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Ramirez kritisiert Alonso und Dennis

18. Oktober 2007 - 22:22 Uhr

Ex-McLaren-Teammanager Jo Ramirez übt Kritik am Einzelgänger Fernando Alonso, vor allem aber am Menschen Ron Dennis

Joe Ramirez
Immer noch ein gerne gesehener Formel-1-Tourist: Jo Ramirez
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Jo Ramirez ist als langjähriger McLaren-Teammanager eine echte Ikone im Fahrerlager, immer noch ein gerne gesehener Gast mit hervorragenden Kontakten. Bei McLaren war er während der großen Ära Prost/Senna sozusagen die Integralfigur zwischen den Fronten - und dennoch versteht er sich mit seinem damaligen Chef Ron Dennis heute nicht mehr.

"Das Problem mit Ron ist, dass er dich hasst, wenn du weggehst", erklärte der Mexikaner im Interview mit 'sportnet.at'. "Er kann es einfach nicht verstehen, warum jemand das großartigste Team der Welt verlässt. Ab dem Zeitpunkt, wo du ihn verlässt, bist du für ihn nichts mehr wert - das ist schlimm bei ihm. Aber so lange du für ihn arbeitest, bist du der Größte. Bei mir ist es dasselbe: Seit ich nicht mehr bei McLaren bin, habe ich dort noch immer viele Freunde. Aber mit Ron ist es anders: Wir sagen Hallo, mehr nicht."

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Dennis: Mit eiskaltem Kalkül zum Erfolg

"Er ist einer der größten Ausnützer wenn es um andere Menschen geht."
Jo Ramirez

Und weiter: "Er ist einer der größten Ausnützer wenn es um andere Menschen geht. Er benutzt dich, solange du für ihn arbeitest, und wenn du nicht mehr für ihn arbeitest, kann er dich nicht mehr benutzen. Dann bist du nichts mehr wert, und er spricht lieber mit jemandem, den er benutzen kann. Vielleicht ist er ja gerade deshalb so erfolgreich."

Genauso, wie Ramirez an seinem ehemaligen Arbeitgeber kaum ein gutes Haar ließ, kritisierte er auch Fernando Alonso, dessen Image in den vergangenen Wochen massiv unter der von ihm selbst angezettelten Medienkampagne gegen McLaren-Mercedes gelitten hat. Der Spanier wird das Team zum Jahresende verlassen, weil er sich einfach nicht wohl fühlt - und das Gefühl hat, dass ihn die Silberpfeile weniger wollen als Lewis Hamilton.

Doch laut Ramirez hat das nicht nur mit äußeren Umständen zu tun: "Obwohl Fernandos Englisch gut ist, versteht er nicht alles, und das hinterlässt Spuren. Er fühlt sich dadurch ausgeschlossen. Das ist ganz natürlich. Ich glaube, dass es bei Fernando aber noch schlimmer ist, denn er schottet sich komplett ab. Alonso hätte versuchen müssen, das Team für sich zu gewinnen, denn egal ob Prost, Senna oder Lauda - sie alle haben das getan", sagte er.

Menschlichkeit wichtiger als Geld

"Ich glaube nicht, dass Fernando das getan hat."
Jo Ramirez

"Sie haben mit den Mechanikern geplaudert, mit ihnen gefrühstückt, ihre Hände geschüttelt, sind mit ihnen ausgegangen und haben sie gefragt, ob sie nette Frauen kennen gelernt haben - was auch immer. Sie haben einfach mit ihnen gesprochen und haben sich eingelassen - und ich glaube nicht, dass Fernando das getan hat", warf Ramirez dem Doppelweltmeister mangelnde Kommunikation mit den Teammitgliedern vor.

Diese menschliche Komponente kann übrigens auch Geld nicht ersetzen, denn es hält sich seit einiger Zeit das hartnäckige Gerücht, dass Alonso jedem seiner Mechaniker pro Pole Position und Sieg 1.000 US-Dollar schenkt - geändert hat sich an seiner Situation trotzdem nichts...

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