konnte ich meinen Teamkollegen Sakon Yamamoto um rund sieben Zehntel hinter mir lassen, was mich aber nur bedingt zufrieden stellte. Denn der Abstand nach vorne war gewaltig.

Etwas Ablenkung gab es in Shanghai und im Hotel, wo ich Arnold Schwarzenegger traf, der im gleichen Hotel wohnte.

Autofahren in Shanghai ist der absolute Wahnsinn. Man kann das jemandem, der es nicht selber erlebt hat, kaum beschreiben. Die fahren in Shanghai wie die Irren, hupen fortwährend und nehmen nicht einen Funken Rücksicht auf andere Autofahrer, Fußgänger oder Radfahrer. Überholt wird da, wo Platz ist - rechts, links oder auf dem Standstreifen. Ein wirkliches Erlebnis. Man ist froh, wenn man es überstanden hat. Ansonsten ist Shanghai eine beeindruckende Stadt, gewaltige Hochhäuser soweit man sehen kann.

Adrian Sutil
Der Spyker-Ferrari F8-VII-B lief in Shanghai überhaupt nicht nach Wunsch
© Spyker

Das Rennen war für mich recht schnell beendet. Gestartet sind wir auf Regenreifen, die für sehr starken Regen ausgelegt waren, der aber leider nicht kam. Wenn man hinten steht und die Möglichkeiten eh begrenzt sind, muss man was riskieren, um nach vorne zu kommen. Also entschied sich die Teamleitung für die Regenreifen. Diesmal lagen wir leider total daneben und ich musste recht früh an die Box, um die richtigen Reifen zu holen. Damit war das Rennen für uns eigentlich auch schon verloren, denn danach hatte ich schon fast eine Runde Rückstand. Als mein Team mich dann reinholte, um auf Trockenreifen zu wechseln, begann es gerade wieder zu regnen. Zwei Runden später flog ich auf einer nassen Stelle mit Trockenreifen ab. Damit war das Kapitel China abgehakt.

Jetzt geht es nach Brasilien und dann ist meine erste Saison in der Formel 1 auch schon vorbei. Es verging alles wie im Flug, das Jahr war so voll mit Rennen und Terminen, dass es kaum Zeit zum Durchatmen gab. In Brasilien will ich die Saison mit einem guten Resultat beenden. Ich hoffe, dass wir das hinbekommen.

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