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Ständerat lehnt Formel-1-Comeback in der Schweiz ab
Die letzte aber entscheidende politische Hürde konnte der Vorstoß für die Aufhebung des Verbots von Rundstreckenrennen in der Schweiz nicht nehmen
(Motorsport-Total.com) - Anfang Juni hatte der Schweizer Nationalrat grünes Licht für ein Comeback von Rundstreckenrennen in der Schweiz gegeben. Im Juli hatte auch die vorberatende Kommission des Ständerats, die Verkehrskommission, eine Empfehlung ausgesprochen.
Doch nun ist der einst von SVP-Nationalrat Ulrich Giezendanner lancierte Vorstoß zum Fallen gebracht worden - von der letzten politischen Instanz, die "Ja" hätte sagen müssen: dem Ständerat. Er lehnte den Vorschlag des Nationalrats auf Wiederzulassung von Rundstreckenrennen ab.
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Mit 22 zu 21 Stimmen war die Abstimmung jedoch denkbar knapp ausgegangen. Es ging allerdings bei der Abstimmung zunächst nicht darum, ob das Gesetz geändert wird, man votierte lediglich darüber, ob man auf den Vorstoß überhaupt eingehen wird. Nach der Ablehnung wurde er wieder an den Nationalrat zurückgesandt.
Mit 97 zu 77 Stimmen hatte der Nationalrat im Juni den Weg für ein Comeback von Rundstreckenrennen in der Schweiz geebnet. Rennen mit Motorfahrzeugen auf Rundstrecken sind in der Schweiz seit mehr als 50 Jahren nicht möglich. Sie waren nach dem schweren Unfall in Le Mans im Jahre 1955 verboten worden, als ein Auto ins Publikum flog und über 80 Menschen getötet wurden.
Der Ständerat begründete seine Entscheidung damit, dass die Vorlage für die Zukunft der Schweiz nicht von zentraler Bedeutung sei und die Formel 1 auch nicht nach Aufhebung des Verbots in die Alpenrepublik zurückkehren werde - womit der Ständerat die Meinung der meisten Experten vertritt.
Zudem gäbe es im Land nicht die Rahmenbedingungen für die Automobilindustrie, die mit Autotests Leerlaufzeiten der Anlage überbrücken könnte. Eine Streichung des Verbots sei zudem in Zeiten der Klimaschutzdiskussionen ein falsches Signal und sei zudem für den nachhaltigen Tourismus kontraproduktiv.
Auch wirtschaftliche Faktoren spielten bei der Entscheidung eine Rolle. Dabei blickte man auch nach Deutschland, wo der Hockenheimring "nach öffentlicher Unterstützung lechzt", wie ein Abgeordneter anmerkte.
Auch in der Schweizer Bevölkerung stand man einem möglichen Formel-1-Comeback mit sehr gemischten Gefühlen gegenüber. In einer Umfrage des Forschungsinstituts 'gfs-Zürich' waren im September 41 Prozent der Befragten eher dafür oder dafür, wieder einen Großen Preis der Schweiz auszutragen. 45 Prozent sprachen sich eher oder vollständig dagegen aus, 15 Prozent der 1.092 Befragten enthielten sich.
Interessant war der Vergleich der Frauen und Männer: 50 Prozent der Frauen sind dagegen, 30 Prozent dafür. Bei den Männern waren 52 Prozent dafür und 38 dagegen. Bei den über 64-Jährigen sind 19 Prozent für Zulassung der Formel 1. Bei den unter 40-Jährigen sind es 51 Prozent.










