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Rosberg schließt Podestplätze für 2008 aus

18. Oktober 2007 - 21:50 Uhr

Nico Rosberg ist bei Williams "happy", glaubt aber nicht, dass er 2008 schon Podestplätze einfahren wird: "Wie soll das gehen?"

Nico Rosberg
Nico Rosberg geht davon aus, dass er auch 2008 für Williams fahren wird
© Williams

(Motorsport-Total.com) - Nachdem Mercedes-Sportchef Norbert Haug Verhandlungen mit Nico Rosberg in einem Interview dementiert hat, klang der junge Deutsche heute in São Paulo ganz so, als würde er tatsächlich bei Williams bleiben. Einen Vertrag für 2008 hat er ja, allerdings war bisher stets davon ausgegangen worden, dass er von den Silberpfeilen aus eben diesem ausgekauft werden könnte.

Aber auf die Frage, ob denn ein Wechsel möglich sei, gab Rosberg die Antwort, die er schon seit Monaten immer gibt: "Nein - weil ich happy bin, wo ich bin", sagte er. "Es ist auch eine schöne Aufgabe, mit einem Team zu wachsen. Michael (Schumacher; Anm. d. Red.) hat das bei Ferrari zum Beispiel auch gemacht. Das ist etwas Schönes, solange es nicht zu lange dauert. Auf der anderen Seite möchte ich natürlich Rennen gewinnen."

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Freude über den Williams-Formanstieg

"Ich konnte gut zeigen, was ich dieses Jahr drauf habe."
Nico Rosberg

Sehr froh ist der 22-Jährige - Rosberg ist übrigens um ein halbes Jahr jünger als Lewis Hamilton - darüber, dass er sich 2007 gut in Szene setzen und als eine der Entdeckungen schlechthin etablieren konnte: "Es war schon meine Erwartung, dass wir dieses Jahr den Schritt schaffen. Von daher bin ich sehr happy, dass es passiert ist, denn ich konnte gut zeigen, was ich dieses Jahr drauf habe. Das ist positiv, dass ich die Möglichkeit hatte", freute er sich über die Fortschritte seines Williams-Teams.

Die Truppe aus Grove nimmt derzeit Kurs auf den vierten Platz in der Konstrukteurs-WM, was vor Saisonbeginn kaum jemand erwartet hätte. Dennoch glaubt Rosberg nicht unbedingt, dass in diesem Winter noch einmal so ein drastischer Schritt gelingen wird: "Ein Podium ist nicht möglich. Wie soll das gehen? Ferrari und McLaren können wir nicht einholen, denn die sind weit weg und bleiben ja selbst auch nicht stehen", blickte er auf 2008 voraus.

Und weiter: "BMW sagt selber, dass die zu McLaren und Ferrari hinwollen - und die bleiben sicher auch nicht stehen. Ich glaube, das Beste, was wir erwarten können, ist mit BMW gleichzuziehen und zu hoffen, dass die nur durch gut Glück mit den Reifen besser zurechtgekommen sind als andere und nicht, dass sie jetzt wirklich so stark sind und so schnell entwickeln. Das ist unsere Hoffnung, dass wir dann doch besser entwickeln als die."

2008 ein neues Kräfteverhältnis?

"Ich glaube, dass viele Teams nur wegen der Reifen nach vorne gekommen beziehungsweise nach hinten gefallen sind."
Nico Rosberg

Allerdings kann er sich grundsätzlich gut vorstellen, dass sich etwas verschieben wird: "Die Entwicklungsrate mancher Teams von letztem Jahr in dieses Jahr im Vergleich zu diesem Jahr auf nächstes Jahr wird ganz anders sein, denn jetzt bleibt alles gleich. Besonders die Reifen hatten einen großen Einfluss. Ich glaube, dass viele Teams nur wegen der Reifen nach vorne gekommen beziehungsweise nach hinten gefallen sind", so Rosberg.

Mit Bedauern nahm er den Abschied seines Teamkollegen Alexander Wurz zur Kenntnis: "Schade, dass sich Alex entschieden hat, hier nicht zu fahren. Er hat mich informiert, bevor ich es durch die Medien erfahren habe, was ich sehr nett fand. Ich habe sowieso nur Positives über ihn zu sagen, denn wir haben dieses Jahr gut zusammengearbeitet und wir haben uns gut verstanden", so Rosberg über seinen österreichischen Ex-Stallgefährten.

Wurz habe ihm manchmal mit seiner Erfahrung auf die Sprünge helfen können: "Ab und zu hat er schon mal eine gute Setuprichtung gefunden. Da haben wir uns echt gut ausgetauscht und ab und zu hat mir das geholfen, genau wie umgekehrt ihm auch sehr oft", so der Williams-Pilot, der aber auch von seinem neuen Teamkollegen Kazuki Nakajima einiges erwartet: "Kazuki ist dieses Jahr gut für uns gefahren, er stand auch beim letzten GP2-Rennen auf Pole. Er ist also sicher ein guter Fahrer."

Rosberg will Teamkollegen mitbestimmen

"Ich mache mir schon meine Gedanken und versuche auch, ein Wörtchen mitzureden."
Nico Rosberg

Was die Fahrerwahl für 2008 angeht, so bestätigte Rosberg, dass Adrian Sutil zu den Kandidaten gehört, aber Entscheidung sei noch keine gefallen. Er selbst wolle teamintern auch sein Gewicht in die Waagschale werfen und seine Meinung einbringen: "Ich mache mir schon meine Gedanken und versuche auch, ein Wörtchen mitzureden. Es ist nicht so eindeutig im Moment", gab der Wahlmonegasse zu Protokoll.

Wie würde dein idealer Wunschkollege denn aussehen, Nico? "Ich würde gerne einen haben, der ein, zwei Zehntel pro Runde langsamer ist als ich", antwortete er mit einem Grinsen im Gesicht, "der viel Erfahrung hat, wo ich mir ein paar Sachen rauspicken kann. Er sollte freundlich sein, damit eine gute Stimmung im Team ist. Ich habe nichts dagegen, wenn der mich dann auch manchmal unter Druck setzt."

Angst davor, eines Tages neben einem Kaliber wie Hamilton bei einem Topteam wie McLaren-Mercedes fahren zu müssen, hat er jedenfalls nicht: "In einem Topteam wird man immer einen starken Teamkollegen haben", erklärte Rosberg. "Du kannst in einem Topteam keinen Nasenbohrer erwarten. So eine Michael-Schumacher-Situation gibt es nicht sehr oft - und die hat er sich natürlich auch erarbeitet."

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