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Mosley hätte auch Fahrern die Punkte aberkannt

23. Oktober 2007 - 11:20 Uhr

Wenn es nach FIA-Präsident Max Mosley gegangen wäre, hätten nicht nur das Team, sondern auch die McLaren-Mercedes-Fahrer alle Punkte verloren

Max Mosley
Max Mosley hätte auch gegenüber den beiden Fahrern keine Gnade gezeigt
© xpb.cc

(Motorsport-Total.com) - Die Formel-1-Saison 2007 ist beendet und sorgt immer noch für Kontroversen, denn der WM-Titel für Kimi Räikkönen steht nach wie vor nicht fest. Sollte McLaren-Mercedes wie angekündigt heute noch gegen das Rennergebnis von Brasilien Protest einlegen, würde sich die Entscheidung um weitere Wochen verzögern.

Wenn es nach Max Mosley ginge, stünde Räikkönen aber bereits als Weltmeister fest, denn der FIA-Präsident ist nach wie vor nicht hundertprozentig zufrieden mit dem Spionageurteil des World Councils gegen McLaren-Mercedes - seiner Meinung nach hätte man auch den beiden Fahrern Lewis Hamilton und Fernando Alonso alle Punkte aberkennen müssen. Dies war jedoch wegen der im Vorhinein garantierten Immunität im Falle voller Kooperation nicht möglich.

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World Council war anderer Meinung als Mosley

"Von der Logik her hätte man auch den Fahrern die WM-Punkte aberkennen müssen."
Max Mosley

"Von der Logik her hätte man auch den Fahrern die WM-Punkte aberkennen müssen, aber die Mehrheit im FIA-Weltrat war anderer Meinung", erklärte Mosley gegenüber 'Welt online'. "Es war eine Entscheidung Logik gegen Herz - und das Herz konnte sich nicht damit abfinden, eine derart interessante WM am Grünen Tisch zu zerstören. Wenn McLaren Berufung gegen diese Entscheidung eingelegt hätte, wäre es zum Wertungsausschluss gekommen, aber das fand nicht statt."

"Ich hätte McLaren allerdings schon vorher von der WM ausgeschlossen", gab der Brite zu Protokoll. "Es gibt eine juristische Faustregel in England: Entscheidungen, die vom Herz getroffen werden, produzieren schlechtes Recht. Obwohl ich durchaus Sympathien für Hamilton und Alonso empfinde, hat der Weltrat eine Grundsatzentscheidung getroffen, die eines Tages großen Schaden anrichten könnte."

Insgesamt habe die Affäre "beiden Teams" geschadet, sagte er, "aber das wird in ein paar Jahren vergessen sein." Befürchtungen, wonach die Formel 1 einen erheblichen Imageverlust davontragen wird, kann Mosley dementsprechend nicht teilen: "Bitter waren die Verdächtigungen gegenüber McLaren schon, aber am Ende glaube ich nicht, dass die Affäre der Formel 1 geschadet hat, sie hat lediglich ihr Profil verdeutlicht und geschärft."

Trotz allem: Positive Saisonbilanz 2007

"2007 war eine gute Saison, weil sie interessant war, und das ist wichtig für die Formel 1."
Max Mosley

2007 sei aus seiner Sicht "eine gute Saison" gewesen, "weil sie interessant war, und das ist wichtig für die Formel 1." Nun richtet sich sein Blick aber auf 2008, denn die Befürchtung, dass sich das illegal von Ferrari erhaltene Material auf den nächstjährigen MP4-23 auswirken könnte, ist viel größer als die Angst, dass die Silberpfeile schon in der zurückliegenden Saison einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil gehabt haben könnten.

Die FIA lässt sich daher von McLaren-Mercedes über die Entwicklung des neuen Autos voll informieren, ehe eine Entscheidung für 2008 getroffen werden kann. Das World Council wird diesbezüglich am 7. Dezember noch einmal beraten; sollte sich dabei herausstellen, dass McLaren-Mercedes Ferrari-Informationen in das neue Design einfließen hat lassen, droht sogar der Komplettausschluss aus der bevorstehenden Weltmeisterschaft oder ein Minuspunktekonto.

Gespannt ist Mosley indes auch auf die Aussagen von Alonso, der bisher nur die nötigsten Informationen preisgegeben hat, möglicherweise aber in Zukunft auspacken wird, um es McLaren-Mercedes heimzuzahlen: "Ich denke, er wird möglicherweise das Team wechseln, und dann werden wir möglicherweise eine faszinierende Story von ihm hören", gab der FIA-Präsident abschließend zu Protokoll.

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